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Leserbrief
Weg vom Kirchturmdenken

Nordsaarlandklinik

Große Zustimmung findet derzeit im Hochwald der Kommentar von SZ-Lokalredakteur Christian Beckinger zum Thema „Krankenhausplan/Nordsaarlandklinik“. Er bezeichnet den Ablauf und Umsetzung der Schließung des Waderner Krankenhauses mit falscher Einschätzung des zukünftigen Bettenbedarfs und der gewährten Schützenhilfe durch das Gesundheitsministerium zum Erreichen eines Millionenzuschusses aus einem Bundesfonds für den ehemaligen Krankenhausträger als eine Paradoxie, die kaum noch zu überbieten sei. Eigentlich müssten die Menschen in Wadern und Umgebung vor Wut die Wand hochgehen, angesichts dieser offenkundigen Verhohnepiepelung, so Herr Beckinger.


Wut und Ärger über die Geschehnisse zum kompletten Abbau der akuten Krankenhausversorgung im Nordsaarland kann derzeit im ganzen Hochwald festgestellt werden, machten doch schon viele Bürger mit den Nachteilen der weit entfernten und überwiegend nur noch im Süden unseres Landes gesicherten Akutversorgung Bekanntschaft. Erbost zeigt sich die Bevölkerung in der Diskussion der Krankenhaussituation unter anderem bei den Mahnwachen über das Fehlen eines parteiübergreifenden Engagements unserer Volksvertreter in der Angelegenheit, insbesondere bei den unsere Landesregierung tragenden Parteien. Eine unverbindliche Nennung einer Nordsaarlandklinik im Krankenhausplan unter vagen Voraussetzungen ist nicht der Weg. Sondern eine schnelle Sicherstellung einer Versorgung mit chirurgischem OP, Herzkatheter-OP, Schlaganfallversorgung und zeitnahen Laborleistungen ist gefragt. Nur so hat der Bürger im Nordsaarland eine mit dem Süden vergleichbar gute Chance im lebensbedrohenden Notfall. Hierzu gehört auch das Ablegen von Kirchturmdenken. Die Gemeinden des Hochwaldes sollten gemeinsam engagiert für die schnelle Realisierung der Nordsaarlandklinik eintreten. Der Aufbau von Ängsten, in Losheim, Merzig und St. Wendel müssten Betten für diese Nordsaarlandklinik abgeben werden, ist unbegründet, stellen die im Saarland künftig benötigten weiteren 500 Betten eine ausreichende Verteilmasse dar. Übrigens, solches Kirchturmdenken fördert nur die Freude im schon überversorgten südlichen Saarland. Wie ernst es den Hochwäldern ist, zeigt auch der rege Zuwachs an Mitgliedern im Verein der Bürgerinitiative Nordsaarlandklinik. In kurzer Zeit sind bereits weit über 300 Bürger Mitglied geworden, wobei der Zulauf ungebrochen ist. Der von Herrn Beckinger gebrachte Vergleich mit den Mineralölkonzernen und der angesprochene notwendige Auftritt eines neuen Akteurs in der saarländischen Krankenhauslandschaft, um das traurige Miteinander der Träger untereinander und die Kuschelrunden mit dem zuständigen Ministerium ein wenig aufzumischen, wird von den meisten Bürgern eben so gesehen. Ich könnte mir aber auch unseren Ministerpräsidenten Tobias Hans als neuen Akteur in der Sache vorstellen, der vor Tagen versprochen hatte, sich besonders den Problemen in unserem Lande zu stellen und anzunehmen.