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Waderner Wehrleute ziehen eindrucksvolle Bilanz

Die Floriansjünger der Stadt Wadern mussten im vergangenen Jahr unter anderem zu 14 Verkehrsunfällen ausrücken. Foto: Feuerwehr
Die Floriansjünger der Stadt Wadern mussten im vergangenen Jahr unter anderem zu 14 Verkehrsunfällen ausrücken. Foto: Feuerwehr FOTO: Feuerwehr
Wadern. Stadtjugendwart Maik Grundhöfer hat ebenfalls einen umfangreichen Jahresbericht über die Arbeit der Waderner Nachwuchsorganisation erstattet. Erich Brücker

Es ist gute Tradition zu Anfang eines Jahres, dass der Wehrführer der freiwilligen Feuerwehr der Stadt Wadern , Martin Schnur, dem obersten Feuerwehrmann der Hochwaldstadt, das ist seit einigen Monaten Bürgermeister Jochen Kuttler, seinen Rechenschaftsbericht für das abgelaufene Jahr vorlegt. Darin sind alle Einsätze, Übungen, Lehrgänge , Termine und Arbeiten aller zehn Löschbezirke aufgelistet. "Die Feuerwehr dokumentiert mit dem Jahresbericht, dass sie ihre Arbeit zum Wohle der Bürger freiwillig und gerne verrichtet hat. Wo wir gebraucht wurden, waren wir zur Stelle", betonte Schnur anlässlich der Übergabe des Jahresberichtes an den neuen Verwaltungschef.

Schnur dankte insbesondere allen Feuerwehrmännern und -frauen für ihren uneigennützigen und freiwilligen Dienst am Mitmenschen. Neben 299 aktiven Wehrmännern, darunter 17 Frauen, elf weniger als im Vorjahr, gehören noch 99 (zehn mehr) Jugendliche, davon 20 Mädchen , sowie 89 Kameraden der Altersabteilung zum Kreis der Waderner Feuerwehrmannschaft. Insgesamt beträgt der Mitgliederstand 487.

Bei insgesamt 143 Einsätzen, 92 weniger als im Vorjahr, haben die aktiven Feuerwehrleute 18 Menschen retten können, zwei Personen konnten nur noch tot geborgen werden, kein Feuerwehrmann erlitt bei den Einsätzen Verletzungen. Die Einsätze gliedern sich in 38 Brandeinsätze, 65 technische Hilfeleistungen, 14 Verkehrsunfälle, vier Öleinsätze sowie 19 sonstige Einsätze bei Tieren oder Unterstützung anderer Rettungsdienste. Aufgrund von blinden und böswilligen Alarmen mussten die Feuerwehren nur drei Mal umsonst ausrücken.

"Gottlob hatten wir 2014 gegenüber dem Vorjahr kaum Unwetter- und Hochwasserschäden zu beheben. Aber die technische Hilfe, auch bei Verkehrsunfällen, nimmt gegenüber reinen Brandeinsätzen deutlich zu", betonte Schnur. Damit waren aber die Arbeiten der Wehr nicht beendet. 30 Sicherheitswachen wurden bei Veranstaltungen gestellt. Dazu nahmen 54 Feuerwehrmänner und -frauen an unterschiedlichen Lehrgängen teil, 39 besuchten mit Erfolg Lehrgänge an der Landesfeuerwehrschule. Bei diesen Lehrgängen waren 25 Ausbilder aus der städtischen Wehr im Einsatz. Es gab zudem eine gute Zusammenarbeit in diesem Bereich mit den Nachbarwehren aus Losheim und Weiskirchen. "Ohne freiwillige Ausbilder wären diese Lehrgänge für die Stadt nicht zu finanzieren", sagte Schnur weiter.

In jedem Löschbezirk fanden etwa 16 Übungen statt, wobei Schnur bei einigen Löschbezirken den Übungsbesuch kritisieren musste. Der Stadtfeuerwehrtag und Jugendtag wurde im August beim Löschbezirk Löstertal abgehalten. Die Altersabteilung feierte ihren Kameradschaftstag im September in Bardenbach . Unzählige weitere Besprechungen, Sitzungen, Wahlen, Versammlungen, Prüfungen und Leistungsabnahmen zu aktuellen Anlässen sind ebenfalls im Protokoll aufgelistet.

