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Wadern
Wadern im Visier der Gestapo

Diese alte Aufnahme zeigt das Reichsbahngebäude in Trier, das in der NS-Zeit als Gestapo-Hauptquartier diente.
Diese alte Aufnahme zeigt das Reichsbahngebäude in Trier, das in der NS-Zeit als Gestapo-Hauptquartier diente. FOTO: Verein für Heimatkunde Wadern
Wadern. Vortrag in den Lichtspielen Wadern ruft die NS-Terrorherrschaft ins Gedächtnis.

Wie es den Wadernern unter dem Terror der Gestapo erging, erzählt ein Vortrag am Donnerstag, 29. November, um 19 Uhr in den Lichtspielen Wadern. Wie die Stadt Wadern mitteilt, gehört der Vortrag zur Reihe „Treffpunkt Heimat“ des Vereins für Heimatkunde Wadern. Referentin Lena Haase stellt an diesem Abend den Nationalsozialismus Wadern anhand von Einzelschicksalen zwischen Überwachung und Verfolgung dar.


Nach der Trennung des Restkreises Wadern vom Stammkreis Merzig 1920 gehörte die Hochwaldstadt zum Regierungsbezirk Trier. Dadurch kam Wadern zwei Jahre vor dem Saarland unter nationalsozialistische Herrschaft. Aufgrund der Grenzlage zum noch unter Völkerbundsmandat stehenden Saargebiet widmete die Geheime Staatspolizei (Gestapo) Trier dem Restkreis Wadern wie auch dem Kreis Saarburg, besondere Aufmerksamkeit.

In ihrem Vortrag beleuchtet Lena Haase die alltägliche, durch Grenzlagen geprägte Arbeitspraxis der Gestapo Trier. Dabei wird insbesondere die Anfangsphase des NS-Regimes in den Blick genommen. Im Fokus stehen die heute zur Stadt Wadern gehörenden und benachbarte Ortschaften in Grenzlage zum Saargebiet, in dem viele politische Flüchtlinge und Kommunisten aus der Region Trier Aufnahme gefunden hatten. Kooperation und Verfolgung, die immer Hand in Hand gingen, werden am Beispiel von Einzelschicksalen beleuchtet.



Speziell das Schicksal eines in Losheim ansässigen Kommunisten, der in Wadern ins Visier der Behörden geriet, wird näher betrachtet: Bereits mehrfach seit der Machtübernahme in Schutzhaft genommen, wird er 1935 im Konzentrationslager Esterwegen im Emsland interniert. An seinem Beispiel kann gezeigt werden, welche lokalen und regionalen Akteure einerseits zur Verhaftung und Inschutzhaftnahme des Mannes beitrugen, welche andererseits für seine Entlassung aus dem Lager eintraten.

Lena Haase studierte Geschichte und Germanistik an der Universität Trier. Seit September 2017 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Neuere und Neueste Geschichte. In ihrem Dissertationsprojekt untersucht sie das Verhältnis von Justiz und Polizei im Nationalsozialismus mit einem regionalen Schwerpunkt auf dem Regierungsbezirk Trier.