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| 20:07 Uhr

Wo Willkür und Gewalt herrschten

Das Dokumentationshaus in Hinzert wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Foto: SZ
Das Dokumentationshaus in Hinzert wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Foto: SZ
Losheim/Wadern. "Ich kann es nicht begreifen, dass Menschen zu so etwas fähig sind". Dies schreibt Emely. B., Firmling aus Steinberg, nach einem gemeinsamen Besuch des SS-Sonderlagers Hinzert-Pölert. 25 Firmlinge und Katechetinnen aus dem Hochwald machten sich auf den Weg, um sich einer schrecklichen Epoche der deutschen Geschichte auszusetzen

Losheim/Wadern. "Ich kann es nicht begreifen, dass Menschen zu so etwas fähig sind". Dies schreibt Emely. B., Firmling aus Steinberg, nach einem gemeinsamen Besuch des SS-Sonderlagers Hinzert-Pölert. 25 Firmlinge und Katechetinnen aus dem Hochwald machten sich auf den Weg, um sich einer schrecklichen Epoche der deutschen Geschichte auszusetzen. Als die Jugendlichen aus dem Bus ausstiegen, waren sie zuerst irritiert. "Ich fand es ziemlich überraschend, weil die Gegend so friedlich war." sagt später Marius E. Von dem Lager ist nichts übrig geblieben. Die Gruppe kann nur einen Friedhof, eine Kapelle und ein seltsames Gebäude erkennen. Dieses seltsam geformte Bauwerk birgt ein Museum, das vor einigen Jahren eingerichtet wurde, damit die schreckliche Geschichte um das Sonderlager nicht vergessen wird. "Die Rostflecken auf dem Gebäude sollen wie nicht heilende Wunden sein", so Reinhart Steffen, der sehr anschaulich den Jugendlichen näher bringt, was hier damals geschehen ist. Die Jugendlichen hören mit sehr ernsten Gesichtern vom Alltag der Häftlinge, der Willkür und der täglichen Gewalt der Aufpasser, dass 13 000 Menschen durch diese Hölle mussten, viele ließen hier ihr Leben. Aufmerksam werden sie, als berichtet wird, wie unterschiedlich die damaligen Anwohner mit den Häftlingen umgegangen sind. "Mitten durch das Lager ging der Weg nach Beuren. Einige haben Steine auf die Häftlinge geworfen. Andere trauten sich, etwas Brot oder einen Eimer mit Wasser dazulassen." erzählt der Pädagoge. Nach einem abschließenden Gebet fährt die Gruppe wieder nach Hause. Auf der Heimreise werden sie von Pastoralreferent Stuhlträger eingeladen, in ein Buch ihre Erfahrungen und Gedanken zu schreiben. Viola B. schreibt dort: "Ich hoffe, dass das nie wieder passiert." Die Fahrt erfolgte im Rahmen des Projektes "Kunst gegen Gewalt und Rassismus" und wurde gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) mit dem Programm "Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie". red