"Auf eine Stundenaufrechnung der Feuerwehrangehörigen habe ich auch in diesem Jahr verzichtet, denn auch dadurch würden ihre Leistungen und Einsätze immer noch zu kurz kommen", sagte Schnur weiter. Ebenso vorgetragen hat Schnur die Beträge, die die Stadt Wadern für ihr Feuerwehrwesen trotz angespannter Haushaltslage aufgewendet hat. Das waren stattliche 301 182 Euro, rund 18 000 Euro mehr als im Jahr zuvor. Diesen Aufwendungen gegenüber standen 15 550 Euro an Einnahmen, die für kostenpflichtige Einsätze erwirtschaftet wurden.

Abschließend richtete Schnur an Bürgermeister Kuttler die Bitte, dafür Sorge zu tragen, dass in den Haushaltsberatungen die für die Feuerwehr nach dem Bedarfs- und Entwicklungsplan notwenigen finanziellen Mittel trotz aller Sparmaßnahmen bereitgestellt werden. Schließlich sei das Feuerwehrwesen Sache der Stadt. Der Wehrführer dankte abschließend Kuttler, dem Stadtrat und der Verwaltung, seinem Stellvertreter Raimund Hassler sowie den Jugendvertretern Maik Grundhöfer und Hermann Josef Reichert an der Spitze, dem Feuerwehrkameraden Patrick Walter für die Fortschreibung des Bedarfs- und Entwicklungsplans sowie der Alarm- und Ausrückeordnung. Worte des Dankes richtete er nicht nur an alle Löschbezirksführer und ihre Vertreter, die Geräte-, Atemschutz- und Fahrzeugwarte sowie an die Ausbilder, sondern auch an übergeordnete Feuerwehr-Behörden im Land und Kreis, nachbarliche Gemeindefeuerwehren sowie andere Hilfsdienste wie Polizei , DRK, THW, MHD und Notfallbetreuung für eine ordentliche, harmonische und fachgerechte Zusammenarbeit.

Zufrieden nahm Bürgermeister Kuttler diese eindrucksvolle Jahresbilanz entgegen, richtete den Floriansjüngern auch im Namen der Waderner Lob, Dank und Anerkennung für ihre freiwillige und nützliche Arbeit aus, die leider nicht selbstverständlich sei. Er versicherte, dass die Stadt den Stellenwert der Feuerwehr kenne, habe auch Respekt davor und bat um eine konstruktive und ehrliche Zusammenarbeit, auch im Hinblick auf den Bedarfs- und Entwicklungsplan.

Der Waderner Verwaltungschef warf zugleich aber auch die Frage auf, wohin man die Feuerwehr im Hinblick auf die Probleme demografischer Art entwickeln könne. Er warb diesbezüglich um intensive Zusammenarbeit und Verzahnung mit anderen Hilfsdiensten. Die Zusammenlegung von Löschbezirken war aber noch kein Thema. Grußworte gab es auch vom Landesbrandinspektor Bernd Becker, Kreisbrandinspektor Siegbert Bauer sowie vom Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzenden Georg Flesch. Das Trio würdigte die Arbeit der gut aufgestellten Waderner Feuerwehr und vor allem ihrer Nachwuchsarbeit. Darüber hinaus sprachen sie feuerwehrspezifische und -technische Angelegenheiten an. Im Stadtgebiet Wadern mussten die einzelnen Löschbezirke im vergangenen Jahr zu insgesamt zu 143 Einsätzen ausrücken. Die meisten Einsätze hatten die Löschbezirke Wadern (55), Lockweiler (33) und Wadrill (41). Patric Walter hat über alle Einsätze genau Buch geführt und statistisch ausgewertet. Die Auswertung der Ausrücke- und Eintreffzeiten erfolgte aus der protokollierten Zeitdokumentation der Meldungen, die über Funk gemeldet und in den Einsatzberichten vermerkt wurden.

"Im Interesse einer effizienten Gefahrenabwehr sollte von einem Erreichungsgrad von 80 Prozent ausgegangen werden. Bei weniger als 70 Prozent müssen Maßnahmen zur Verbesserung ergriffen werden", nennt Walter Sinn und Zweck dieser Statistik, die jährlich festgestellt werden soll. Unter Erreichungsgrad werde der prozentuale Anteil der Einsätze verstanden, bei dem die Zielgrößen Eintreffzeit und Einsatzstärke eingehalten werden.

