| 20:07 Uhr

Mahnwache für das Krankenhaus
„Waderner Krankenhaus muss bleiben!“

Mit Transparenten protestierte am Freitrag die Bürgerinitiative Wadern beim Wochenmarkt für den Erhalt des Waderner Krankenhauses. 
Mit Transparenten protestierte am Freitrag die Bürgerinitiative Wadern beim Wochenmarkt für den Erhalt des Waderner Krankenhauses.  FOTO: Erich Brücker
Wadern. Mit einer Mahnwache protestierte die BI am Freitag auf dem Wochenmarkt gegen das Aus der Klinik. Das will sie jetzt jeden Freitag tun.

Seinen Job als Bürgermeister-Stellvertreter lässt Manni Paulus für kurze Zeit ruhen, mischt sich unter die Bürgerinitiative, die sich beim Wochenmarkt am Freitag für den Erhalt des Waderner Krankenhauses stark macht – mit Tranparenten und Plakaten. „Wir haben nicht den Rückhalt wie die Hermeskeiler, hinter denen das Land Rheinland-Pfalz und der Landkreis Trier-Saarburg stehen“, sagt Waderns Beigeordneter. „Der Erhalt des Krankenhauses Hermeskeil war das Ergebnis eines Deals während der Flüchtlingskrise 2015, da das Kasernengebäude zu einem Aufnahmelager für Flüchtlinge wurde.“



Der Wochenmarkt auf dem Marktplatz ist nach Ansicht von  BI-Sprecher Bernd Schröder eine gute Gelegenheit, sich gegen das Aus für das Krankenhaus zu wehren. Dies hatte die Marienhaus GmbH, Trägerin der Klinik, für Jahresende angekündigt. Derweil macht die Befürchtung die Runde, dass das Labor von Wadern nach Losheim verlegt werden soll. „Wo soll denn das alles in Losheim hin?“, schimpft eine Kundin des Wochenmarktes. „Das Gebäude kann doch wegen seiner Lage mitten im Ort gar nicht erweitert werden. Es hat sehr wenig Gelände.“ Auch über ein Gerät für Magnetresonanztomographie (MRT) soll das Waderner Krankenhaus verfügen. Was fehle sei ein Radiologe, der damit arbeite, wird vermutet.

„Sollte es tatsächlich ein MRT in Wadern geben, könnte das Krankenhaus, wenn es es einen Radiologen hätte, viele Privatpatienten anziehen. Denn auf eine solche Untersuchung muss man in der Regel monatelang warten“, sagt Paulus.

Die Mahnwache beim Wochenmarkt ist nach Worten von Ute Barth, Mitglied im 15-köpfigen Aktionsteam, eine Premiere. Doch mit Auftritten bei Festen hat die Gruppe, die sich vor kurzem gegründet hat, nach ihrem Bekunden Erfahrung gesammelt. „Bei der Weiskircher Kirmes hatten wir die Gelegenheit, mit Bundesjustizminister Heiko Maas zu reden. Er hat gesagt, dass er uns helfen werde. Auch Kanzleramtsminister Peter Altmaier hat uns beim Kinderfest in Morscholz versprochen, sich für unsere Anliegen  zu verwenden.“

Derweil lassen BI-Sprecher Bernd Schröder, Marilyn Heib, Gisela Glauben, Henry Selzer und all die anderen nichts unversucht, um mit Besuchern des Marktes ins Gespräch zu kommen – Bemühungen, die Früchte tragen. „Unser Krankenhaus ist nicht nur für den Hochwald da, sondern für das gesamte Nordsaarland“, macht Schröder die Marschrichtung klar. „Es geht auch um die Bereiche von Nohfelden bis nach Tholey. In diesem Gemeinden gibt es kein Krankenhaus. Daher ist der Standort in Wadern immens wichtig.“

Um diesen zentralen Aspekt stärken zu betonen, nimmt die Gruppe den Namen „Bürgerinitiative Nordsaarlandklinik“ an, teilt Schröder nach einer Sitzung mit, die der Mahnwache folgt. „Ein entsprechendes Logo wird entwickelt, und es werden Plakate mit der Forderung der Bürgerinitiative nach einer zentralen und leistungsfähigen Nordsaarlandklinik und mit der Nennung einer Anlaufadresse gedruckt.“ Zudem werde er in den nächsten Tagen Kontakt mit den Nachbargemeinden im Kreis St. Wendel aufnehmen und Möglichkeiten ausloten, dort Unterstützung für das Projekt „Nordsaarlandklinik“ zu finden.

Die Plakate sollen laut BI-Sprecher im ganzen Nordsaarland verteilt werden. „Eine Facebook-Seite wird eingerichtet für aktuelle Nachrichten der BI. Zudem werde man ab sofort jeden Freitag ab 10 Uhr auf dem Wochenmarkt in Wadern präsent sein und um Unterstützung werben. Auch kündigte er eine Mahnwache für Kirmesmontag, 14. August, ab 10 Uhr, ebenfalls auf dem Waderner Monatsmarkt an.

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