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Wahlsplitter bei den Auszählungen in Losheim und Merzig

Merzig/Loheim : Süße Nervennahrung war schwer gefragt

Abseits von Stimmabgaben und Auszählungen war am Wahlsonntag allerhand los. Randbetrachtungen aus den Wahllokalen im Landkreis.

Der Anruf ereilt SPD-Kreisparteichefin Martina Holzner bei der Auszählung der Stimmen bei der Direktwahl im Merziger Rathaus. „Björn Kondak ist in der Stichwahl“, verkündet sie Freunden die Neuigkeiten. Doch vor lauter Begeisterung hat sie die Prozentzahlen nicht mehr präsent, wie der Bürgermeisterkandidat abgeschnitten hat. Ein weiterer Anruf macht klar: Der SPD-Kandidat erhielt 31,9 Prozent der Stimmen.

Derweil macht sich Holzners Sohn Hannes mit dem Prozedere der Direktwahl vertraut. Neugierig lässt der Achtjährige seine Blicke durch den Sitzungssaal schweifen, in dem die Gäste auf den Ausgang der Bürgermeisterwahl in der Kreisstadt warten, beäugt die Leinwand auf der die Zahlen erscheinen. „Er hat die Vorbereitungen für die Wahlen mitbekommen, hat sich die Plakate und Broschüren angeschaut“, verrät die SPD-Politikerin. Logisch, dass er auch einen Wahlabend miterleben wollte.

Wie freundschaftlich Sieger und Verlierer miteinander umgehen können, beweisen am gleichen Abend die wiedergewählte Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich und ihr unterlegener Herausforderer Stefan Krutten. Das Endergebnis von 62,6 Prozent hat sie im Landratsamt entgegengenommen, dann zieht es sie zu ihrem Parteifreund Marcus Hoffeld, der noch auf die Auszählung der Stimmen im Sitzungssaal des Neues Rathauses wartet. Dort warten auch Sozialdemokrat Krutten und Ehefrau Marina mit Hoffelds Herausforderer Christoph Rehlinger und Lebensgefährtin Judith Balle auf die Auszählung. Als Schlegel-Friedrich, in deren Tross auch Saar-Ministerpräsident Tobias Hans ist, die Treppe zum Sitzungssaal erklommen hat, gratuliert Krutten der Wahlgewinnerin herzlich. „So kennt man ihn“, lobt der Regierungschef den ehemaligen Landtagsabgeordneten.

Zunächst kein Glück, sein Geschenk dem Sohn zu übergeben, hat Horst Hoffeld. Die süße Nervennahrung in der Hand wartet er sehnsüchtig auf den Kandidaten, der es vorzieht, die Auszählung der Stimmen in seinem Büro zu verfolgen. Dann schließlich die zündende Idee: Die Süßigkeiten werden im Bürgermeisterbüro überbracht.

Süße Überraschungen warten auch auf die Wähler, die in Reimsbach in der Mehrzweckhalle ihre Stimme abgeben wollen: In unmittelbarer Nähe zum Wahllokal, im Vereinsraum neben der Halle, bietet der Förderverein der Grundschule in Reimsbach, die in dem direkt an die Halle angrenzenden Gebäude untergebracht ist, einen Kuchenverkauf an. Von 10 bis 16 Uhr reihen sich dort zahlreiche leckere Kuchen aneinander. Einer indes fehlt. Der war im Wahllokal des benachbarten Ortsteiles Oppen gelandet: Am Vormittag hat ihn eine der Anwohnerinnen des Ortes dort vorbeigebracht. Eigentlich habe sie zugesagt, beim Kuchenverkauf im Vereinshaus zu helfen, erklärt sie dem überraschten Oppener Ortsvorsteher Ralf Selzer und seinen Helfern. Aber nun habe sie kurzfristig doch keine Zeit gehabt, und daher wolle sie den Wahlhelfern gerne etwas Gutes tun. Die lassen sich das handgemachte Naschwerk denn auch nur zu gerne schmecken.