Ampeln in Weiskirchen: Fluch und Segen für den Ort

Straßenbau in Weiskirchen : Wenn Ampeln Fluch und Segen zugleich sind

Die Verkehrsregelung im Umfeld von Baustellen ist eine durchaus verzwickte Sache. Wie verzwickt, das zeigt aktuell insbesondere das Beispiel Weiskirchen, findet unser Mitarbeiter Dieter Ackermann, der sich vor Ort gut auskennt.

Von Beginn der verkehrlichen Zeitrechnung an genoss die Hochwaldgemeinde Weiskirchen das Privileg, als weitgehend „ampelfreie Zone“ den Verkehrsfluss wirklich flüssig gestalten zu können. Das änderte sich vor einigen Wochen, als auf einmal Baustellenampeln als zwangsläufige Folge von Straßenbauarbeiten rund um den zentralen Kreisel lenkend in den Verkehr eingriffen. Wer von Konfeld kommend das nahe Losheim ansteuerte, bekam es gleich mit zwei Baustellen und den dazugehörigen Ampeln zu tun. Das hätte eigentlich funktionieren können – tat es aber längst nicht immer. An den ersten Tagen trafen sich gelegentlich die entgegenkommenden Autokolonnen mitten im Baustellenbereich. Nicht wirklich schön.

Kein Fahrer war sich einer Schuld bewusst, hatten sie doch alle korrekt ihre Grünphasen abgewartet, bevor sie in den einspurigen Baustellenbereich einfuhren. Die Begeisterung der ausgebremsten Verkehrsteilnehmer hielt sich nachvollziehbar in Grenzen. Dann sah man immer wieder Bauarbeiter, die sich, verlegen hinterm Ohr kratzend, am für die Ampelsteuerung zuständigen Schaltkasten um hilfreiche Lösungen bemühten. Das nahm dann und wann durchaus geraume Zeit in Anspruch. Auch nicht wirklich schön.

Schnell hatten die Verkehrsteilnehmer herausgefunden, dass die von Grün auf Rot umspringenden Ampeln ein komfortables Zeitpolster einkalkulierten, bis man im Baustellenbereich wieder mit Gegenverkehr rechnen musste. In die Folge geschah es nur in den seltensten Fällen, dass Autofahrer in den ersten Sekunden der Rotphase tatsächlich anhielten. Wer sich dann tatsächlich an die gültigen Verkehrsregeln hielt und brav aufs Bremspedal trat, der musste nicht selten den wütenden Hup-Protest seiner Hinterleute in Kauf nehmen. Wer findet das schon schön?

Seit einigen Tagen nun haben sich die verantwortlichen Planer bei ihrer Baustellengestaltung „Auf der Heide“ vom Kreisel in Richtung Thailen einen neuen Streich einfallen lassen. Jetzt positionierten sie die Baustellenampel einige Meter vor der Abfahrt in die Straße „Zum Boxpfad“. Das bedeutet für die aus Thailen kommenden Fahrer, dass sie bei ihrem Rot in der Gegenrichtung das Linksabbiegen von der Hauptstraße („Auf der Heide“) in den Boxpfad blockieren.

Und selbst die vom Boxpfad auf die Hauptstraße „Auf der Heide“ abbiegenden Fahrer bekommen dann kaum eine echte Chance, sich „dank“ des Rückstaus vor ihnen in die Hauptstraße einordnen zu können. Seit kurzem soll ein gelbes Kreuz die Zufahrt freihalten – aber beachtet wird es kaum. Dann bleibt nur die Hoffnung auf mitdenkende und tolerante Verkehrsteilnehmer, die großzügig auf ihre Vorfahrt verzichten. Das ist dann allerdings wirklich schön.

Aber darauf müssen die gequälten Autofahrer Weiskirchens den zuständigen Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) doch nicht erst aufmerksam machen – oder? Warten wir mal ab, welche Lösungen sich die Verkehrsexperten für die – zugegeben nicht ganz unkomplizierte – Verkehrslenkung im zukünftigen Baustellenbereich noch einfallen lassen werden.

Bis zum voraussichtlichen Abschluss der Straßendecken-Sanierung im Juli scheint ihrer planerischen Kreativität kaum eine Grenze gesetzt.

Übrigens: Seit neuestem werden Autofahrer, die vom Parkhotel aus in Weiskirchens Ortskern wollen, erst per Umleitung zu einer kleinen Rundfahrt durch Konfeld eingeladen. Bleibt die Hoffnung auf einen baldigen Abschluss der in der Tat längst überfälligen Reparaturmaßnahmen auf Weiskirchens Straßen.

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