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Weltrekordleser Stefan Gemmel war auch am Hochwald-Gymnasium

Autor Stefan Gemmel
Autor Stefan Gemmel
Wadern. Aus seinem neusten Buch „Im Zeichen der Zauberkugel“ las Stefan Gemmel im Hochwald-Gymnasium Wadern vor. Die Klasse 6a bereitete die Zuhörer auf den Auftritt des Autors vor und hatte noch eine besondere Idee für ihre neuen syrischen Mitschüler. red

Bei seinem Rekordversuch, der schnellsten Autoren-Lesereise der Welt, hat Stefan Gemmel neben 79 anderen Städten und Schulen auch einen Stopp in der Aula des Hochwald- Gymnasiums in Wadern gemacht und dort aus seinem neuesten Buch "Im Zeichen der Zauberkugel" gelesen. Streng nach den Regeln des Rekord-Institutes Deutschland hat der Autor dabei genau 60 Minuten auf der Bühne verbracht, die Geschichte um Alex und seinen verschwundenen Großvater präsentiert und Auszüge aus dem Buch vorgelesen.

Mitmachen ist angesagt



Dabei war dies keine klassische Lesung, bei der die rund 200 erschienenen Kinder und Erwachsenen auf den Zuschauerrängen still in ihren Bänken saßen und zuhörten: Wenn Stefan Gemmel kommt, bedeutet dies Action und Mitmachen für alle Besucher. So durften die Kinder Fragen stellen, auf die Bühne kommen und lautstark mitfiebern. Die Klasse 6a spielte im Vorfeld dieser Lesung eine besondere Rolle: Ihnen kam die Aufgabe zu, das Publikum vor der Ankunft des Weltrekordlesers auf die Thematik des Buches vorzubereiten. Dabei hatten sie die Idee, auch die Ankunft ihrer neuen syrischen Mitschüler in ihren Auftritt zu integrieren. Sahlarami Ben Ibdul Haram-Cham-Cham ist eine der Hauptfiguren in Stefan Gemmels Buch "Im Zeichen der Zauberkugel". Er ist ein Geist, der dem Wünsche erfüllen kann, der mit seiner Zauberkugel in der Hand diesen Spruch aufsagt. "In mir erwacht meine magische Macht/ durch dich, den Besitzer der Kugel, entfacht./ Ich lasse geschehen, was als Wunsch ich vernahm,/ ich, Sahlarami Ben Ibdul Haram-Cham-Cham."

Deshalb haben die Schüler der Klasse 6a genau diesen Zauberspruch ausgewählt, um daraus ein kleines Stück zu konzipieren, in dem sie ihre Wünsche für die neuen syrischen Mitschüler formulieren konnten. Dabei haben sie den vierzeiligen Zauberspruch in alle Sprachen übersetzt, die sie oder Bekannte und Verwandte kannten: englisch, französisch, finnisch, polnisch, portugiesisch, spanisch und sogar japanisch wurde gesprochen und das jeweilige Land durch typische Landestrachten dargestellt.

Rassismus hat keine Chance

So wollten sie symbolisieren, dass ihre Klasse international ist und denkt und Rassismus hier keine Chance hat. Ob die syrischen Mitschüler nun Deutsch lernen, neue Freunde oder sogar eine neue Heimat in Deutschland finden, hängt allerdings nicht nur davon ab, ob Sahli die Wünsche wirklich erfüllen kann. Auch die Schüler und Lehrer des HWG tun nach eigenem Bekunden ihr Möglichstes, um diesen Kindern eine neue Zukunft zu ermöglichen.

Die Klasse 6a trug einen „Zauberspruch“ in vielen verschiedenen Sprachen vor. Fotos: Schule/Erwin Didas
Die Klasse 6a trug einen „Zauberspruch“ in vielen verschiedenen Sprachen vor. Fotos: Schule/Erwin Didas