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Bei den Sachthemen dominieren der Haushalt und der Tourismus

Bei den Sachthemen dominieren der Haushalt und der Tourismus

Weiskirchen. Start frei in die Sachdiskussion gab Thomas Gerber mit der Frage nach der Schwerpunktarbeit des Bürgermeisters. "Man muss die Probleme und Sorgen der Gemeinde erkennen. Das kann man nur, wenn man ständig präsent ist und nachhaltig bürgernah und dynamisch arbeitet", erläuterte Hero

Weiskirchen. Start frei in die Sachdiskussion gab Thomas Gerber mit der Frage nach der Schwerpunktarbeit des Bürgermeisters. "Man muss die Probleme und Sorgen der Gemeinde erkennen. Das kann man nur, wenn man ständig präsent ist und nachhaltig bürgernah und dynamisch arbeitet", erläuterte Hero.SchuldenbergMatern befand, dass es eines wahrhaften Kunststückes bedürfe, den unübersehbaren Schuldenberg in den Griff zu kriegen, und dieses Ziel habe bei ihm höchste Priorität. Die Gemeindekasse sei derart heruntergewirtschaftet, dass es aus eigener Kraft kaum noch zu schaffen sei. Dabei stünden mit dem Ausbau des Tourismus, der Forcierung des Saar-Hunsrück-Steiges und der Ansiedlung einer Gesundheitsakademie besondere Möglichkeiten der touristischen Aufwertung zur Verfügung. Das Haus des Gastes, ein Kind des früheren Bürgermeisters Theobald, könne seine Betriebskosten nicht decken. Man habe in den letzten Jahren die Entwicklung im Fremdenverkehr total verschlafen, und so sei es nicht verwunderlich, dass Weiskirchen von einem vormals guten Platz auf der Rangliste rapide abgerutscht ist.Christian Beckingers Frage nach dem Haushalt für das "Haus des Gastes" beantwortete Hero so: "Die Kommunalaufsicht hat bis heute noch nichts dazu gesagt. Da uns das Haus des Gastes im Jahr nur 40 000 Euro kostet, hat die Aufsichtsbehörde auch nichts dazu zu sagen". Große Fortschritte bei der Sanierung des Haushalts habe er mit der Ansiedlung von Gewerbebetrieben auf den Weg gebracht. Während der Tourismusbereich etwa 500 Arbeitsplätze generiert habe, seien mittlerweile bei den Gewerbetreibenden 800 lokale Arbeitsstellen zu verzeichnen, und dieser Trend sei steigend, weil sich die ansässigen Betriebe auf Expansionskurs befänden. "Wer mit offenen Augen durch diese Gemeinde geht, sieht was hier los ist. Wir haben jährlich 60 000 Übernachtungen, und davon profitiert jeder Gewerbetreibende und jeder Einwohner", sagte Hero. "Wenn Sie heute ins Internet schauen, stellen Sie fest: Weiskirchen findet dort nicht statt", konterte Matern und erklärte seine Sicht der touristischen Sachlage. Der Bürgermeister zeige sich - so auch bei den Verhandlungen zum Wasserexport in Nachbargemeinden - als "äußerst lascher Verhandlungspartner", der in dieser Form seine Gemeinde nicht voran bringe. Nur mit ihm, Matern, seien die maroden Finanzen zu sanieren.Vorsichtige PrognosenDie Zuhörer hatten die Debatte aufmerksam verfolgt, Wortmeldungen zu den angeschnittenen Themen blieben jedoch Seltenheit. Prognosen zum Wahlausgang wurden äußerst vorsichtig gestellt. Während im Schlusswort der Kandidaten Werner Hero für den Herausforderer wenig Anerkennenswertes fand, hatte Michael Matern für seinen Kontrahenten zumindest eine Menge Respekt übrig. Beim abschließenden Tipp zum Wahlausgang lagen dann beide wieder nahe beieinander: Matern erwartete für sich 51 Prozent, Werner Hero rechnet für sich mit "50 plus X".