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Stadtfest: Zum Jubiläum lassen es die Waderner krachen

Stadtfest : Zum Jubiläum lassen es die Waderner krachen

Charmant und heiter! Sogar das Wetter spielte mit! Mit einem vielseitigen Rahmenprogramm für Kinder und Erwachsene ging das Waderner Stadtfest, der traditionelle „Waderner Maad“, am Wochenende über die Bühne.

Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten standen diesmal zwei Jubiläen: 40 Jahre Stadtwerdung Wadern und 50 Jahre Partnerschaft mit Montmorillon.

Leider musste das Fest dieses Mal, aus familiären Gründen, ohne den Grafen und seine Gemahlin am Freitagabend eröffnet werden. Der „Leiter des Gräflichen Oberamtes“ übernahm diesen Part mit seinem Gefolge, begrüßte die zahlreichen Besucher und übermittelte Glückwünsche für die beiden Städte.

Der Verein für Heimatkunde richtet dieses alljährlich stattfindende Nostalgiefest aus, das auf die Verleihung der Marktrechte im Jahre 1765 zurückgeht. So richtete auch Hanns-Peter Ebert vom Festausschuss Grüße an die Gäste, besonders an die Delegation aus der Partnerstadt Montmorillon, mit Bürgermeister Ernest Colin an der Spitze und dem Schirmherrn des Festes, Monsieur Le Senateur Yves Bouloux, der zehn Jahre Bürgermeister von Montmorillon war.

Seiner Freude über die 50 Jahre bestehende Partnerschaft gab auch Bürgermeister Jochen Kuttler Ausdruck. „Wir möchten mit Freunden zusammen sein und damit die Bande festigen.“ In fließendem Französisch dankte er der Delegation aus Frankreich, dass sie die weite Reise von 770 Kilometern nach Wadern auf sich genommen hat, um das Jubiläum mit den Waderner Freunden gemeinsam zu feiern. Anschließend fungierte er als Dolmetscher bei der Ansprache des Schirmherrn. Mit dem Fassanstich durch Yves Bouloux war der Maad sodann offiziell eröffnet.

Eine sportliche Herausforderung für Kinder und Erwachsene war der Haco-Stadtlauf am Freitag. Am Sonntag hatten ab 13 Uhr alle Geschäfte offen. Auf dem Marktplatz und dem Platz Montmorillon herrschte buntes Treiben. So wurden die Besucher mit Französischen Chansons, fetziger Musik der Musikvereine Morscholz und Buweiler und mehreren Bands sowie Show- und Tanzvorführungen, Folklore, Stelzentheater und Kinderprogramm bestens unterhalten.

Der Bauernmarkt am Samstag und Sonntag zog auch dieses Mal wieder viele Interessierte an. Die Sonderausstellung „Ziemlich beste Freunde“ im Stadtmuseum dokumentiert auf anschauliche Weise die Entstehung und Entwicklung der deutsch-französischen Partnerschaft. Museumsleiterin Christina Pluschke hat dazu zahlreiche Leihgaben und medial übermittelte Erinnerungen zusammengetragen, die jahrzehntelange Begegnungen der beiden Städte aufzeigen. Die Ausstellung wird noch bis zum 19. August zu sehen sein.

Der Festakt im Pfarrsaal wurde umrahmt von „Musique Musette“. Landtagspräsident Stefan Toscani hatte die Schirmherrschaft für Wadern zum deutsch-französischen Jubiläum übernommen, und „dies sehr gerne“, wie er sagte. Er stellte, in Deutsch und Französisch, die Bedeutung und Aufrechterhaltung einer solchen Freundschaft heraus, besonders auch im Hinblick auf eine weite Entfernung. „Solche Partnerschaften sind etwas Wunderbares“, bemerkte er und dankte allen, die dies ermöglicht haben. Helmut Turner vom Partnerschaftskomitee ließ die Geschichte der Jumelage von den Anfängen bis heute Revue passieren, und dies auch in bestem Französisch. Demnach wurden die Partnerschaftsverträge am 16. Juni 1968 in Wadern und am 13. Oktober 1968 in Montmorillon geschlossen. Am 10. Juni 1973 schloss sich Noswendel an.

Auch der französische Bürgermeister Ernest Colin und sein Vorgänger, Schirmherr Monsieur Le Senateur Yves Bouloux, deren Reden Bernd Schröder übersetzte, lobten die Städtepartnerschaft, die vielen Begegnungen über die Jahre und die freundliche Aufnahme in Wadern. Sie wünschten sich dies noch über viele Jahre hinweg.

Jochen Kuttler bedankte sich bei seinen Vorgängern und den vielen Ehrenamtlichen, die sich für die Städtepartnerschaft zwischen Wadern und Montmorillon engagiert haben und weiter engagieren: „Ich hoffe auf eine gute Zukunft und darauf, dass sich auch weiterhin Menschen für eine deutsch-französische Freundschaft begeistern“, sagte der Verwaltungschef.