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Futsal
Wollscheid holt mit den Warriors den Titel

Der FC Warriors Saar wurde in Kirchheim überraschend südwestdeutscher Meister im Futsal. Als nächstes steht nun im April der DFB-Cup an, quasi die deutsche Futsal-Meisterschaft.
Der FC Warriors Saar wurde in Kirchheim überraschend südwestdeutscher Meister im Futsal. Als nächstes steht nun im April der DFB-Cup an, quasi die deutsche Futsal-Meisterschaft. FOTO: SFV
Kirchberg/Primstal/Morscholz. Der FC Warriors Saar hat die südwestdeutschen Meisterschaften im Futsal gewonnen und sich damit für das Viertelfinale des DFB-Cups qualifiziert. Auch dank Ex-Nationalspieler Philipp Wollscheid. Von Philipp Semmler

Sonntagabend um kurz nach 18 Uhr in Kirchberg (Hunsrück): Im Finale der Futsal-Regionalmeisterschaft steht es zwischen der favorisierten TSG Bretzenheim und dem FC Warriors Saar 0:0. Die Warriors spielen einen langen Ball auf ihren prominentesten Spieler im Team – Ex-Nationalspieler Philipp Wollscheid.


Der 28-Jährige nimmt die Kugel gekonnt an und ballert sie aus der Drehung unhaltbar zum 1:0 für die Saarländer ins Netz. Nach diesem sehenswerten Treffer ist der Jubel auf der Tribüne beim mitgereisten Anhang der Warriors riesengroß. Dabei hatte Wollscheid zuvor noch so seine Probleme mit dem Ball gehabt. Der ist bei Futsal nämlich im Vergleich zum normalen Hallenfußball sprungreduziert und kleiner. „Ich habe ja vorher noch nie Futsal gespielt – und der Ball ist schon gewöhnungsbedürftig. Das hat man im ersten Spiel auch gemerkt“, erzählt der Morscholzer lachend. „Aber dann wurde es immer besser und hat Riesenspaß gemacht.“

Nach Wollscheids Führungstreffer waren die Warriors im Endspiel nicht mehr zu halten: Dank dreier verwandelter Zehn-Meter-Strafstöße von Nico Portz (SV Wahlen-Niederlosheim) und einem Treffer von Tobias Scherer (VfL Primstal) schraubte der neue Südwestmeister das Ergebnis auf 5:0 in die Höhe. Dass Bretzenheim Sekunden vor der Schluss-Sirene noch auf 1:5 verkürzte, hatte nur noch statistischen Wert.



„Wir haben in allen Partien überragend gespielt und sind außer im Finale immer ohne Gegentor geblieben. Die Freude über den Titel ist riesig“, jubelte Warriors Spielertrainer Thorsten Schütte. „Wir wollten das Ding gewinnen – und das ist uns sehr souverän gelungen“, meinte auch Wollscheid strahlend.

Dass der Morscholzer, der schon in der Bundesliga, der Premier League, der Champions-League und in der Nationalmannschaft spielte, für die „Warriors“ auf dem Feld stand, ergab sich dabei eher zufällig. „Ich stand mit Thorsten Schütte in Kontakt, weil ich mich in den nächsten Monaten beim FC Noswendel Wadern im Training fithalten will“, berichtet der 28-Jährige.

Der FC ist jener Club, bei dem der Morscholzer seine Laufbahn im Aktiven-Bereich startete. „Thorsten hat gefragt, ob ich auch beim Futsal mitspielen möchte.“ Wollscheid sagte zu – und holte mit dem Team den Titel.

Der ehemalige Erstliga-Kicker will sich in den kommenden Wochen zu Hause fithalten, weil er seit der Winterpause vereinslos ist. Wollscheid und der französische Erstligist FC Metz einigten sich vor einigen Wochen darauf, den Arbeitsvertrag des Saarländers vorläufig aufzulösen (wir berichteten).

Wollscheid war erst im August 2017 von Stoke City zum aktuellen Schlusslicht der Ligue 1 gewechselt, bestritt aber nur ein Spiel im Ligapokal für die Franzosen. „Dass es dort nicht so gepasst hat, war ja offensichtlich“, sagt der 28-Jährige. „Deshalb haben wir uns getrennt. Ich hätte den Vertrag auch aussitzen können, aber das ist nicht meine Art.“ Wollscheids Vertrag war ursprünglich bis Sommer 2020 datiert.

Nach der Vertragsauflösung in Metz durfte Wollscheid gemäß den Verbandsregularien im Winter nicht zu einem anderen Verein wechseln, da man in einer Saison nur für zwei verschiedene Clubs Pflichtspiele bestreiten darf. Wollscheid lief in der aktuellen Runde bereits für Stoke und Metz auf. Deshalb darf er erst zur Spielzeit 2018/19 wieder für einen neuen Verein die Schuhe schnüren.

„Bis dahin genieße ich jetzt die freie Zeit, die ich in den letzten zehn Jahren ja kaum hatte“, sagt der Defensivspieler. Ob er danach wieder in den Profisport einsteigt, oder fußballerisch kürzer tritt, ist noch völlig offen. Wollscheid: „Bis Sommer ist ja noch etwas Zeit. Man wird sehen, was sich ergibt. Eine Tendenz habe ich derzeit wirklich noch nicht.“

So hätte Wollscheid auf jeden Fall im April Zeit, wieder das Futsal-Trikot des FC Warriors Saar überzustreifen. Denn durch den Sieg bei der Südwest-Meisterschaft qualifizierte sich der in Lebach beheimatete Club für das Viertelfinale des DFB-Futsal-Cups, quasi der deutschen Meisterschaft. Gegen wen die Warriors dort antreten müssen, steht noch nicht fest.