Wadriller blicken zurück auf 2018 und geben einen Ausblick auf 2019

Wadrill : Viel Lob für die Vereine beim Neujahrsempfang in Wadrill

Schwarzer Kehranzug mit goldenen Knöpfen, den Zylinder auf dem Kopf: Seit dem späten Mittelalter werden Schornsteinfeger als Glücksbringer angesehen. Für die Wadriller war der Auftritt von Schornsteinfegermeister Patrick Müller, der einen Kollegen in Miniformat mitgebracht hatte, beim Neujahrsempfang eine Premiere.

Das Treffen kurz nach dem Jahreswechsel hatte der heutige Ehrenortsvorsteher Josef Koch 1990 eingeführt. Sein Nachfolger Joachim Brücker führt diese Tradition fort. Schließlich bietet sie beste Gelegenheit, die Ereignisse des zurückliegenden Jahres in der Kultureinheit Wadrill, Gehweiler und Reidelbach in geselliger Runde Revue passieren zu lassen. Zudem wurden bevorstehende Aufgaben und Veranstaltungen im neuen Waderner Stadtteil Wadrilltal anvisiert. Mit der Kommunalwahl im Mai werden die drei Orte zu einer Einheit verschmelzen.

Dicht an dicht drängten sich beim Empfang Kommunalpolitiker aus der Stadt mit Bürgermeister Jochen Kuttler an der Spitze, Delegationen aus der heimischen Wirtschaft und aus Betrieben, Vertreter von Schule und Kirche sowie von Vereinen und Interessierte.

Kernpunkte für Brückers Ansprache waren Ereignisse in Wadrill. Erfreulich nannte er es, dass das Baugebiet „Im Flürchen“ endlich durch einen Spatenstich zur Bebauung freigegeben werden konnte. „So schnell wird kein neues Bauland mehr in Wadrill erschlossen, da genügend freie Baustellen im Ort vorhanden sind. Zudem wird vom Land das Zentrum Wadern gestärkt“, sagte der Ortsvorsteher.

Die Fertigstellung des neuen Feuerwehrgerätehauses habe die Feuerwehr mit einem achttägigen äußerst gelungenen Fest begangen. Gleichzeitig habe sie ihr 90-jährigen Bestehen sowie 30 Jahre Jugendwehr gefeiert. „Mit großem Engagement haben die Einsatzkräfte, der Förderverein und einige Vereine der Vereinsgemeinschaft diese Feier auf die Beine gestellt, was nicht unbedingt selbstverständlich ist“, lobte der Ortsvorsteher.

Auch andere Vereine würdigte er „für nicht alltägliche Vereinsarbeit“ – wie den Jugendclub. Dessen Mitglieder hatten in Eigenregie – mit fachmännischer Unterstützung – das Clubgebäude brandschutzsicher umgebaut und etliche Quadratmeter Bodenfliesen erneuert. Dieses Jahr steht die Sanierung der Toilettenanlage an. „Hut ab“, kommentierte der Ortsvorsteher das Engagement der Jugendlichen. Mächtig ins Zeug hatte sich auch der Obst- und Gartenbauverein gelegt. Dessen Mitglieder hatten das alte Tennisgeländes in einem Dorfgarten verwandelte. Für dieses Jahr haben sie eine Bepflanzung geplant – mit einer Beerenhecke und einer Fläche mit Rosen. Ein Bauerngarten sowie ein Steingarten mit blühenden Bodendeckern sollen angelegt werden. Besonderen Dank sagte Brücker den Mitgliedern der Geschichtswerkstatt Errwald. Vor zwei Jahren gegründet, gaben die Mitglieder für 2018 und 219 zwei Jahreskalender mit zahlreichen historischen Aufnahmen heraus. Erklärtes Ziel des Vereins: sich mit der Geschichte des Hochwaldortes befassen und Dokumente, Texte, Bilder und Exponate zur Ortsgeschichte für die nächsten Generationen erhalten. Als Dankeschön überreichte er ein Kuvert mit einem Geldgeschenk.

In diesem Jahr steht dem Karnevalsverein „Die Fratzenmacher“ das 55-jähriges Jubiläum ins Haus. 25 Jahre Städtepartnerschaft Wadern – Sobotka wird gefeiert, die von der Kultureinheit getragen wird. Auch der Schützenverein Gehweiler feiere Geburtstag: Er wird 50 Jahre alt. Zudem stünden viele Feste im Veranstaltungskalender. Als wichtigste der Baumaßnahmen sei eine neue Brücke über die Wadrill im Bereich des Dorfplatzes.

Bürgermeister Jochen Kuttler schloss sich den Neujahrswünschen von Ortsvorsteher Joachim Brücker an. Nach Ansicht des Verwaltungschefs habe sich in Wadrill in den vergangenen Jahren sehr viel getan. Ob Feuerwehrgerätehaus, die Bereitstellung des Neubaugebiets „Im Flürchen“ oder die Bemühungen, die Hochwaldalm wieder stärker in den touristischen Fokus zu rücken: Das Wadrilltal spiele im Konzert der Stadtteile eine ganz gewichtige Rolle. Und dies werde ganz gewiss auch Zukunft so sein.

Ein Thema für Kuttler war die Fusion der Stadtteile Gehweiler und Wadrill und dem Ortsteil Reidelbach zum neuen Waderner Stadtteil „Wadrilltal“. Er nannte den Zusammenschluss eine sinnvolle Entscheidung der Ortsräte und des Stadtrates. Diese sei in einer Bürgerbefragung bestätigt worden und entspreche letztlich der Lebenswirklichkeit der Menschen vor Ort.

Zur Diskussion um Windkraft sagte er: Diese sei in Wadrill eine städtische Frage. Auf dem Wenzelstein könnten weitestgehend andere den Fortgang der Dinge bestimmen. „Das Windkraftvorranggebiet nördlich der Hochwaldalm ist zum größten Teil in städtischem Besitz, insofern kommt eine Bebauung dort nur infrage, wenn das vom Stadtrat so beschlossen wird. Angesichts der öffentlichen durchaus kontroversen Diskussion sollte hier rasch Klarheit über die weitere Vorgehensweise geschaffen werden“, sagte der Rathauschef.

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