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Besuch am HWG
Weihbischof steht Rede und Antwort

Sichtlich wohl fühlte sich Weihbischof Robert Brahm unter den Schülerinnen und Schüler des Hochwald-Gymnasiums. Der Geistliche stand ihnen bereitwillig Rede und Antwort.
Sichtlich wohl fühlte sich Weihbischof Robert Brahm unter den Schülerinnen und Schüler des Hochwald-Gymnasiums. Der Geistliche stand ihnen bereitwillig Rede und Antwort. FOTO: Erich Brücker
Wadern. Robert Brahm hat das Hochwald-Gymnasium in Wadern besucht. Dort bot er Schülern mehrerer Klassen eine etwas andere Religionsstunde. Von Erich Brücker

Mit Weihbischof Robert Brahm hatten etwa 50 Schülerinnen und Schüler der neunten, elften und zwölften Klassen des Waderner Hochwald-Gymnasiums einen nicht alltäglichen Besuch. „Schon längere Zeit ist es her, dass ich hier in Wadern war. Von daher freue ich mich, dass es mit dem heutigen Besuch wieder mal geklappt hat, denn für mich ist es wichtig, mit jungen Menschen nicht nur bei der Firmung zusammenzukommen und zu erfahren, was sie im alltäglichen Leben motiviert“, zeigte sich der Bischof sichtlich froh gelaunt über die etwas andere „Religionsstunde“, nachdem er von Lehrerin Dr. Tina Schweitzer begrüßt und vorgestellt worden war.


Zunächst waren aber die Schüler an der Reihe. Niklas Buchheit und Jonas Herrmann stellten mittels einer Power-Point-Präsentation ihr Schülerprojekt „Bau eines Schmelzofens und Gießen einer Bronzeglocke“ vor. Mit diesem Projekt hatten sich die Schüler bei „Jugend forscht“ beteiligt. Zunächst hatten sie einen kleineren Schmelzofen entworfen und gebaut, der aber noch Unzulänglichkeiten preisgab. Mit dem größeren, der 2300 Grad erreichen kann und 400 Kilogramm schwer ist, war es dann möglich, mit 180 Kilogramm Koks stattliche 65 Kilo Bronze zu schmelzen. In zwei Güssen haben die Schüler eine 60-Kilo-Glocke hergestellt.

Leonie Schuh, ebenfalls neunte Klasse, stellte das Projekt „Faire Schulklasse – Klasse des Fairen Handels“ vor, mit dem sich die Schulklasse an der Fairtrade-Initiative Saarbrücken beteiligt. Das Interesse von Schulklassen und Kursen wird ausgezeichnet, die sich in vorbildlicher Weise für den Fairen Handel engagieren. Themenaspekte des Fairen Handels werden im Schulunterricht behandelt, entsprechende Aktionen werden durchgeführt und die Öffentlichkeit wird über diese Tätigkeiten unterrichtet, damit sich der Fairtrade-Gedanke auch in Familie und Schule verbreitet. Abschließend boten dann Leonie Vogel, Marie Witt und Johanna Laux (alle 9b) einen Mango-Lassi aus fair gehandelten Zutaten an, der zuvor selbst gemacht wurde. Ein erfrischendes Getränk, das dem Weihbischof ebenso schmeckte wie allen Schülern und Lehrern.



„Ich finde es gut, dass sich junge Menschen trauen, etwas in Theorie und Praxis anzupacken, denn solche Projekte stärken das Miteinander“, zeigte er sich nicht nur beeindruckt vom Projekt der „HWGießer“, sondern spendete den Mädchen ebenso ein dickes Lob für ihr Engagement und drückte ihnen seinen Daumen, dass sie das Fairtrade-Siegel für die Schule erhalten.

Im abschließenden durchaus intensiven Frage-und-Antwort-Spiel musste der Weihbischof über seine Arbeit und Zuständigkeitsbereiche im Bistum Auskunft geben, wobei rund 3000 Firmungen pro Jahr ein Schwerpunkt neben unzähligen korrespondierenden und innerkirchlichen Gesprächen mit den Pfarreien und Priestern darstellen. Mit Fragen, warum er Priester wurde, zu Zölibat, Ehe für Priester, Frauen ins Priesteramt, Einstellung zu anderen Religionen und Konfessionen, Kirchenaustritte, Leben nach dem Tod, Glaube und Nächstenliebe, aber auch zu allgemein interessierenden Themen wie Internet wurde der Weihbischof gelöchert, wusste aber zur Zufriedenheit der Schüler stets passende und aussagekräftige Antworten. „Das war durchaus eine spannende Religionsstunde, ich habe auch von euch etwas gelernt“, verabschiedete sich Bischof Brahm von den HWG-Schülerinnen und -Schülern zum nächsten Termin.