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Vom Verschwinden ins Licht

Auch bei den großformatigen Bildern geht es ums Verschwinden, die farbigen Kreise gehen ins Weiß über. Foto: Sylvie Rauch
Auch bei den großformatigen Bildern geht es ums Verschwinden, die farbigen Kreise gehen ins Weiß über. Foto: Sylvie Rauch FOTO: Sylvie Rauch
Dagstuhl. Noch bis Donnerstag, 18. Dezember, sind im Leibniz-Zentrum Schloss Dagstuhl Bilder, Fotos, Textarbeiten und Videoinstallationen von Maja Andrack zu sehen. Sie beschäftigen sich auf unterschiedliche Weise mit dem Thema des Verschwindens. Sylvie Rauch

"Über * oder über 1" - unter diesem ungewöhnlichen Titel zeigt derzeit Maja Andrack unterschiedliche Arbeiten im Leibniz-Zentrum Schloss Dagstuhl . Die vielseitige Künstlerin vereint in den Gängen des Neubaus Malerei , Fotografie, Videokunst und Textarbeiten. Die gebürtige Mazedonierin, die in Saarbrücken lebt und arbeitet, hat sich übergeordnet mit dem Gedanken "über das Verschwinden" auseinandergesetzt. Nach dem Studium der Kunstgeschichte und der Malerei in ihrer Heimat und in New York studierte sie ab 1997 in Saarbrücken Freie Kunst Neue Medien an der HBK. "Ich war so fasziniert von den Medien, die uns in meiner Heimat in dem Maße nicht so zur Verfügung standen. Deshalb wollte ich unbedingt im Bereich der Medienkunst arbeiten", erklärt sie.

Doch sie verspürte nach vielen Jahren in dieser Kunstform nun wieder das Bedürfnis direkt und unmittelbar zu arbeiten. Also direkt mit Materialien wie Farbe, Pinsel und Leinwand in Kontakt zu sein während des Schaffensprozesses. "Malerei ist ganz anders als Videokunst . Im Moment des Malens ist es immer noch so, wie wenn wir als Kinder malen. Es ist was ganz Ursprüngliches. Das wollte ich schon seit Jahren wieder machen", betont die Künstlerin.

Dieses Bedürfnis ergab schließlich die in Dagstuhl gezeigten Arbeiten. Es sind großformatige Bilder, Schwarz-Weiß-Fotografien, zwei ältere Videoarbeiten und zwei Textarbeiten.

Dass es in den Arbeiten um das Verschwinden geht, hat sich erst im Laufe der Zeit in der praktischen Arbeit ergeben. Denn die Künstlerin hat aus der ursprünglichen Idee, Freunde und Familienmitglieder beim "Trockenschwimmen" zu fotografieren, schließlich in der Dunkelkammer ein Schwimmen hinein ins Weiß, ins Licht gemacht. Zufall, wie sie zugibt: "Es waren auf einigen Abzügen der Schwimmer weiße Flächen entstanden. Das hat mir so gut gefallen, dass ich die Bilder fast alle so abgezogen habe, dass die Menschen darauf in der Schwimmbewegung scheinbar ins Licht verschwinden", verrät Maja Andrack. Ihren "Schwimmern" stellt die Künstlerin großformatige abstrakte Bilder zur Seite. Es sind Leinwände, die aus zwei farbigen Flächen bestehen. Eine farbige Fläche ist der unbearbeitete Teil der Leinwand, die weiße Fläche ist Grundlage verschiedener Farbkreise, die zunächst mit kräftigen Farben beginnen und dann langsam ihre Farbigkeit verlieren. Erst wer sich die Textarbeit an den großen Fensterfronten anschaut, findet den Bezug zum Ausstellungsort.

Dort erklärt sich in englischer und deutscher Sprache, was es mit dem Titel "Über * oder über 1" auf sich hat. Wie es dazu kam, klärt Maja Andrack auf: "Meine Schwester ist Mathematikerin. Während eines Telefonats habe ich sie in Vorbereitung auf die Ausstellung gefragt, ob es in der Mathematik Dinge gibt, die verschwinden. Sie sagte Ja. Die, die verschwinden, gehen zu 1, der Menge mit dem Einzelelement *.

Die Ausstellung "Über * oder über 1" von Maja Andrack im Leibniz-Zentrum Schloss Dagstuhl ist noch bis Donnerstag 18. Dezember, zu sehen. Öffnungszeiten sind von Montag bis Donnerstag: 8 bis 16 Uhr, freitags: 8 bis 13 Uhr. Anmeldung unter Telefon (0 68 71) 90 50.



www.dagstuhl.de/Kunst

www.majasokolova.de




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