Wadern: Bürgerinitiative lädt zu Podiumsdiskussion über Nordsaarlandklinik

Kostenpflichtiger Inhalt: BI lädt nach Wadern ein : Podiumsdiskussion zur Nordsaarlandklinik

Bei der Diskussion am Montag stellt sich unter anderem Ministerin Monika Bachmann den Fragen zur Krankenhauslandschaft.

Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat die Angelegenheit Nordsaarlandklinik zur Chefsache erklärt. Die Bürgerinitiative Nordsaarlandklinik (BI NSK) in Wadern hat dies mehr als wohlwollend zur Kenntnis genommen. Dadurch erfahren ihre Bemühungen für ein neues Krankenhaus eine neuen Ruck. Aber auch die für Montag, 25. November, anberaumte Podiumsdiskussion um 19.30 Uhr in der Herbert-Klein-Halle in Wadern steht unter einem besonderen Stern.

Die Podiumsdiskussion der BI NSK hat das Thema „Konzepte für eine zukunftsfähige Gestaltung der saarländischen Krankenhauslandschaft, speziell mit Blick auf das Nordsaarland“, wobei das Konzept der Bürgerinitiative zur ärztlichen Versorgung der nordsaarländischen Bevölkerung bekannt ist. „Die BI setzt sich ein für die Errichtung einer zentralen Klinik für den Hochwald und angrenzende Gebiete mit einem breit gefächerten Leistungsspektrum ein. Das würde den meisten Notfallpatienten in dieser Region die Möglichkeit einer raschen Versorgung ohne weiten Transport eröffnen. Außerdem könnte eine solche Klinik vielen kranken Menschen eine wohnortnahe Behandlung bieten und den Angehörigen längere Bus- oder Autofahrten ersparen“, teilt deren Sprecher Bernd Schröder mit. Er schiebt aber gleich die Frage nach: „Wie soll dies geschehen, wenn man sieht, wie immer mehr Krankenhäuser, vor allem auf dem Land, der ungebremsten Kommerzialisierung und Profitorientierung des deutschen Gesundheitssystems zum Opfer fallen?“

Nunmehr ist durch die Ankündigung von Ministerpräsident Tobias Hans, dass sein Ministerium für Gesundheit und Soziales ein bundesweites Interessenbekundungsverfahren gestartet habe, eine neue Dynamik in das Thema gekommen. „Scheinbar hat bei unserer Landesregierung ein Umdenken stattgefunden. Sie ist sich wohl ihrer Verpflichtung zu einer verlässlichen Gesundheitspolitik für alle Bürgerinnen und Bürger, auf dem Lande wie in der Stadt, bewusst geworden“, zeigt sich Schröder erfreut über den Sinneswandel bei der Landesregierung.

Gesundheitsministerin Monika Bachmann hat in ihrer Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch zum wiederholten Male betont, dass die Grundversorgung durch umliegende Krankenhäuser zwar gesichert sei, aber aufgrund der Bemühungen der BI Nordsaarlandklinik wolle sie bundesweit den vorgesehenen Wettbewerb starten, weil nach ihren Worten kein aktueller Krankenhausträger im Saarland dies tun wolle. Sie hoffe, dass bis Ende März ein potenzieller Träger für ein 300-Betten-Krankenhaus mit Fachgebieten wie Orthopädie, Unfallchirurgie, Kardiologie und Intensivmedizin gefunden werde. Von der Investitionssumme des möglichen Trägers, der finanziellen und medizinischen Umsetzbarkeit des Konzeptes hängen dann auch die Zuschussmittel des Landes ab.

Zur Podiumsdiskussion wird die Ministerin an Montag erscheinen. Ob es ihrerseits weitergehende Mitteilungen gibt, bleibt derzeit die Frage. Neben ihr sitzt Dr. Magnus Jung (SPD), der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im saarländischen Landtag, Michael Quetting (Pflegebeauftragter des Verdi-Landesbezirks Rheinland-Pfalz-Saarland), Dr. Christoph Stöhr (Chefarzt im Ruhestand) und Jochen Kuttler (Bürgermeister der Stadt Wadern) neben BI-Sprecher Schröder im Podium. „Wir dürfen alle gespannt sein, was die eingeladenen Diskutanten zum vorliegenden Konzept der Nordsaarlandklinik sagen werden und wie ihre eigenen Vorstellungen aussehen“, hofft der BI-Sprecher auf weitere Neuigkeiten.

Das Publikum wird bei der Podiumsdiskussion in der Herbert-Klein-Halle ebenfalls Gelegenheit haben, seine Meinung zu sagen und Fragen zu stellen. Die Moderation übernimmt die Rundfunkjournalistin Nelly Theobald. Die Veranstaltung sollte um 21.30 Uhr zu Ende gehen. Der Eintritt ist frei.

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