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Bienenhaus
Bienenvölker sollen sich wohlfühlen in Weiskirchen

Eröffnen das Bienenhaus: von links Josef Schneider, Norbert Louis, Kathrin Großmann und Minister Reinhold Jost.
Eröffnen das Bienenhaus: von links Josef Schneider, Norbert Louis, Kathrin Großmann und Minister Reinhold Jost. FOTO: Dieter Ackermann
Weiskirchen. In einem restaurierten Bienenhaus bei Familie Großmann fühlen sich bereits zwei Völker heimisch. Weitere sollen folgen.

Unter dem schattenspendenden Pflaumenbaum im Garten der Familie Großmann in Weiskirchen versammelten sich aus gutem Grund einige Naturfreunde. Umweltminister Reinhold Jost, der den Großmännern hier erst vor einem Jahr hilfreiche Tipps für die geplante Restaurierung ihres historischen Bienenhauses gegeben hatte, war jetzt zum zweiten Mal gern gesehener Gast. Die Imkerfamilie präsentierte das inzwischen fertiggestellte Bienenhaus, in dem sich bereits zwei Bienenvölker offensichtlich wohlfühlen, während zwei weitere Völker im kommenden Winter vom Gartenrand ins Bienenhaus umziehen sollen.


Bei selbstgebackenem Bienenstich trotzten außerdem Weiskirchens designierter Bürgermeister, Wolfgang Hübschen, der neue Gemeindeförster, Tobias Misczyk, Landesjägermeister Josef Schneider sowie Norbert und Alexander Louis vom Gewerbeverband Weiskirchen den ungewohnten Hitzegraden. Mit ihrem besonderen Dank honorierte die Imkerin Kathrin Großmann dabei den Einsatz von Norbert Louis. Der war nämlich als Vorsitzender des örtlichen Gewerbeverbandes in die Bresche gesprungen, als bei der Suche nach einem Träger für dieses mit öffentlichen Mitteln geförderte Projekt der zunächst angesprochene Imkerverband Wadern nach langem Zögern abgewunken hatte. Dessen Vorsitzender befürchtete eine gewisse Konkurrenz.

Norbert Louis lachend zur SZ: „Wir haben dieses interessante Naturschutz-Projekt, von dem die ganze Gemeinde Weiskirchen nur profitieren kann, liebend gerne unterstützt.“ Und nachdem an der munteren Kaffeetafel Minister Jost diesen Gesprächsfaden gleich aufgriff und der Hochwaldgemeinde zu den neuen Möglichkeiten dieses attraktiven Bienenhauses gratulierte, blieben auch Hübschen und Miszyk erste Zukunftsperspektiven nicht lange schuldig. Der kommende Bürgermeister verwies auf das neugeschnürte Aufgabenpaket des neuen Gemeindeförsters, der neben der forstlichen Betreuung des Gemeindewaldes seinen Fokus auch auf zusätzliche touristische Angebote Weiskirchens richten soll.



Die Gastgeberin hat bereits in ersten Vorgesprächen mit dem Förster überlegt, wie mit Hilfe des restaurierten Bienenhauses entsprechende Initiativen umgesetzt werden können. Kathrin Großmann: „Wir wollen hier und beispielsweise im herrlichen Kurgarten kleine und große Naturfreunde altersgerecht über die unverzichtbare Rolle der Biene für eine intakte Natur informieren und damit aktiven Naturschutz leben.“ Der Gemeindeförster denkt dabei zum Beispiel an pädagogische Infozentren unter anderem im örtlichen Wildpark, der mit neuen Attraktionen und ausschließlich heimischen Tierarten neu belebt werden soll. Mit der Imkerin zusammen plant er ferner ein mobiles Bienenvolk, das aktuell jeweils dort etabliert werden soll, wo „Maya“ und ihre fleißigen Artgenossen in und um Weiskirchen je nach Jahreszeit gerade geeignete Blühflächen finden können.

Der Landesjägermeister, Chef der rund 4000 Mitglieder in der Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS), begeisterte sich in dieser Runde ebenfalls über solches Naturschutzengagement: „Dazu kann ich der Gemeinde Weiskirchen nur gratulieren!“ Und er weiß offensichtlich, wovon er spricht. Früher sei er selber Imker gewesen. Der inzwischen pensionierte Richter und Jäger-Präsident des Saarlandes freut sich aber auch schon auf die Jubiläumsveranstaltungen seines Verbandes (24. bis 26. August in Saarbrücken), bei denen auch die Imker der Saar mit einem eigenen Stand den Schulterschluss mit den Jägern als anerkanntem Naturschutzverband demonstrieren wollen.

„Wir sind froh darüber, dass uns auch private Initiativen wie die der Familie Großmann hier in Weiskirchen unserem Ziel näherbringen, der Natur im Saarland eine neue Chance zu geben.“ Und Minister Jost kopierte – ausnahmsweise – auch einen gewissen Donald Trump mit der Zielvorgabe: „Saarland first!“ Dass er es damit durchaus ernst meint, machte der Minister statt über Twitter im Beisein der SZ mit seinem Angebot an den zukünftigen Bürgermeister Weiskirchens deutlich: „Wenn es hier irgendwo hakt, wenn Sie beispielsweise im Frühjahr Blütenflächen für die Frühjahrstracht der Bienen anlegen wollen, oder bei anderen Planungen im Geiste eines konstruktiven Schutzes der Natur, dann lassen Sie es mich wissen.“

Eine Biene auf dem Weg zu einer Blüte auf einer Wiese.
Eine Biene auf dem Weg zu einer Blüte auf einer Wiese. FOTO: dpa / Frank Rumpenhorst
(a-n)