Dauerausstellung: Blick in die Geschichte des Hofhauses

Dauerausstellung : Blick in die Geschichte des Hofhauses

Die Dauerausstellung „Historische Steine und Schriften aus der Mattheiser Zeit“ ist in Weiskirchen eröffnet worden.

„Die Gemeinde Weiskirchen und ihre Bevölkerung dürfen sich heute über ein besonderes Ereignis freuen“, begrüßte Bürgermeister Werner Hero zahlreiche Besucher und Gäste aus Kommunalpolitik, Wirtschaft und Gesellschaft, die sich zur Eröffnung der Dauerausstellung „Historische Steine und Schriften aus der Mattheiser Zeit“ im Haus des Gastes eingefunden hatten. Mit dieser neuen Dauerausstellung wurde jetzt ein weiterer regionaler Bezug hergestellt, historische Zusammenhänge für interessierte Mitbürger greifbar und nacherlebbar zu machen.

Ideengeber zu dieser Ausstellung war Franz Bierbrauer, Maurermeister, engagierter Heimatkundler, Buchautor und emsiges Vorstandsmitglied im Verein für Heimatgeschichte und Denkmalpflege Weiskirchen. „Bierbrauer lag es besonders am Herzen, die hier ausgestellten Exponate der Nachwelt zu erhalten und sichtbar zu machen“, betonte Hero. Zusammen mit Michael Diversy, dem ehemaligen Hochwald-Touristik-Geschäftsführer, habe er Wege und Möglichkeiten für dieses Vorhaben ausfindig gemacht.

Dr. Rupert Schreiber vom Landesdenkmalamt und Steinbildhauer Sebastian Jager hatten das Ausstellungskonzept entworfen. Dank etlicher Firmen, Betriebe und Sponsoren konnte das Vorhaben realisiert werden. „Allen Beteiligten, die mitgeholfen haben, damit diese historischen Steine und Dokumente bewundert werden können, gilt mein herzliches Dankeschön“, sagte der Verwaltungschef.

Peter Luy, Historiker mit Schwerpunkt Regionalgeschichte und Archivwesen, der die Ausstellung von Anfang an mit viel Herzblut begleitet hatte, war für die Auswahl der Dokumente, Ausstellungstexte und Quellennachweise hauptverantwortlich. Luy klärte die Anwesenden über die Ausstellungsstücke und ihre Hintergründe auf. Die ausgestellten Steine repräsentieren unterschiedliche geschichtliche und baugeschichtliche Phasen des Hotel-Hofhauses, decken den Zeitraum von 150 Jahren ab, konkret die Jahre von etwa 1750 bis 1900. Zu dieser Zeit stand Weiskirchen unter kurtrierischer Landesherrschaft und Mattheiser Grundherrschaft. Weiskirchen war Teil der preußischen Rheinprovinz mit Trier als Bezirkshauptstadt.

Das Hofhaus stand genau dort, wo heute im Ortskern das Haus des Gastes steht, prägte mit Kirche, Rathaus und Pfarrhaus im Ensemble die Ortsmitte Weiskirchens. Grundherr war die Abtei St. Matthias (Mattheis), die hier ihr lokales Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum hatte. 2003 wurde das Hofhaus wegen baulicher Mängel abgerissen.Vor dem Abbruch wurden die an den Außenwänden gut sichtbaren skulpierten Steine als Zeitzeugen für die wechselvolle Geschichte des Hofhauses gesichert und für die Zukunft aufbewahrt.

Jetzt haben zehn Einzelexponate, davon vier Steinexponate mit sechs Einzelsteinen und sechs Dokumententafeln mit Erläuterungen und Quellennachweisen, einen wohlbehüteten Platz im Haus des Gastes gefunden.