Widerstand formiert sich

In der heutigen Ratssitzung geht es darum, wie die Stadt ihren sachlichen Teilflächennutzungsplan neu gestalten soll, nachdem der geplante Windpark auf dem Wenzelstein für Diskussionen gesorgt hat.

Der umstrittene Windpark auf dem Wenzelstein nahe den Löstertal-Dörfern beschäftigt heute Abend wieder den Waderner Stadtrat - wenn auch eher indirekt. Derweil formiert sich der Widerstand gegen das Vorhaben bei den Anwohnern der betroffenen Ortschaften: Sie arbeiten daran, eine Bürgerinitiative gegen den Windpark zu gründen.

Am 10. Oktober 2016 hat der Stadtrat Wadern den Beschluss gefasst, den Bauantrag der Firma ABO Wind auf die Errichtung von sechs Windkraftanlagen im Bereich Wenzelstein im Stadtteil Lockweiler zurückzustellen. Ferner hat er seinerzeit das Einvernehmen der Stadt zum Bauantrag versagt, weil die vorgesehene Fläche im aktuellen sachlichen Teilflächennutzungsplan Wind (sTFNP Wind ) nicht als Konzentrationszone ausgewiesen ist.

In der Ratssitzung am heutigen Donnerstag geht es nun darum, wie die Stadt ihren sachlichen Teilflächennutzungsplan neu gestalten soll. Denn gegen den aktuell gültigen Plan läuft eine Klage, die nach den Worten des Waderner Bürgermeisters Jochen Kuttler (Pro Hochwald) gute Aussichten auf Erfolg hat. In dem Plan sind zudem einige weitreichende rechtliche Änderungen, die sich in Bezug auf Windkraftnutzung in den letzten Jahren ergeben haben, noch nicht berücksichtigt. Die soll mit der nun angestrebten ersten Änderung des Planungswerkes korrigiert werden. Bürgermeister Kuttler erklärt im SZ-Interview (siehe Seite C5): "Der Stadtrat berät über die Frage, welche Abstände zu Wohnbauflächen, zu Mischgebieten, zu Krankenhäusern, Gewerbegebieten et cetera er für die weitere Planung zugrunde legen will." Indirekt betreffe dies auch das Projekt Wenzelstein, zumal nach Kuttlers Worten auch die rund 60 Anregungen von Bürgern, die während der frühzeitigen Bürgerbeteiligung zu diesem Projekt eingereicht wurden, in die Überlegungen des Rates einfließen sollen.

Für ein anderes Windkraftprojekt hat der Stadtrat in seiner Sitzung am 10. Oktober indes grünes Licht gegeben: Damals hat der Rat dem Bauantrag der VSE auf Errichtung von bis zur vier Windrädern in Wadrill-Felsenberg seine Zustimmung erteilt. Die dort in Frage kommende Fläche wurde im seit 2013 und aktuell noch immer gültigen Flächennutzungsplan bereits als Konzentrationszone ausgewiesen. Die Windkraftanlagen, die in Wadrill in unmittelbarer Nachbarschaft zum Sitzerather Windpark Benkelberg errichtet werden sollen, sind mit 212 Metern Gesamthöhe geplant. Der Abstand zur nächsten Wohnbebauung beträgt zirka 1160 Meter. > : Interview und weiterer Bericht.

Zum Thema:

Hintergrund In der Diskussion um Windkraft-Projekte hat der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) sich für einen "naturverträglichen Ausbau der Windkraftnutzung" ausgesprochen. BUND-Landesvorsitzender Christoph Hassel: "Werden bestimmte ökologische Leitplanken eingehalten, müssen sich Windkraftnutzung und natur-/Umweltschutz nicht widersprechen." Auch den Bau von Windrädern auf Waldflächen lehne der Verband "nicht grundsätzlich ab", betont Hassel und warnt vor "Panikmache". So müsse für jedes Windrad, das im Wald errichtet werde, an anderer Stelle zum Ausgleich aufgeforstet werden. Die Gesamt-Waldfläche verringere sich durch den Bau von Windrädern nicht. cbe