Wadern und Sobotka feiern 25-jähriges Bestehen ihrer Partnerschaft

Wadern : Freunde seit einem Vierteljahrhundert

Stadt Wadern und das tschechische Sobotka haben mit einem Festakt das 25-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft gewürdigt.

(red) Schon mehr als 25 Jahre besteht die Städtepartnerschaft zwischen Wadern und Sobotka in Tschechien, etwa 80 Kilometer östlich von Prag im idyllischen „Böhmischen Paradies“ gelegen, wie diese Region wegen ihrer Naturschönheiten im Volksmund genannt wird. Nachdem im Herbst letzten Jahres dieses Silberjubiläum in der tschechischen Partnerstadt gefeiert wurde, weilte dieser Tage eine Delegation von dort, angeführt von Bürgermeister Lubomir Jencek im Hochwald, um gemeinsam mit der Stadt Wadern sowie der Kultureinheit Wadrill-Gehweiler-Reidelbach, die jetzt im neuen Stadtteil Wadrilltal aufgegangen ist, den Geburtstag zu feiern.

Im Rahmen eines Festaktes in der Wadrilltalhalle haben die Bürgermeister Jochen Kuttler und Lubomir Jencek mit ihren Unterschriften im Goldenen Buch der Stadt Wadern zum Ausdruck gebracht, weiterhin mit allen Kräften an der Fortführung der Freundschaft zu arbeiten und die Verbindungen der Städte zu stärken. Hierfür zuständig war bislang die Kultureinheit Wadrill-Gehweiler-Reidelbach, die im vergangenen Vierteljahrhundert diese Partnerschaft mit Leben erfüllen sollte. „Ich denke, wir konnten die mit der Gründung der Partnerschaft verbundenen Hoffnungen und Erwartungen mit bislang sehr zahlreichen Besuchen in Tschechien erfüllen und unseren Beitrag zu einem vereinten Europa und zur Völkerverständigung leisten“, sagte Erich Brücker, der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees, in dessen Händen die Organisation vieler freundschaftlicher und gemeinsamer Treffen lag.

Darüber hinaus versicherte der Vorsitzende den Gästen, dass unzählige nette Kontakte geknüpft werden konnten. Freundliche, aufgeschlossene, gesellige und sehr hilfsbereite Menschen habe man kennen gelernt, die ebenfalls gerne die Kontakte gesucht hatten. Die Naturschönheiten im Böhmischen Paradies waren ebenfalls das Anreisen in diese Region wert. Der Vorsitzende dankte darüber hinaus allen Wegbereitern dieser Städtepartnerschaft für ihr Engagement. Namentlich waren dies Alois Schneider, ehemalige Ortsvorsteher von Gehweiler, der nach dem Krieg in der Nähe von Sobotka in Kriegsgefangenschaft weilte, und später zur Triebfeder für die Gründung wurde, Bürgermeister Berthold Müller, in dessen Amtszeit die Partnerschaft besiegelt wurde, und seinem Nachfolger Fredi Dewald, der sich ebenfalls die Ziele der Städtefreundschaft zu eigen gemacht hatte. Neben den Bürgermeistern von Sobotka, Jaroslav Kolumpek, Petr Hejn und Stanislav Tlasek waren auch viele Menschen bemüht, trotz vieler Sprachschwierigkeiten sich freundschaftlich zu begegnen.

Zahlreiche Bürger waren zum Festakt erschienen, angeführt von den Ortsvorstehern Joachim Brücker (Wadrill) und Reinhold Gimmer (Gehweiler) sowie dem stellvertretenden Ortsvorsteher von Wedern, Manfred Paulus, der seinen Heimatort Reidelbach in der Partnerschaft vertritt.

Bürgermeister Jochen Kuttler nannte dieses Silberjubiläum der Städtepartnerschaft ein durchaus besonderes Ereignis, auf das alle stolz sein dürfen, zumal solche Verbrüderungen zu Zeiten des Eisernen Vorhanges faktisch unerreichbar waren. Erst das Tauwetter in den Ost-Westbeziehungen in den späten Achtziger Jahren machte die Partnerschaft Wadern-Sobotka möglich. „Mit der Partnerschaft werden seit dem Deutsch-Tschechischen Vertrag über gute Nachbarschaft vom Februar 1992 Grenzen überwunden und Menschen verbunden. Städtepartnerschaften sind immer noch ein wirksamer und sichtbarer Beitrag zur Friedenspolitik“, betonte Kuttler nach einem Rückblick auf die Vergangenheit. Sein Dank galt ebenso den Begründern der Verschwisterung wie denen, die sich um die Pflege des Freundschaftsbündnisses ehrenamtlich bemühen. „Auch für die Zukunft, trotz neuen technischen Zeiten von Smartphone und Facebook, sind immer noch die Beziehungen der Menschen untereinander das Wichtigste an einer Partnerschaft. Es liegt demnach an uns, die nächsten Jahre zu gestalten, mit Leben und hoffentlich mit Freundschaft zu füllen. Die Mittel und Wege, die wir einsetzen, dieses Ziel zu erreichen, mögen sich verändern. Das Ziel bleibt aber das Gleiche“, ließ Kuttler die Freundschaft zwischen beiden Ländern und insbesondere beiden Städten hoch leben.

Mit dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Wadern durch die Bürgermeister, Ortsvorsteher und Vertreter vom Partnerschaftskomitee sowie dem Austausch von Gastgeschenken endete der Festakt, der von der Gesellschaft der Musikfreunde Wadrill musikalisch umrahmt wurde.