Biologin Laura Längsfeld leitet Fledermaus-Safaris rund um Weiskirchen

Naturpark-Referentin aus Weiskirchen im Proträt : Biologin bringt Groß und Klein zu den Kobolden der Nacht

An mehreren Sommerabenden lädt der Naturpark Saar-Hunsrück Familien mit Kindern ab sechs Jahren im Rahmen des Zukunftsdiploms der „Lokalen Agenda 21“ zu spannenden Fledermaus-Safaris in die Naturpark-Gemeinde Weiskirchen ein.

Die SZ folgte einmal den kleinen Forschern bei einer dieser Entdeckertouren. Diesmal gingen die kleinen und großen Teilnehmer in der Dämmerung gemeinsam mit der Naturpark-Referentin Laura Längsfeld auf so eine abenteuerliche Suche nach den fliegenden Kobolden der Nacht. Die Teilnehmer konnten die spektakulären Jagdflüge nach Insekten beobachten und mit Ultraschalldetektoren die Jagdrufe der Fledermäuse wahrnehmen.

Über das geheimnisvolle Leben dieser nachtaktiven Säugetiere, deren Biologie, Lebensraumanspruch, Bedeutung, Schutz und ihre Jagdgewohnheiten erhielten die Teilnehmenden viele interessante Informationen. Als Ausrüstung wird übrigens stets eine Taschenlampe empfohlen. Die Teilnahmegebühr an der Veranstaltung beträgt zwei Euro für Kinder, vier Euro für Erwachsene und neun Euro für Familien. Als Treffpunkt diente diesmal der Rathaus-Parkplatz in Weiskirchen.

Laura Längsfeld ist Biologin. Nach dem erfolgreichen Studium war sie an der Erstellung mehrerer Fachgutachten in ihrem Wissenschaftsbereich beteiligt. Erste Kontakte mit den Fledermäusen knüpfte sie bei regionalen Bestandserfassungen dieser nachtaktiven Tiere. Außerdem absolvierte sie später noch den zusätzlichen Studiengang „Umwelt und Bildung“. Sie ist im Hochwald-Kreis zuhause und engagiert sich nebenbei gerne für den Naturpark Saar-Hunsrück. Dazu zählte nicht zuletzt die von ihr sachkundig geführte Fledermaus-Safari in Weiskirchen.

In ihrem Internet-Blog unter www.bio-filia.de erfährt man mehr über sie: „Ich bin Laura Längsfeld, Biologin mit künstlerischer Ader. Seit ich mich erinnern kann, hat mich die Natur fasziniert. Zuerst betrachtete ich von der Krabbeldecke aus jeden einzelnen Grashalm, jedes Gänseblümchen um mich herum. Später dann untersuchte ich jede Pflanze im Garten, beobachtete jedes Tier, das in mein Blickfeld kam, noch etwas später las ich jedes Buch über Tiere und Natur, das ich bekommen konnte.“

Die junge Frau beeindruckte mit ihrem Fachwissen auch die Teilnehmer an der Fledermaus-Safari. So berichtete sie unter anderem über die brasilianische Freischwanz-Fledermaus, die als schnellster Flieger der Tierwelt mit mehr als 160 Stundenkilometern durch die Nacht schießt. Als größte Fledermausart gelte die australische Gespenstfledermaus, die eine Kopfrumpflänge von 14 Zentimetern und eine Spannweite von 60 Zentimetern erreichen könne. Die kleinste Fledermaus sei dagegen die Schweinsnasenfledermaus, auch bekannt als Hummelfledermaus, mit einer Kopfrumpflänge von drei Zentimetern und einem Gewicht von gerade mal zwei Gramm.

Die Hauptfortbewegungsart der Fledermäuse sei das Fliegen, zu dem sie durch den Besitz der Flughäute und verschiedene weitere Anpassungen befähigt seien. Längsfeld: „Dabei handelt es sich bei schmalflügeligen Arten meistens um schnelle Flieger, die vor allem in offenem Gelände leben, breitflügelige Arten seien dagegen Langsamflieger in strukturreichen Lebensräumen.“ Manche Fledermäuse wie das Braune Langohr würden auch ähnlich den Kolibris den Rüttelflug beherrschen, um Beute von Pflanzen sammeln zu können. Nachdem sie zum Abschluss solcher abendlicher Wanderungen alle Fragen beantwortet hat, stempelt die Führerin auf Wunsch auch gerne noch die Zukunftsdiplome der „Lokalen Agenda 21“ ab, mit denen sich viele Kinder ihr Interesse an solchen Informationen über die heimische Natur bestätigen lassen.

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