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Steinberg/Weiskirchen
Zwei musikalische Jubiläen und ein großes Fest

Die geehrten Blasmusiker des MV Weiskirchen.
Die geehrten Blasmusiker des MV Weiskirchen. FOTO: Erich Brücker
Steinberg/Weiskirchen. Seit 100 Jahren gibt es den Musikverein Weiskirchen, seit 90 Jahren die Kolpingkapelle Steinberg. Anlass für eine schöne Feier.

Mit einem zünftigen zweitägigen Oktoberfest haben die Musikvereine Steinberg und Weiskirchen ihr gemeinsames 190-Jahr-Jubiläum ausklingen lassen. Im Mittelpunkt des abschließenden Festes stand neben origineller Festzeltmusik und guten bayrischen Schmankerln die Ehrungen treuer Musiker aus beiden Vereinen.


„Neben 100 Jahren MV Weiskirchen und 90 Jahren Kolpingkapelle Steinberg hätten wir in weiteres kleines Jubiläum noch anfügen können, nämlich fünf Jahre Gemeinschaftsorchester beider Vereine”, begrüßte Martin Hero, Vorsitzender des MV Weiskirchen, die Gäste in der Eichenlaubhalle in Steinberg. Das gemeinsame Orchester wurde gegründet, um sich für die Zukunft zu rüsten, um einen Klangkörper zu bilden, der mit seiner Besetzung in der Lage ist, die ganze Bandbreite dessen, was Blasmusik heute bedeutet, zu erarbeiten und aufzuführen, nämlich von symphonischer Blasmusik über Märsche, von der Polka bis zur Filmmusik.

„Diese Zusammenarbeit ändert aber nichts an der Tatsache, dass jeder der beiden Vereine seine eigene lange und ereignisreiche Geschichte hat”, hob Hero hervor. Eine umfangreiche und toll organisierte Chronik beider Vereine erinnerte im Foyer der Eichenlaubhalle an die zurückliegenden Jahrzehnte umfangreicher Vereinsarbeit. Diese Chronik in Wort und Bild ist in Weiskirchen im Haus des Gastes in den nächsten Wochen noch ausgestellt.



In drei Akten wurde das Jubiläumsjahr gefeiert. Mit dem großen Gala-Konzert des Sinfonischen Blasorchesters St. Wendel mit mehr als 70 Musikern, das zu den Top-Klangkörpern der Region zählt, wurde im Frühjahr in der Hochwaldhalle der Anfang gemacht. Im zweiten Akt wurde die Geschichte der beiden Vereine in den Vordergrund gestellt. Alle Dirigenten der letzten Jahrzehnte haben noch einmal den Taktstock in die Hand genommen und Musikstücke aus ihrer Zeit einstudiert. „Günter Schneider, Heinz Reinert, Markus Linnig, Stefan Wollscheid, Christian Weber, Michael Groß und natürlich Michael Ludwig begeisterten die Musikerinnen und Musiker mit ihrem Spaß an diesem Projekt und schafften es so, jedem der Stücke ihren eigenen musikalischen Stil zu verleihen”, blickte der Vorsitzende auf diesen außergewöhnlichen Konzertabend zurück. Für die Dirigenten und das Orchester werde dieses Revival-Konzert in guter Erinnerung bleiben. Und jetzt stand der dritte Akt an. Hero dankte allen Musikerinnen und Musikern, den Vorständen, allen Helfern und Gönnern der beiden Vereine für ihren enormen Einsatz, der eingebracht werde musste, um dieses Jubiläumsjahr durchzuführen.

Josef Petry, Präsident des Bundes Saarländischer Musikvereine, nahm die Ehrung der langjährigen Musikerinnen und Musiker vor. Sein Dank galt zunächst den Pionieren beider Musikvereine, die trotz wirtschaftlich schlechten Zeiten den Mut hatten, ihr durchaus armseliges Leben und ihre Orte mit Kultur und Musik zu bereichern. „Sie vermittelten damit Freude und ein Gefühl von Gemeinschaft, blickten hoffnungsvoll in die Zukunft”, hob Petry hervor. Und das gemeinsame Musizieren haben die Mitglieder beider Musikvereine im Sinne ihrer Vorfahren und damaligen Idealisten bis in die heutige Zeit beibehalten. Den aktiven Musikerinnen und Musiker des Orchesters dankte Petry für ihr Mitwirken im Blasorchester. „Sie haben alle Spaß an der Musik, opfern sicherlich viel Freizeit für das schöne Hobby und bleiben sie noch recht lange bei der Stange”, sagte Petry, der den Jubilaren Ehrennadeln und Ehrenurkunden überreichte. Umrahmt wurde der Kommers von den Turmbläsern des Musikvereins Weiskirchen, später unterhielten die Wahnbach-Musikanten mit Stimmungsmusik die vielen Gäste.

In der Kolpingkapelle Steinberg wurden ebenfalls langjährige Musiker geehrt.
In der Kolpingkapelle Steinberg wurden ebenfalls langjährige Musiker geehrt. FOTO: Erich Brücker