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Behörde lässt Fußballtore von Wiese entfernen

Behörde lässt Fußballtore von Wiese entfernen

Weiskirchen. An Hexennacht platzierten Anwohner auf einem als Wiese genutzten Baugrundstück in der Straße Zum Ruwerbach in Weiskirchen einen überdimensionalen Fußball und ein Protestschild

Weiskirchen. An Hexennacht platzierten Anwohner auf einem als Wiese genutzten Baugrundstück in der Straße Zum Ruwerbach in Weiskirchen einen überdimensionalen Fußball und ein Protestschild. Darauf machten sie mit sarkastischen Worten auf ein behördliches Verbot für Kinder und Jugendliche, auf dieser Wiese Fußball zu spielen, aufmerksam (wir berichteten) - der vorläufig letzte Akt in einer seit Wochen schwelenden Nachbarschaftskontroverse.Die Familie, die die betreffende Wiese direkt gegenüber ihrem Haus von einem Weiskircher gepachtet hat, hatte ihrem achtjährigen Sohn zu Weihnachten zwei mobile Fußballtore geschenkt. Die Tore wurden nach Ende des Winters auf der Wiese aufgestellt, seither spielt der Achtjährige dort mit seinen Freunden. Dagegen wehrt sich ein Ehepaar, dessen Haus an das Wiesengrundstück angrenzt. Es sieht durch die Aufstellung der Tore einen öffentlichen Bolzplatz eingerichtet, auf dem Kinder aus dem ganzen Ort ständig und lautstark Fußball spielten, so der Vorwurf. Protest bei BaubehördeNachdem die Wiesenpächter und der Grundstückseigentümer es auf Anfragen des Ehepaars abgelehnt hatten, die Tore an anderer Stelle aufzustellen, wandten sich die beiden an die Untere Bauaufsicht (UBA) beim Landkreis. In einem Schreiben an die Behörde beklagte das Ehepaar, dass die Wiese wider geltendes Baurecht zum Bolzplatz umfunktioniert worden sei. Das Spielen der Kinder sehen die Eheleute, beide im Ruhestand, als massive Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität und dokumentierten mit zahlreichen Fotos und einer penibel geführten Liste, wann und wie lange wie viele Kinder sich vermeintlich dort aufhielten. Die UBA kam bei der Prüfung der Beschwerde zu dem Schluss, dass durch das dauerhafte Aufstellen der Tore der Charakter eines Bolzplatzes gegeben sei, der nach der Baunutzungsverordnung in diesem Gebiet nicht zulässig sei. Der Grundstückseigentümer wurde von der UBA aufgefordert, die Tore von der Wiese zu entfernen - was auch geschah. Doch die Kontroverse schwelt weiter: Jetzt werden die Tore jeweils zum Spielen auf- und danach wieder abgebaut. Aber die Eheleute wollen nicht dulden, dass auf der Wiese weiter Fußball gespielt wird und ziehen auch juristische Schritte in Erwägung. > Alle Hintergründe zum Bolzplatz-Streit: Seite C3