1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Wadern

Wadrilltal – neuer Stadtteil von Wadern?

Wadrilltal – neuer Stadtteil von Wadern?

Sollen Wadrill, Gehweiler und Reidelbach fusionieren – ja oder nein? Bürger können am Wahlsonntag ihre Meinung sagen.

An diesem Sonntag ist Wahlsonntag. Es wird eine neue Saar-Landesregierung gewählt. Aber für die Bürger von Wadrill, Gehweiler und Reidelbach geht es um mehr: Wenn auch räumlich von der Landtagswahl getrennt, haben die Wahlberechtigten aus den drei Dörfern die Möglichkeit, mit ihrem Votum ein Meinungsbild in der Bevölkerung zu vermitteln, ob die drei genannten Ortschaften einen neuen Stadtteil Wadrilltal bilden sollen oder alles beim Alten bleibt. Der neue Name Wadrilltal ist nach Gesetz so gewählt worden.

"Die Entscheidung über den Zusammenschluss der drei Orte zum Stadtteil Wadrilltal ist von richtungsweisender Bedeutung, die mit möglichst vielen Beteiligten getroffen werden soll", stellt Bürgermeister Jochen Kuttler klar. Bereits beim Neujahrsempfang des ehemaligen Ortsvorstehers Josef Koch (SPD) im Jahre 2000 hatte Manfred Paulus (FWG), heute Stadtbeigeordneter und damals wie heute stellvertretender Ortsvorsteher von Wedern, dem Reidelbach seit der Gebietsreform 1974 kommunalpolitisch und verwaltungsrechtlich zugeordnet ist, den Vorschlag gemacht, aus den drei Orten einen Stadtteil zu machen. Paulus' Begründung wurde am 22. Januar 2000 unter der Überschrift "Wadrill-Gehweiler-Reidelbach als ein neuer Stadtteil?" in der SZ wie folgt dargestellt: "Die kulturelle Einheit besteht ja schon ewig lange. Kirche, Schule, Kindergarten, Friedhof und Vereine, das alles haben wir ja gemeinsam. Reidelbach ist ohnehin und schon immer nach Wadrill orientiert, während Wedern mehr nach Wadern tendiert."

Ortsvorsteher Koch prägte daraufhin den Begriff Kultureinheit Wadrill, Gehweiler, Reidelbach. Der damalige Bürgermeister Fredi Dewald, nach seiner Meinung dazu gefragt, antwortete seinerzeit: "Ob das so einfach geht, wie Paulus sich das vorstellt, müsste erst einmal nach Kommunalrecht geprüft werden. So oder so, der Wunsch nach einer Neugliederung kann nur aus der Bevölkerung kommen."

Für 14 Jahre war das Thema dann keins mehr. Erst 2014 hatte die CDU-Ortsratsfraktion in Wadrill diese Idee wieder aufgegriffen und den Stein ins Rollen gebracht. Die Ortsvorsteher der drei Dörfer haben unter der Moderation der Verwaltung Grundsatzgespräche darüber geführt, wie eine eventuelle Fusion zum Stadtteil Wadrilltal vonstatten gehen soll. Die Ortsräte wurden hinzugezogen, das weitere Vorgehen festgelegt, vor allem sprach man sich dafür aus, dass die Bürger für eine Entscheidung mit ins Boot genommen werden.

An diesem Sonntag haben nunmehr die Wahlberechtigten die Chance, eine historische Gelegenheit wahrzunehmen. "Wir Ortsvorsteher wären unseren Bürgern sehr verbunden, wenn sie uns mit einer Teilnahme an der Umfrage auch darlegen könnten, wie die Bevölkerung zur Gründung eines gemeinsamen Stadtteils Wadrilltal steht", appellieren die Ortsvorsteher Joachim Brücker (Wadrill), Reinhold Gimmler (Gehweiler) und Marc Adams (Wedern) an ihre Mitbrüger. Das Meinungsbild der Bürgerumfrage ist zwar rechtlich nicht bindend, denn das saarländische Kommunalrecht sieht in dieser Frage eine abschließende Abstimmung der Einwohner nicht vor.

Die Ortsräte werden aber ihre auf dem Votum der Bürger basierende Empfehlung an den Stadtrat Wadern weitergeben. Je nach Ergebnis der Abstimmung könnte zur nächsten Kommunalwahl im Jahre 2019 erstmals ein gemeinsamer Ortsrat gewählt werden. Für die Bürger der drei Orte wird sich mit einem Zusammenschluss nur wenig ändern. Für die Stadt Wadern werden sich geringe finanzielle Einsparungen ergeben, da nur noch ein Ortsrat und ein Ortsvorsteher eine Aufwandsentschädigung bekommen.

Die drei Orte werden weiterhin ihren Namen behalten, aber verwaltungstechnisch unter Wadrilltal fungieren. Das wäre die gleiche Konstruktion wie beim Stadtteil Löstertal mit den Orten Kostenbach, Buweiler, Rathen und Oberlöstern.

Zum Thema:

Wann ein Stadtteil eigenständig bleiben kann Wedern kann ein eigenständiger Stadtteil bleiben, wenngleich es den Teil seiner Einwohner aus Reidelbach und auch einen Anteil seiner Flächen an den neuen Stadtteil abtreten müsste. Auch dann würde mit rund 250 Einwohnern die gesetzlich vorgeschriebene Mindesteinwohnerzahl von 200 deutlich erreicht und bliebe auch wohl dauerhaft überschritten. Es bleibt aber die Frage: Lassen sich später die eigenständigen Stadtteile Wadern mit Wedern und Dagstuhl sowie Lockweiler und Krettnich zu zwei weiteren größeren Verwaltungseinheiten umbilden?