Auf Charitytour: Zur Krönung ein Abstecher auf die Zugspitze

Auf Charitytour : Zur Krönung ein Abstecher auf die Zugspitze

Sie haben es geschafft: Insgesamt 1058 Kilometer haben Carmen und Stefan Koscheny aus Steinberg auf ihrer Charity-Tour zurückgelegt: 830 Kilometer mit dem Rad und 228 zu Fuß in zehn Etappen. Mit dem Mammutprogramm unterstützt das Ehepaar die Schule des Lichts in Äthiopien.

Die siebte Etappe führte von Schweinfurt nach Rothenburg ob der Tauber: Nach einem geruhsamen Tag brachen wir am nächsten Morgen bei wolkenverhangenem Himmel zur siebten Etappe auf. Wir hatten Glück, es gab während der Tour nur ein paar kurze schwache Schauer. Stefan fuhr auf einem ebenen Radweg am Main entlang und setzte mit einer Fähre über. Von Ochsenfurt aus führte ihn eine ehemalige Bahntrasse Richtung Südosten. Carmen ging zuerst quer durch Wiesen und Felder nach Tauberzell und durchs „Liebliche Taubertal“ nach Rothenburg. Ein unerlässlicher Begleiter bei dieser Charitytour sind Radfahrer- und Wander-Navigationsgeräte. Sie funktionieren wie Autonavis. Man kann den Ton abstellen und gelangt von A nach B auf dem kürzesten und/oder schnellsten Weg. Natürlich könnte man auch Landkarten benutzen, wir aber sind froh, diese Navis nutzen zu können. In Rothenburg besuchten wir den Christkindlmarkt von Käthe Wolfarth. Bemerkenswertes: Der Wetterbericht hat nicht immer recht, und Fähren sind eine gute Alternative zu Brücken.

Die achte Etappe führte von Rothenburg ob der Tauber nach Donauwörth. Beim Start gegen 9 Uhr war der Himmel wolkenverhangen. Es war kühl. Ab zwölf Uhr ging Carmen drei Stunden bei stetigem Regen durch Wälder und über Hügel von Dorf zu Dorf. Bei dem schlechten Wetter waren keine Menschen unterwegs. Stefan radelte von 14 bis 15 Uhr durch starke Regenschauer. Er durchquerte Feuchtwangen, Dinkelsbühl mit der schönsten Altstadt Deutschlands, Nördlingen, fuhr über den 49 Breitengrad und beendete die Tour in Donauwörth. Der Radweg D9 führte auf der Etappe über viele Straßen ohne Radwege. Bemerkenswertes: Carmens neue Regenjacke ist wasserdicht, und zwei Radlerhosen sind besser als eine.

Auf der neunten Etappe ging es von Donauwörth nach Landsberg: Es regnete ununterbrochen heftig vom Start bis zum Ende dieser vorletzten Etappe. In Äthiopien ist Regen ein Segen. Während der Regenzeit kommt es schon mal zu Überflutungen und Erdrutschen, aber dieses Land mit seinen immer größer werdenden Dürreperioden braucht Wasser. Die Menschen brauchen Wasser, sauberes Wasser, weshalb wir schon sieben Wasserfilter PAUL nach Äthiopien gebracht haben. Die Etappe war nicht ganz so lange. Stefan war 72 Kilometer auf gut ausgebauten Radwegen am Lech unterwegs und besichtigte unter anderem die Altstadt von Augsburg. Der Lech hat viele Staustufen mit Wasserkraftwerken. Carmen war 20 Kilometer unterwegs, kam in Scheuring an einem Mühlenrad vorbei. Bis auf eine Schnecke waren keine anderen Tiere zu sehen. Wir beendeten die Etappe patschnass. Anschließend machten wir für unseren Ruhetag mit dem Auto einen Abstecher an den Bodensee zu Freunden. Bemerkenswertes: Nass ist nass, und in Bayern gibt es viele Kirchen.

Die zehnte Etappe führte von Landsberg nach Garmisch-Partenkirchen. An unserem Ruhetag am Bodensee haben wir das Schulmuseum in Friedrichshafen und die Insel Mainau besichtigt. Gut ausgeruht starteten wir voller Elan die letzte Etappe unserer Charitytour für die Schule des Lichts in Äthiopien. Das Wetter war wechselhaft, so dass wir wieder nass wurden. Stefan radelte 73 Kilometer von Landsberg über Schongau nach Graswang an Lech und Ammer vorbei. Carmen wanderte 25 Kiometer von Graswang nach Garmisch-Patenkirchen.

Am Ende des Tages, nach insgesamt 830 Kilometern mit dem Rad und 228 Kilometern zu Fuß in zehn Etappen längs durch Deutschland, machten wir ein Foto vor den Skisprungschanzen in Garmisch.

In den Gassen von Rothenburg. Foto: Carmen und Stefan Koscheny
Carmen und Stefan Koscheny vor der Sprungschanze in Garmisch-Partenkirchen. Foto: Carmen und Stefan Koscheny

Nachdem wir die zehn Etappen beendet hatten, wollten wir die Charitytour für die Schule des Lichts mit der Besteigung der Zugspitze krönen. Morgens um sieben Uhr machten wir uns  durch die Partnachklamm auf den Weg. Diesmal zu zweit und beide zu Fuß. Bis zur Reintalangerhütte auf 1300 Meter war die Strecke bei strahlendem Sonnenschein gut zu bewältigen. Dann ging es in zwei Abschnitten steil bergauf. Zuerst bis zur Knorrhütte in 2052 Metern Höhe, dann zum Ski Alpin auf dem Zugspitzplatt in 2600 Metern Höhe. Die 20 Kilometer mit 1900 Höhenmetern in acht Stunden verlangten uns alles ab. Den atemberaubend schönen Ausblick auf die Alpen haben wir glücklich genossen.

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