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Verein ex animo sammelt Spenden für Waisenhaus in Kamerun

Spende : Ein neues Dach für ein Waisenhaus in Kamerun muss her

Jonas Morbe aus Wadern unterstützt mit seinem Verein „ex animo“ ein Hilfsprojekt in dem afrikanischen Staat, der vom Bürgerkrieg heimgesucht wird.

Der 20-jährige Jonas Morbe aus Noswendel verbrachte nach dem Abitur vier Monate im „Better-world-Waisenhaus“ in Mbengwi (Kamerun) und lernte dort die kamerunische Kultur sowie die Bewohner des Waisenhauses kennen und schätzen. Er erkannte aber auch die dort herrschende Not und begann, über den von ihm gegründeten Verein „ex animo“ Hilfsprojekte ins Leben zu rufen. So konnte dank der Spenden vieler SZ-Leser ein Brunnen inklusive Wasserreservoir und Solarpanelen gebaut werden, um die bisher sehr mangelhafte Wasser- und Stromversorgung des Waisenhauses zu sichern. Davon konnte Morbe sich selbst bei seinem zweiten Besuch im Waisenhaus im Mai und Juni des vergangenen Jahres überzeugen.

Sein dritter Aufenthalt diesen Februar sollte nicht so harmonisch verlaufen. Als er in Kamerun ankam, stellte er fest, dass dieses Mal für ihn die Reise in den anglophonen Westen, in dem sich auch das Waisenhaus befindet, unmöglich war.

Denn dort herrscht Bürgerkrieg. Die bereits seit Oktober 2016 immer wieder stattfindenden kämpferischen Auseinandersetzungen zwischen dem Militär und den westkamerunischen Rebellen, die eine Gleichberechtigung der zwei englischsprachigen Regionen in Westkamerun fordern, haben sich so weit ausgedehnt, dass eine Reise in diesen Landesteil lebensbedrohlich ist. Anfang des Jahres eskalierte der Konflikt endgültig. Täglich sterben dort viele Menschen bei Kämpfen. Mehr als 60 000 sind bereits nach Nigeria geflohen, und mehr als 200 000 flüchteten innerhalb von Kamerun in die sichereren, frankophonen Regionen. Doch viele haben nicht die Möglichkeiten zu fliehen. Sie verstecken sich in ihren Häusern oder in den Wäldern. Es gibt kaum noch medizinische Versorgung, die Lebensmittel werden knapp, weil alle Geschäfte geschlossen sind. Überfälle und Entführungen häufen sich, da auch die meisten Polizeistellen geschlossen bleiben.

Auch Jonas Morbe war gezwungen, in der Hauptstadt Yaoundé zu bleiben. Von dort aus versuchte er, sich um die Belange der Kinder im Waisenhaus zu kümmern. Denn die angespannte Situation hat das Leben für die Kinder des Waisenhauses noch schwieriger gemacht. Auch sie sind von den Auswirkungen des Bürgerkrieges bedroht. Die Waisen wachen jeden Tag mit Angst um ihr Leben auf und hören täglich Schüsse.

Zusätzlich ist nun noch ein weiteres existenzbedrohendes Problem aufgetreten. Im Oktober 2018 wurde das Dach des Waisenhauses bei einem Hagelsturm stark zerstört. Die daraufhin folgende Trockenzeit (meistens November bis Februar/März), in der es monatelang überhaupt nicht regnet, machte das Problem vorerst vergessen. Nun haben allerdings die ersten Regenfälle eingesetzt, die sich zu monatelangen, täglichen, starken tropischen Schauern steigern werden. Das durch das zerstörte Dach eindringende Wasser beschert den Kindern momentan unruhige Nächte, denn sie müssen in durchnässten Betten schlafen.

Der Regen hat bereits im Haus große Verwüstungen angerichtet. Es besteht die Gefahr, dass die aus Lehmblöcken gebauten Häuser in absehbarer Zeit einstürzen. Damit wären die mehr als 50 Waisenkinder obdachlos – in einem Gebiet, in dem momentan täglich Menschen in nächster Umgebung bei Kämpfen sterben. Damit dies nicht geschieht, will Jonas Morbe sich gemeinsam mit seinem gemeinnützigen Verein „ex animo“ um die Erneuerung des Daches kümmern.

Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 5000 Euro. Diese Summe soll durch Spenden aufgetrieben werden. Damit die Arbeiten baldmöglichst beginnen können, bittet Morbe um Unterstützung.

Das Gelände bietet Platz zum Spielen und Toben – ein Stück Kindheit trotz Bürgerkrieg. Foto: Jonas Morbe

Spenden können auf das Spendenkonto IBAN DE82 5935 1040 0000 2307 89 eingezahlt werden. Spendenquittungen können ausgestellt werden.