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Bürgermeisterwahl Weiskirchen
„Brauche den Kontakt zu Menschen“

Wolfgang Hübschen, CDU-Buergermeister-Kandidat in Weiskirchen.
Wolfgang Hübschen, CDU-Buergermeister-Kandidat in Weiskirchen. FOTO: Ruppenthal
Weiskirchen. Wolfgang Hübschen geht in die Stichwahl um das Weiskircher Bürgermeisteramt — ein aktiver Mensch im vielfältigen Vereinsleben zwischen Sport, Partnerschaftsverein, Karneval und Heimatgeschichte. Von Teresa Bauer

An diesem Sonntag, 17. Juni, tritt Wolfgang Hübschen, CDU, bei der Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Weiskirchen gegen Stephan Barth, parteilos, an. Bei der Direktwahl vor zwei Wochen erreichte Hübschen 46,9 Prozent der Stimmen – und verpasste damit knapp die absolute Mehrheit.


Geboren wurde Hübschen 1961 in Neuerburg in der Eifel. „Weil mein Vater zu der Zeit dort als Polizist tätig war. Aber er stammt ursprünglich aus Thailen, meine Mutter aus Weiskirchen.“ Im Alter von sechs Jahren ist Hübschen dann nach Weiskirchen gekommen, „weil meine Eltern dort ein Haus bauten“. Die erste Zeit sei etwas „problematisch“ gewesen. „Als ich hierher gekommen bin, habe ich nur Hochdeutsch gesprochen. Meine Altersgenossen natürlich nur Dialekt. Meine Mutter meinte damals: ‚Das wirst du nie lernen’. Aber nach ein paar Wochen hatte ich es drauf.“ Nach der Grundschule in Konfeld ging es für Hübschen auf das Gymnasium nach Wadern. „Aber nicht lange, nur zwei Jahre.“ Danach wechselte er auf die Realschule nach Losheim.

„In der Schule war ich eher mittelmäßig. Denn wie das damals so war, schnell Hausaufgaben gemacht und dann ab auf den Sportplatz.“ Bis er Anfang 20 war hat Hübschen aktiv im Sportverein Weiskirchen Fußball gespielt, eine Knieverletzung zwang ihn dann aber aufzuhören. Er machte allerdings schon in jungen Jahren seinen Trainerschein. Seit 2017 ist er im Sportverband Weiskirchen-Konfeld im Vorstand und als Jugendleiter und Jungendtrainer der F-Jugend aktiv. Außerdem ist er Mitglied im Verein für Heimatgeschichte und Denkmalpflege, im Partnerschaftsverein Bourbonne-les-Baines sowie im Karnelvalsverein – dort auch lange Jahre im Elferrat.



Als Sohn eines Polizisten bewarb sich Hübschen nach seiner mittleren Reife ebenfalls bei der Polizei. „Aber damals war es so, wenn man eine Sehschwäche hat, wurde man abgelehnt. Heute muss ich aber sagen, dass ich froh bin, dass es nicht geklappt hat. Ich fange gerne früh morgen früh an zu arbeiten. Aber Schichtdienst ist einfach nichts für mich. Das habe ich auch während meines Wehrdienstes in Lebach gemerkt.“ Eine Ausbildung zum Bauzeichner brach er nach wenigen Wochen ab. Auch das sei nicht das Richtige für ihn gewesen. 1979 begann er dann eine Ausbildung beim Finanzamt Merzig. Berufsbegleitend erwarb er die Fachhochschulreife im Bereich Wirtschaft. Anschließend nahm er – ebenfalls berufsbegleitend – ein Studium der Betriebswirtschaftslehre auf, das er als Betriebswirt (Dipl.-Inh. Wirtschaftsakademie) abschloss. 1987 wurde er vom Finanzamt Merzig zur Gemeinde Weiskirchen versetzt. Seine Ausbildung zum gehobenen Dienst in der allgemeinen Verwaltung schloss er 1993 als Diplom-Verwaltungswirt ab. Seit Juli 2010 ist er Hauptamtsleiter der Gemeinde Weiskirchen. „Ich bin ein Typ, der den Kontakt mit Menschen braucht.“ Das schätze er besonders an seinem Job.

„Ganz früh“ sei er schon der JU beigetreten. Seit 1992 ist er Mitglied in der CDU, auch wenn „ich nie parteipolitisch tätig war. Für mich sind alle Bürger wichtig“.

Als Ausgleich zu seinem beruflichen Leben diene für Hübschen die Gartenarbeit. „Beim Rasenmähen oder Heckenschneiden bekomme ich den Kopf frei.“ Als dreifacher Vater sei er aber auch durch und durch Familienmensch. Ehefrau Conny arbeitet als Physiotherapeutin in den Hochwal-Kliniken. Seine achtjährige Tochter Katharina geht zur Grundschule, Tochter Franziska (20) studiert Erziehungswissenschaften in Trier, und Sohn Fabian (21) tritt in die Fußstapfen seines Opas – er ist Kommissarsanwärter bei der Polizei. Der Sonntag gehöre der Familie – gerne mit gemeinsamen Unternehmungen in der Natur. Ihren Sommerurlaub verbringt Familie Hübschen gerne in der Nähe von Tarragona in Spanien. Im Winter geht’s nach Oberammergau. „Wir würden aber gerne nochmal in den Norden, Lübeck oder Kiel“, sagt Hübschen.

Der Entschluss, als Bürgermeister zu kandidieren sei eine Familienentscheidung gewesen. „Meine Frau und meine Kinder mussten erst mal durchatmen, als ich ihnen sagte, was ich da vorhabe.“ Aber seine Familie habe ihn von Anfang an unterstützt. „Wenn der Rückhalt nicht da gewesen wäre, hätte ich es auch nicht gemacht.“