| 20:09 Uhr

War Zustimmung nur Showeffekt?

KonjunkturprogrammWar Zustimmung nur Showeffekt?Zu: "Gemeinderat Perl beschließt einstimmig Haushalt", SZ vom 30. April

KonjunkturprogrammWar Zustimmung nur Showeffekt?Zu: "Gemeinderat Perl beschließt einstimmig Haushalt", SZ vom 30. April. Als Zuschauer der jüngsten Gemeinderatssitzung in Perl muss man sich wohl fragen: Was war denn das? Da wurde von der CDU-Fraktion ein Konjunkturprogramm für die Gemeinde beantragt, das dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen an den Grundschulen, die Errichtung einer Sportanlage am Schengen-Lyzeum und einiges mehr ermöglicht. Dieser ungewöhnliche Weg bedeutet zwar eine Belastung für den Gemeindehaushalt, aber es wurde von der CDU die Gegenfinanzierung aufgezeigt. Die Oppositionsparteien sahen das aber anders. Dort wurde sogar, wie auch schon in der SZ berichtet, von Bevorteilung des Ortes Perl gesprochen. Die SPD- und FDP-Fraktionen und Bürgermeister Schmitt stellten sich an diesem Abend in Ihrer Argumentation klar gegen das Konjunkturprogramm und damit gegen eine Investition in die Zukunft unserer Gemeinde. Aber dann bei der Abstimmung, welch eine Kehrtwende, keiner stimmte dagegen. Man stimmte dem Haushalt zu. Man frage sich nun: "Passt das ?" Meiner Meinung nach: "Nein!" War das auch nur ein Showeffekt, den man eigentlich der CDU vorgeworfen hatte ? Oder geht es hier vielleicht darum, dass man sich die Dinge so zurechtrückt, wie man sie braucht. Wie sonst kann man denn nun erklären, das sechs Tage später in der Mosella von einer dieser Parteien ein modernes Sportzentrum fürs Schengen-Lyzeum gefordert wird? Hat man die eigene, ablehnende Diskussionen in der Gemeinderatsitzung schon vergessen? Ralf Gottdang, Oberleuken KRÄUTERPÄDAGoGEBerufsperspektive Jodel-DiplomZu: "Kräutergeheimnissen auf der Spur", SZ vom 21. April.Im dem Artikel wird über die neue Ausbildung zur Kräuterpädagogin/zum Kräuterpädagogen ausführlich berichtet und werden auch die besonderen Berufsperspektive herausgestellt. Seit etwa dreißig Jahren bekannt ist das Jodeldiplom, das nach zweijährigem Besuch der Jodelschule erworben wird - insbesondere für Frauen empfohlen, die als Hausfrauen schon beizeiten eine Perspektive für später suchen. Denn eine Frau braucht was Eigenes, insbesondere, wenn die Kinder erst mal aus dem Hause sind. Es war Loriot, der in den siebziger Jahren via TV auf diese Möglichkeit hinwies, unter anderem in seinem legendären Sketch vom Kosakenzipfel.Um nicht missverstanden zu werden: Die Vermittlung von Wissen rund um die Anwendung als Hausmittel und die kulinarische Zubereitung von Heilkräutern ist sicherlich etwas Schönes, Sinnvolles, Wissenswertes und Interessantes. Daraus aber gleich eine Pädagogin oder einen Pädagogen abzuleiten, scheint mir freilich ein klein wenig hoch gegriffen.Immerhin setzt die Ausübung der Pädagogik, so wie sie in unserem Sprachgebrauch verstanden wird, eine umfassende Hochschulausbildung in mehreren Jahren voraus und eine akademische Prüfung, in der auf die Inhalte aus allen Semestern zurückgegriffen wird. Und das Bild vom Pädagogen, der nach solcher Prüfung lebenslang einen bestens dotierten, aber aufwandshalber eher lauen Halbtagsjob bei großzügiger Ferienregelung absolviert, mag ganz gelegentlich noch zutreffen - die Regel ist es sicher keineswegs. Frühere Kommilitoninnen und Kommilitonen, die sich der Pädagogik verschrieben haben, bestätigen mir dies immer wieder - und überaus glaubhaft. Roland Bernd, Merzig Kulturamts-AffäreMedienpräsenz des Dr. Lauer beendenZu: "Da empfehlen sich ganz einfach zwei OB", Leserbrief in der SZ vom 2. Mai.Das von OB Dr. Lauer in der letzten Stadtratssitzung entworfene und von Dr. Ernst Zimmer weiterverfolgte Konzept der Aufteilung der Tätigkeitsfelder des Merziger OB in einen Bereich Organisation (Dr. Lauer) und einen Bereich Vollzug (noch zu benennen) hätte für die Merziger Bürger den erfreulichen Nebeneffekt, die überbordende Medienpräsenz des Dr. Lauer zu beenden, da dieser Teil der Amtsgeschäfte dem Bereich Vollzug zuzuordnen wäre. Dr. M. Bitsch, Merzig TunnelsperrungKüttens Vorstoß kommt zu spätZu: "Sperrung - Albtraum für alle", SZ vom 29. April. Im Prinzip hat Herr Kütten mit seiner Vorstoß betreffend der sehr hohen zusätzlichen Belastung für die Verkehrsteilnehmer und vor allem für die Anwohner der durch die Tunnelsperrungen betroffenen Bürger in den jeweiligen Ortsteilen schon Recht, dass durch die aktuellen Umleitungen die Wohnqualität gefallen und das Gefahrenpotenzial gestiegen ist. Es stimmt mich aber sehr nachdenklich, dass dieser Vorstoß erst jetzt von Herrn Kütten kommt. Warum reagiert Herr Kütten erst jetzt, wo das "Kind schon im Brunnen" liegt? Er hätte mit 100 Prozent Sicherheit als CDU-Fraktionsvorsitzender des Kreistages und als CDU-Landtagsabgeordneter bei Rückfragen an den Landesbetrieb für Straßenbau alle notwendigen Informationen erhalten. Nur: Wer nicht fragt, bekommt keine Antwort. Ebenfalls sind die Arbeitsmaßnahmen am Pellinger-Tunnel und der Brücke in Remich Herrn Kütten bestimmt seit längerem bekannt. Hier entsteht eher der Eindruck, dass die Folgen der Tunnelsperrungen unterschätzt wurden oder dass das Thema ganz einfach von ihm verschlafen wurde. Zu dem Vergleich mit dem Vorgehen in Luxemburg bei Tunnelsperrungen ist auch nur zu erwähnen, dass Herr Kütten hier bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen sollte. Da in Luxemburg schon bei dem Bau der größeren Tunnelröhren an die eventuellen Sperrungen beim Bau des Tunnels gedacht wurde. Es sind die jeweiligen, notwendigen Vorarbeiten und Vorrichtungen mit eingebaut worden, etwa mobile Leitplanken. Zusätzlich schaltet sich jetzt überraschend Jürgen Schreier in dieses Thema mit ein, wobei hier auch nur die Anmerkung gilt, dass Schreier als Politikgröße des Saarlandes und des Landkreises Merzig-Wadern doch ganz bestimmt ebenfalls auf seine Fragen die jeweiligen notwendigen Informationen erhalten hätte. Auch hier gilt: "Wer nicht fragt, bekommt keine Antwort". Dieses Thema ist meiner Meinung nach zu ernst, um es auf dem Rücken der betroffenen Verkehrsteilnehmer und Anwohner für Selbstdarstellungszwecke im Wahlkampf zu benutzen. Stéphane Gassner, Perl