Walter hat ausgewertet, dass die durchschnittliche Eintreffzeit von acht Minuten nach Alarmierung im eigenen Zuständigkeitsbereich mit Ausnahme des Löstertals von allen Löschbezirken eingehalten wurde. Die Löschbezirke Büschfeld , Steinberg und Bardenbach hatten keine auswertbaren Einsätze. Walter wusste auch, zu welchen Tageszeiten die Einsätze gefahren wurden. Von 6 bis 18 Uhr 79, von 18 Uhr bis Mitternacht 50 und bis 6 Uhr morgens vierzehn.

"Der allergrößte Teil der Einsätze fand zu normalen Arbeitszeiten statt", sagte Walter und damit haben die Feuerwehren ihre Probleme. Alle Feuerwehrleute eines Löschbezirks stehen bedingt durch Beruf und Arbeit nicht zur Verfügung. Immer häufiger müssen deshalb mehrere Löschbezirke gleichzeitig alarmiert werden, um die Truppenstärke sicherzustellen. Alle Löschbezirke der Hochwaldstadt verfügen über eine Jugendwehr mit insgesamt 79 Jungen und 20 Mädchen , zehn mehr als im Vorjahr. Grundhöfer bescheinigte den Löschbezirksführern und den Jugendgruppenleitern eine gute Arbeit im Hinblick auf die Werbung um den Nachwuchs. 23 Jungen und sechs Mädchen konnten neu in den Nachwuchsbereich aufgenommen werden. Demgegenüber waren aber auch zwölf Austritte zu vermelden. Sechs Jugendliche konnte in die aktive Wehr übernommen werden. Neben den regelmäßigen wöchentlichen Übungsstunden in den Löschbezirken, in denen die Jungen und Mädchen das Rüstzeug für das Feuerwehrwesen erhalten, wurden auch etliche Ferienfreizeiten veranstaltet.

Mit 110 Jungen und Mädchen aus den Löschbezirken wurde eine Fahrt ins Phantasialand unternommen. Besucht wurden außerdem die Jubiläen der Jugendwehren in Morscholz (20 Jahre) und Rappweiler (50).

Darüber hinaus haben sich die Waderner Floriansjünger mit anderen Wehren mit gutem Erfolg in Wettbewerben gemessen. Ein Höhepunkt war die Abnahme der Leistungsspange der Deutschen Jugendwehren in Losheim, bei der insgesamt drei Gruppen in Zusammenarbeit mit den Weiskircher Jugendlichen angetreten waren.

Erfolgreich war auch die Erstellung eines Werbebanners sowie von Flyern zur Werbung um Nachwuchskräfte. Dazu hat sich die Jugendwehr einen neuen Slogan verpasst: "Jugendfeuerwehr Stadt Wadern - Wir sind cool genug für ein heißes Hobby". Mit diesen Worten schloss Grundhöfer seinen Bericht und dankte allen, die ein offenes Ohr für Jugendwehren hatten.


Zum Thema:

AUF EINEN BLICKPersonalstatistik der einzelnen Löschbezirke: Wadern : 39 Aktive/9 Jugendwehr/13 Altersabteilung/ 65 insgesamt Nunkirchen : 35/13/9/56Wadrill: 38/16/10/64Lockweiler: 35/15/7/57Büschfeld: 29/14/7/50Steinberg: 19/4/2/25 Noswendel : 2810/19/47Bardenbach: 25/5/5/35Morscholz: 23/4//10/37Löstertal: 29/9/17/55Stadt Wadern gesamt: 299/99/89/487 Einsätze:Wadern : 55 Nunkirchen : 12 Wadrill: 19 Lockweiler : 33 Büschfeld : 4 Steinberg: 0 Noswendel : 8 Bardenbach : 2 Morscholz : 5Löstertal: 5 eb

Stadtwehrführer Martin Schnur, Zweiter von links, sowie Jugendwart Maik Grundhöfer, links, überreichen ihrem neuen obersten Feuerwehrmann, Bürgermeister Jochen Kuttler, den umfangreichen Jahresbericht 2014. Rechts der stellvertetende Stadtwehrführer Raimund Hassler. Foto: Erich Brücker
Stadtwehrführer Martin Schnur, Zweiter von links, sowie Jugendwart Maik Grundhöfer, links, überreichen ihrem neuen obersten Feuerwehrmann, Bürgermeister Jochen Kuttler, den umfangreichen Jahresbericht 2014. Rechts der stellvertetende Stadtwehrführer Raimund Hassler. Foto: Erich Brücker FOTO: Erich Brücker