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Waderner Schüler repräsentieren Lettland

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen nahm sich Zeit für die Fragen der Schüler. Fotos: Didas
Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen nahm sich Zeit für die Fragen der Schüler. Fotos: Didas
Wadern. Wann hat man schon mal die Gelegenheit, der Verteidigungsministerin persönlich eine Frage zu stellen? Acht Schüler des Hochwald-Gymnasiums in Wadern hatten kürzlich diese Chance, da sie im Rahmen eines politischen Planspiels in Berlin Ministerin Ursula von der Leyen in ihrem Ministerium besuchten. red

"Zuerst machen wir einen kurzen Rundgang und anschließend können wir uns noch in meinem Büro zusammensetzen und Sie können mir dann auch Fragen stellen." Dieser so harmlos klingende Satz bedeutete für acht Schülerinnen und Schüler des Hochwald-Gymnasiums (HWG) in Wadern sehr viel, denn keine Geringere als die Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen äußerte ihn zur Begrüßung der Schülergruppe in ihrem Ministerium. Gemeinsam mit einer Schülerdelegation aus Hannover wurden die Waderner Schüler von der Ministerin empfangen, und in lockerer Atmosphäre stand die Frau an der Spitze der Bundeswehr den politikinteressierten Jugendlichen Rede und Antwort.

So wollte Lena Marie Budde aus Wadern wissen, wie die Ministerin zum Einsatz von Drohnen steht. Florian Spanier aus Otzenhausen interessierte sich für den politischen Werdegang von der Leyens. Bereitwillig gab die Ministerin Auskunft und bezog auch Stellung zu brisanten aktuellen Fragen wie dem Syrien- oder Ukraine-Konflikt.

Wie kam es zu dieser denkwürdigen Begegnung? Die Schülergruppe aus Wadern nahm am Planspiel "Modell Europaparlament" teil, bei dem Jugendliche aus ganz Deutschland sowie aus Ungarn, Belgien und Luxemburg für eine Woche in Berlin zusammenkommen, um in die Rolle von Europaabgeordneten zu schlüpfen. Sie bereiten sich in einer AG ein halbes Jahr lang darauf vor und beschäftigen sich dann in Ausschüssen mit acht aktuellen Fragen der Europapolitik . Dazu werden Resolutionen erarbeitet und anschließend in der Plenarsitzung debattiert und verabschiedet - ganz wie in der "richtigen" Politik. Das Hochwald-Gymnasium vertritt in diesem Projekt seit mehr als zehn Jahren das Saarland, die Waderner Schüler schlüpften in diesem Jahr in die Rolle Lettlands.

Die Sitzungen des Modellparlamentes finden in offiziellen Räumen der Bundeshauptstadt statt. Für die Eröffnung trafen sich die Jugendlichen im Bundespresseamt , die Ausschüsse tagten in verschiedenen Landesvertretungen und für die Plenarsitzungen trafen sich die "Abgeordneten" im Plenarsaal des Bundesrates. Sie nahmen dort Platz, wo sonst Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer oder Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger die Interessen des Saarlandes in der Bundespolitik vertreten.

Dabei packten die Jugendlichen heiße Eisen der Europapolitik an. So suchten sie nach einer geeigneten Position im Syrien-Konflikt oder diskutierten über das geplante Freihandelsabkommen mit den USA, TTIP. In diesem Ausschuss arbeitete Lea Laux aus Losheim mit und sie wurde von ihren Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausschuss dazu ausgewählt, Sachfragen zu der verabschiedeten Resolution zu beantworten. Also trat sie ans Rednerpult des Bundesrates und beantwortete geduldig die Fragen, die die 180 Jungpolitiker ihr stellten. Auch später an der Debatte über TTIP beteiligte sie sich eifrig.

Lena Marie Budde beschäftigte sich in ihrem Ausschuss mit der Frage, wie die EU eine gerechte Asyl- und Einwanderungspolitik betreiben kann. Sie hielt am Ende der Plenarberatung zu diesem Thema die abschließende Rede für ihren Ausschuss und setzte sich leidenschaftlich für die Annahme der Resolution ein. Trotzdem war das Plenum offensichtlich nicht zufrieden mit den Plänen des Ausschusses, denn die Resolution wurde abgelehnt. Auch diese Erfahrung kann man als Abgeordneter machen.

Mit einer Vielzahl von Eindrücken reisten die Waderner Schüler nach dieser ereignisreichen Woche wieder ins Saarland zurück. Am eigenen Leib hatten sie erfahren, wie mühsam, aber auch interessant das politische Geschäft ist. Zahlreiche Begegnungen mit Gleichaltrigen, aber auch mit Politikern werden ihnen sicherlich lange in Erinnerung bleiben. Und schließlich werden sie sicher auch so schnell nicht vergessen, dass die Bundesministerin der Verteidigung sie in ihrem Büro empfangen hat und mal eben eine Stunde mit ihnen geplaudert hat.


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Auf einen BlickFolgende Schülerinnen und Schüler des Hochwald-Gymnasiums haben in diesem Jahr das Saarland beim "Modell Europaparlament" in Berlin vertreten: Imke Hand, Lea Laux, Luzie Thieser, Tobias Bommer, Sophie Mühlhausen, Lena Marie Budde, Florian Spanier; als Ausschussvorsitzender nahm Dennis Hero am Projekt teil; vorbereitet und betreut wurde die Gruppe von Politiklehrer Edwin Didas. red

Schüler machen Erfahrungen im Parlament.
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