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Saarlandpokal
Weber schießt Noswendel ins Halbfinale

Freudentaumel beim FC Noswendel Wadern: Die Spieler des Verbandsligisten feiern den erstmaligen Einzug ins Halbfinale des Saarlandpokals. Favorit Köllerbach erlebte dagegen buchstäblich sein blaues Wunder.
Freudentaumel beim FC Noswendel Wadern: Die Spieler des Verbandsligisten feiern den erstmaligen Einzug ins Halbfinale des Saarlandpokals. Favorit Köllerbach erlebte dagegen buchstäblich sein blaues Wunder. FOTO: B&K / Bonenberger/
Hasborn. Fußball-Verbandsligist FC Noswendel Wadern ist erstmals in seiner Vereinsgeschichte ins Saarlandpokal-Halbfinale ein- gezogen. Der FC bezwang im Viertelfinal-Wiederholungsspiel in Hasborn die SF Köllerbach mit 1:0. Die Verlierer haderten.

„So sehen Sieger aus!“ Überschwänglich sangen und tanzten die Fußballer des FC Noswendel Wadern am Mittwochabend auf dem Hartplatz des SV Hasborn. Dort war der Verbandsligist soeben durch einen 1:0-Sieg gegen Saarlandligist SF Köllerbach erstmals in seiner Vereinsgeschichte ins Halbfinale des Saarlandpokals eingezogen.


„Ich bin jetzt 30 Jahre alt, da hat man ja eher selten die Chance, noch mal ins Pokal-Halbfinale zu kommen. Das ist einfach genial“, erklärte FC-Angreifer Philipp Weber strahlend. Weber hatte zuvor in der 85. Minute nach einer langen Freistoß­hereingabe von Innenverteidiger Alexander Neu das Siegtor für seine Mannschaft erzielt.

Während Noswendel Wadern frenetisch feierte, war die Enttäuschung beim klassenhöheren Favoriten aus Köllerbach riesengroß. Basel Haj Mohammad lag mit vor dem Gesicht verschränkten Armen auf dem Platz – und musste von Spielertrainer Robin Vogtland getröstet werden. Einige seiner Teamkollegen saßen mit leeren Gesichtern auf der Auswechselbank, andere hatten es eilig, in die Kabine zu kommen.

In die Enttäuschung mischte sich aber auch Ärger. Wütend machte die Sportfreunde, dass die Partie am Nachmittag nach starken Regenfällen vom Rasenplatz im Hasborner Waldstadion auf den Hartplatz des SV verlegt wurde. „Ich bin sauer über die Ansetzung. Dass wir drei Stunden vor Anpfiff gesagt bekommen, dass wir auf dem Hartplatz spielen, ist eine Sauerei. So konnten wir uns überhaupt nicht darauf einstellen“, monierte Vogtland „Es gibt 100 Kunstrasenplätze im Saarland – und dann muss so ein Spiel unter solchen Bedingungen stattfinden.“

SFV-Spielleiter Adalbert Straß erklärte dazu: „Der SV Hasborn hat uns am Mittwochnachmittag mitgeteilt, dass der Rasen unbespielbar ist. Ich habe daraufhin noch kurzfristig versucht, die Partie auf einen Kunstrasen zu verlegen, aber das war nicht möglich.“



Dass die Partie in Hasborn ausgetragen wurde – darauf hatten sich beide Vereine im Vorfeld geeinigt. Der Grund: Nachdem das erste Aufeinandertreffen beim Stand von 2:2 wegen eines Tritts eines FC-Vorstandsmitgliedes gegen den nicht am Spiel beteiligten Vogtland abgebrochen wurde (wir berichteten), sollte das vom Verbandsgericht angesetzte Wiederholungsspiel nicht mehr auf dem Hartplatz in Wadern stattfinden.

Da auf dem Rasen in Wadern wegen fehlenden Flutlichts nicht gespielt werden konnte, einigte man sich auf den neutralen Ort. Allerdings gingen beide Vereine davon aus, dass auf Rasen gespielt werden kann.

Vogtland sah im Hartplatz einen Vorteil für Noswendel Wadern: „Die können halt darauf spielen, weil sie es gewohnt sind. Wir sind es dagegen nicht.“ FC-Übungsleiter Thorsten Schütte meinte: „Wir haben eine tolle Mentalität gezeigt, wir hätten auch auf Rasen gewonnen.“ Und der 35-Jährige beteuerte: „Dass alle sagen, wir hätten den Hartplatz gewollt, ist quatsch. Wir hätten viel lieber auf Rasen gespielt.“

Zur Partie selbst: 400 Zuschauer sahen eine kampfbetonte Partie, die fair blieb. Schiedsrichter Manuel Reichardt musste keine einzige gelbe Karte zücken. Auch auf den Trainerbänken und auf den Rängen ging es friedlich zu. Provokationen gab es auf beiden Seiten nicht.

Aufreger vor dem Tor blieben Mangelware – weil beide Teams sich im Mittelfeld neutralisierten. Die erste hundertprozentige Chance hatte Köllerbachs Robin Blaser kurz vor der Pause. Er scheiterte an FC-Torwart Kilian Biesel. Der Torhüter konnte sich auch in der 73. Minute auszeichnen, als er einen Kopfball von Jerry Laloe aus dem Eck fischte. Zwölf Minuten danach nutzte Noswendel Wadern seine erste echte Torchance zum Siegtreffer.

Der FC empfängt nun bereits am kommenden Mittwoch im Halbfinale den Regionalligisten SV Elversberg. Die Partie wird voraussichtlich um 17.30 Uhr auf dem Rasenplatz in Wadern ausgetragen.