1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Wadern

Wadern: Waderner Querdenker nahmen das Wasser genauer unter die Lupe

Wadern : Querdenker nahmen Wasser unter die Lupe

Projekttage am Waderner Hochwald-Gymnasium befassten sich in vielfältiger Form mit dem lebenswichtigen Element.

Die Wassermoleküle bewegen sich frei durch den Raum. Dann nähern sie sich an und bilden schließlich eine feste Verbindung. So werden den Zuschauern die verschiedenen Aggregatzustände von Wasser (flüssig, fest, gasförmig) anschaulich vorgeführt und verständlich erklärt. Die Szene spielt sich am Hochwald-Gymnasium ab. Die Zuschauer sind Eltern, und die Wassermoleküle sind blaue Luftballons mit jeweils zwei kleinen roten Luftballons an der Seite, die die das Sauerstoffatom und die Wasserstoffatome des Wassermoleküls symbolisieren. Die Bewegung der Wassermoleküle wird durch Schüler vorgeführt, die sich mit den Luftballons durch den Raum bewegen.

Diese Szene war ein Teil der Abschlusspräsentation der „Querdenkertage“, zu der das HWG die Eltern der beteiligten Schüler eingeladen hatte. Beim Projekt Querdenker kooperiert das HWG mit den umliegenden Grundschulen. Über einen Zeitraum von zwei Monaten beschäftigen sich dabei besonders begabte und motivierte Schüler der Klassenstufen 4 und 5 an acht Projekttagen mit einem vorher festgelegten Thema. In diesem Halbjahr war Wasser das Projektthema der „Querdenkertage“.

Aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln haben sich die Querdenker unter Anleitung der Projektlehrer Heike Uhlmann-Schiffler und Edwin Didas dem Thema Wasser genähert. Ein Schwerpunkt war zum Beispiel die weltweite Knappheit und der Wasserverbrauch. Die Kinder veranschaulichten den Wasserverbrauch in Deutschland, indem sie deutlich machten, dass virtuelles Wasser ein großes Problem darstellt. Das ist das Wasser, das zur Herstellung von Produkten verwendet wird, die wir täglich benutzen. So ließen die Querdenker die Eltern mitraten, in welchen Lebensmitteln wie viel virtuelles Wasser verborgen ist. Während etwa in einem Kilogramm Paprika aus Europa nur 15 Liter virtuelles Wasser stecken, sind dies in einem Kilogramm Rindfleisch 7700 Liter. Für die Produktion einer Jeans werden 10 000 Liter Wasser benötigt. Die Kinder machten deutlich, dass der Klassenraum völlig unter Wasser stehen würde, wenn das Wasser sich im Raum befinden würde, das zur Herstellung der Jeans notwendig wäre, die die Personen im Raum an diesen Tag trugen.

Zu ausgewählten Themen hatten die Schüler Filme produziert, die sie ihren Eltern vorführten. Diese Filme waren im iPad-Raum der Schule mit einem speziellen Programm erstellt worden. So erfuhren die Eltern etwas über das Filtern von Wasser in Kläranlagen, den Bau des Drei-Schluchten-Stausees in China, die Wasserversorgung in Afrika und das Problem des Plastikmülls in den Weltmeeren. Auch mit der Frage, wie das Wasser auf die Erde gekommen ist und wie sich daraus das uns heute bekannte Leben entwickelt hat, beschäftigten sich die Querdenker. Ausgangspunkt dieser Entwicklung waren Kometeneinschläge auf der Erde, bei denen das Eis der Kometen verdampfte und sich in der Atmosphäre sammelte. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es später mindestens 10 000 Jahre lang ununterbrochen regnete auf der Erde.

Außerdem führten die Querdenker den Eltern chemische Experimente vor. So wurden mit Pipetten verschiedene Flüssigkeiten zu Rotkohlsaft gegeben, und die Verfärbungen des Saftes wurden erklärt. Auch die Oberflächenspannung von Wasser wurde anschaulich gezeigt, indem ein mit Wasser gefülltes Gefäß durch Zugabe winziger Tropfen von Spülmittel zum Überlaufen gebracht wurde. Die verschiedenen Fortbewegungsarten von Meerestieren wurden von den Schülern ebenfalls praktisch vorgeführt.

Mit großer Begeisterung vermittelten die Querdenker ihren Eltern einen Eindruck von dem, was sie zuvor erarbeitet hatten und präsentierten auch ihre Projektmappen mit den Ergebnissen. Großes Lob für das Engagement der Teilnehmer gab es von den Projektlehrern Heike Uhlmann-Schiffler und Edwin Didas, die die „Querdenkertage“ am Hochwald-Gymnasium organisieren. Neben dem Lob bekamen am Ende alle noch ein Teilnehmerzertifikat, das sie an die Projekttage zum Thema Wasser erinnern soll.