| 20:40 Uhr

Wadern
Zum 50. Mal Mahnwache für neue Klinik

Mit einem großen Aufgebot war die BI Nordsaarlandklinik bei der mittlerweile schon 50. Mahnwache am Laurentiusmarkt am Kirmesdienstag in Wadern vertreten.
Mit einem großen Aufgebot war die BI Nordsaarlandklinik bei der mittlerweile schon 50. Mahnwache am Laurentiusmarkt am Kirmesdienstag in Wadern vertreten. FOTO: Erich Brücker
Wadern. Seit Juli 2017 setzt sich eine Bürgerinitiative in Wadern jede Woche für ein neues Krankenhaus im Hochwald ein. Die BI hat stetigen Zulauf.

Einen entscheidenden Erfolg im Hinblick auf ihre Forderung einer entsprechenden Klinik zur ärztlichen Versorgung der Hochwaldbevölkerung konnte die Bürgerinitiative (BI) Nordsaarlandklink zwar noch nicht erzielen, wohl aber mit ihrer Mahnwache auf dem Waderner Laurentiusmarkt ein kleines Jubiläum verzeichnen. Es war nämlich die 50. Mahnwache, mit der wieder viele besorgte Menschen angesprochen wurden, die sich mit den Zielen der BI identifizieren.


„Normalerweise tritt die Bürgerinitiative nur jeden Freitag auf dem Waderner Wochenmarkt auf. Für die Einbeziehung des Laurentiusmarktes sprach jedoch die Überlegung, dass dieser Monatsmarkt in Verbindung mit der Waderner Kirmes sehr viele Besucher anlockt“, nannte BI-Sprecher Bernd Schröder den Grund für die außerplanmäßige Gelegenheit zum Diskutieren mit den Passanten und zur Anwerbung weiterer Mitglieder. Inzwischen gehören 540 Mitglieder der BI an.

Vor mehr als einem Jahr, am 28. Juli, fand die erste Mahnwache statt. Für die Monate September und Oktober sind bereits die freitäglichen Mahnwachen beim Kreisordnungsamt angemeldet. Die Saarbrücker Zeitung hat der jüngsten Mahnwache einen Besuch abgestattet und sich umgehört wie die Stimmungslage derzeit ist. „Unsere Politiker in Saarbrücken kennen nur die Grenzen des Saarlandes, wie sie vor 70 Jahren etwa waren. Nur bei Wahlen kommen sie schon mal in den Hochwald, aber nur zum Stimmenfang“, regte sich Peter Kerl aus Weiskirchen auf. „Geld- und Zeitverschwendung“ schimpfte Liane Gimmler aus Wadern. Und präzisierte: Wenn bei einem Notfall in der unmittelbaren Nachbarschaft in einem der noch verbliebenen Krankenhäuser gesucht werden muss, ob noch Platz in der Notaufnahme ist. „Aber im südlichen Saarland sind die Krankenhäuser wie an einer Perlenschnur aufgereiht“, monierte sie. Auf die Politiker aus dem Hochwald, von denen nur ganz wenige in der BI Mitglied sind, hat sich Matthias Wagner aus Wadern eingeschossen: „Die übrigen Hochwaldpolitiker, egal welcher Couleur, interessieren sich nicht merklich für unser Bestreben nach einer Nordsaarlandklinik. Überparteilich müssten sie sich doch für uns in Saarbrücken einbringen, damit die große Benachteiligung in der Akutversorgung behoben werden kann.“



BI-Sprecher Schröder durfte einige weitere Mitgliedsanträge in seine Tasche stecken, unter anderem den der Weiskircher CDU-Landtagsabgeordneten und Kreisvorsitzenden Helma Kuhn-Theis. Oder auch den Antrag von Manfred Ludwig aus Büschfeld. „Ich finde es gut und richtig, wie die BI ihre Forderung nach einer Nordsaarlandklinik geltend macht“, begründete Ludwig seine Unterstützung.

Auch Bürgermeister Jochen Kuttler hatte sich die Zeit genommen und war vor Ort. Er betonte, dass das Engagement der Bürgerinitiative gar nicht hoch genug einzuschätzen ist. „Die Menschen machen sich neben ihrem direkten und unermüdlichen Einsatz für eine Nordsaarlandklinik auch für ein ganz grundsätzliches Umdenken in der Gesundheitspolitik im Saarland stark, und das bereits über ein Jahr hinweg. Das hat Anerkennung und Achtung verdient.“ Der Verwaltungschef erinnerte aber auch daran, dass die große Politik ständig einen mündigen Bürger fordert, der sich einmischt. „Genau das tun die Mitglieder der BI. Sie unterstützen damit nicht nur das Engagement von Stadtverwaltung und Rat nach Kräften, sie zeigen vielmehr auch neue Wege auf, wie die medizinische Versorgung im ländlichen Raum auf neue Füße gestellt werden kann.“