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Morscholz
Wallfahrer beten nachts am „Bildchen“

Die Kapelle der „Schmerzhaften Gottesmutter“ am „Bildchen“ in Morscholz.
Die Kapelle der „Schmerzhaften Gottesmutter“ am „Bildchen“ in Morscholz. FOTO: Erich Brücker
Morscholz. Männer und Jugendliche der Hochwaldregion schultern bei der Sternwallfahrt an diesem Samstag das Misereor-Kreuz.

Es ist schon Tradition geworden: Am Abend vor Palmsonntag, in diesem Jahr am 24. März, findet die Sternwallfahrt der Männer der Hochwaldregion zur Gnadenstätte der „Schmerzhaften Gottesmutter“ am „Bildchen“ in Morscholz statt. In diesem Jahr wird das Misereor-Kreuz, das im Dom zu Trier anlässlich der Eröffnungsaktion zur Fastenaktion „Misereor 1984“ gesegnet wurde, von den Jugendlichen und Männern aus den Orten Konfeld, Weiskirchen und Rappweiler-Zwalbach getragen. Die Wallfahrtsmesse findet um 23 Uhr statt.


„Die vor vielen Jahren wieder ins Leben gerufene Männerwallfahrt am Vortag zu Palmsonntag hat ihren Ursprung in den 30er-Jahren. Pastor Peter Dingels (Konfeld) und Dechant Glas (Wadern) konnten die Männer in der damaligen Zeit bewegen, offen zu ihrem Glauben zu stehen, ihre Religion nach außen zu zeigen und somit einen Beitrag zur Leidensgeschichte Jesu zu leisten“, hat der Chronist im Heimatbuch von Morscholz festgehalten. Ein Freundeskreis „Bildchen“ kümmert sich um die Ausschmückung und Instandhaltung der Kapelle. Das „Bildchen“ ist ein viel besuchtes, schlichtes Feldwaldkapellchen, das etwa 50 Meter abseits der Straße Weiskirchen-Wadern am Eingang des Friedwaldes liegt.

Der Anlass zum Bau der Kapelle zwischen 1840 und 1844 ist ein mündlich überliefertes Gelübde. Danach soll der Eigentümer der Maaßen-Mühle, nach neuen Erkenntnissen handelt es sich um Philipp Blattau (Trier), mit einem Pferdefuhrwerk auf dem Heimweg von Trier in ein schweres Gewitter geraten sein. Er kam in allergrößte Not, weil seine Pferde scheuten und mit dem Fuhrwerk losrannten. In dieser schlimmen Situation gelobte der Müller, zu Ehren der Gottesmutter eine Kapelle zu errichten, wenn er ohne Schaden nach Hause kommen würde. Das Pferdegespann kam mit der Fuhre nach einer abenteuerlichen Jagd im Friedwald zum Stehen. Es ist weiter überliefert, dass an dieser Stelle die Kapelle zum Dank errichtet wurde. Seit 1893 ist das „Bildchen“ im Katasterbuch eingemessen.