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Kreistag verabschiedet Resolution zum Waderner Krankenhaus: Weiteres Unheil von der Region abwehren

Kreistag verabschiedet Resolution zum Waderner Krankenhaus : Weiteres Unheil von der Region abwehren

Kreistag verabschiedete in seiner jüngsten Sitzung Resolution zur geplanten Schließung des Krankenhauses in Wadern.

Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich drückte in der Kreistagssitzung noch einmal ihr Entsetzen aus, dass die Marienhaus GmbH ohne Vorwarnung mit so kurzer Frist bis zum Jahresende die Schließung des Krankenhauses verkündet hat. Im Kern geht die Resolution auf die überraschende Entscheidung des Krankenhausträgers und die daraus entstehenden Folgen ein. Der Kreistag bedauert, dass die Marienhaus GmbH es am Standort Wadern in den vergangenen Jahren versäumte, Investitionen vor allem in Spezialisierungen vorzunehmen und den Standort damit zu stärken. Es wird die Vorlage eines zukunftsfähigen Konzepts zur Sicherstellung der Gesundheitsversorgung im Hochwaldraum und eine Bestandsgarantie für die Klinik  in Losheim, mindestens mit den Abteilungen Konservative Orthopädie und Innere Medizin, erwartet.

Die Landesregierung wird in der Resolution des Kreistages aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dass professionelle medizinische Dienstleistungen für die Bevölkerung im nördlichen Raum des Landkreises vorgehalten werden. Dies gelte insbesondere für die Notfallversorgung und die Versorgung am Wochenende. Der Rettungsweg für Notärzte und Krankenwagen aus den umliegenden Krankenhäusern sei hierfür schlicht zu lang, ergänzte Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich. Der Kreistag begrüßt die Gründung einer Task Force -  in der die Landrätin mittlerweile auch Mitglied ist - durch das Gesundheitsministerium und die Einbindung der zuständigen Experten. Er fordert die Verantwortlichen auf, alternative Trägerschaften intensiv zu prüfen und auch die Kooperation mit dem SHG-Klinikum in Merzig zu suchen. Bei einer Schließung des Krankenhauses in Wadern verbleibt die SHG als größter Krankenhausträger im Landkreis. Eine stärkere Kooperation mit diesem Träger und ein stärkeres Engagement der SHG in der Fläche sind deshalb aus Sicht des Landkreises gegenüber möglichen Patientenbewegungen nach Hermeskeil oder Lebach vorzuziehen, heben die Fraktionen des Kreistages hervor. Die Landrätin  betonte, es sei wichtig, von Seiten des Kreistages klar zu äußern, dass das Vorgehen der Marienhaus GmbH auf Unverständnis seitens der Lokalpolitik trifft, und dass man Maßnahmen erwarte, die zumindest die Akutversorgung der Bürger im Hochwaldraum sicherstellt.

Die Landesregierung sei hierbei ein wichtiger Partner und sie sei froh, dass das Gesundheitsministerium unmittelbar, nachdem die Ministerin informiert worden sei, die Federführung zur Klärung der vielen offenen Fragen übernommen habe. Daniela Schlegel-Friedrich ergänzte zur Arbeit der Task-Force: „Ich habe den Eindruck, dass die meisten Probleme erkannt sind, und dass mit Hochdruck an einer tragfähigen Lösung gearbeitet wird.“

Die Schließung des Krankenhauses in Wadern habe allerdings nicht nur Auswirkungen auf den Hochwaldraum, sondern auch auf den übrigen Landkreis. Der gesamte ländliche Raum leide unter den gesundheitspolitischen Vorgaben der Bundesebene, nach denen nur Krankenhäuser mit großen Fallzahlen und schweren Fällen ausreichend Erlöse erzielen, um zu überleben. Die medizinische Grundversorgung sei deshalb in ländlichen Gebieten besonders gefährdet. Die Resolution sei wichtig und notwendig, um weiteres Unheil von der Region abzuwehren und Problemdruck für Politiker aufzubauen, die im Land oder im Bund Möglichkeiten haben, Korrekturen in der Gesundheitspolitik einzufordern oder gar zu initiieren.

Die Resolution wurde vom Kreistag nach eingehender Diskussion der wichtigsten Aspekte einstimmig verabschiedet. Im Rahmen der Aussprache machte der Waderner Kreisverordnete  Jörg Heckmann (CDU) die Betroffenheit der Bürger in Wadern und ihre Erwartungen an die verantwortlichen Akteure noch einmal deutlich. Für die SPD-Fraktion schlossen sich Evi Maringer und Siegfried Gruber dieser Auffassung  an, und auch Dagmar Ensch-Engel (Linke) und Frank Wagner (CDU) plädierten dafür, sich insbesondere bei der Notfallrettung intensiv einzubringen.