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Zwei Hoppeditzen zieren das Rathaus in Wadern zur Fastnacht

Statt Rathaussturm : Hoppeditzen zieren das Rathaus in Wadern

Die Hände in den Schoß legen und über die närrischen Tage so gänzlich nichts zu tun, kam für die Karnevalsgesellschaft Wadern nicht in Frage.

Mit dem Weiber-Donnerstag hat die Hochzeit der närrischen Tage begonnen. Zugleich war dieser Tag für die Karnevalsvereine Signal und Startschuss zugleich, die Ratshäuser der Städte und Gemeinden mit viel närrischem Klamauk zu stürmen, den Bürgermeistern die Macht und Kassen zu entreißen, auf dem Rathaussessel Platz zu nehmen, um die Geschicke in den sogenannten Schlafhäusern zu übernehmen. Nicht so in diesem Jahr. Auch in Wadern fiel der übliche Rathaussturm der Corona-Pandemie zum Opfer, was die übrigen beteiligten Karnevalsvereine aus der Stadt Wadern ebenfalls sehr bedauern. „Unser Brauchtum Faasend kommt mit der Pandemie komplett zum Erliegen, das kann es doch nicht sein“, moniert Stephan Regert, Präsident der ältesten Karnevalsgesellschaft 1897 Mir gen us net Wadern.

Die Hände in den Schoß legen und über die närrischen Tage so gänzlich nichts zu tun sollte aber auch nicht sein. So hat die KG am Weiber-Donnerstag um 15.11 Uhr auf dem Balkon des Rathauses zwei Hoppeditze installiert, dazu die Fahne des Narrenvereins gehisst. Zwischen beiden Narren ist ein Corona-Virus namens Covid-21, Variante KG.1.8.9.7., das von beiden hin und her getrieben wird, mit dem Ziel, doch gänzlich zu verschwinden. „Hoffentlich bald“, wünscht sich sicherlich nicht nur Regert. Sein Rezept: „Das äußerst gefährliche und extrem ansteckende Virus lässt sich mit viel Frohsinn und Humor sowie großen Mengen Alkohol, egal in welcher Form, sehr leicht bekämpfen.“ Bis Aschermittwoch symbolisieren die Hoppeditze zudem die Wadrer Faasend allgemein und im Besonderen die vielen schönen und lustigen Rathausstürme. Gleichzeitig bittet die KG ihre Mitglieder und Mitbürger in der Kernstadt, ihre Häuser und deren Fenstern närrisch mit bunten Luftschlangen, Fahnen und Luftballons zu schmücken. „Auf die ‚Voll für den Arsch-Faasend‘, so ein Pin vieler saarländischer Faasendvereine, trotzdem ein dreifach donnerndes Alleh Hopp“, stößt Regert auf die Wadrer Faasend an.