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Tradition am Erbsensonntag: Erbsenrad rollt in die Wadrill

Brauchtum in Wadrilltal : Symbol der Sonne vertreibt in Wadrill den Winter

Am ersten Fastensonntag war im Hochwaldort Wadrill wieder Erbsensonntag. Das Erbsenrad rollte von der Anhöhe Perscher Kopf talabwärts bis in die Wadrill, wo es mit einem lauten Zischen erlosch.

Das brennende Rad soll den Winter vertreiben und für eine gute Ernte sorgen. „Wie es überliefert worden ist, führen wir diesen uralten Brauch schon einige Jahrzehnte durch. Mit der Tradition wird nicht gebrochen“, sagte Heidi Fandel, Vorsitzende vom Verein der Heimat- und Naturfreunde. Schriftliche Zeugnisse über das Brauchtum, in dem Feuerräder eine Rolle spielen, stammen aus Nordeuropa, wo der Winter lang ist und die Sonne nur spärlich wärmte. Sonne, Erde und Wasser als Urkräfte des Lebens gehen im Brauch des Erbsenrades eine symbolische Verbindung ein.

Das brennende Rad ist das Symbol der Sonne. Ihre Kraft wird gleichsam vom Himmel herabgeholt, damit sie sich mit der Erde verbindet und den Winter beendet. Im Wasser erlischt schließlich das brennende Rad am Ende seines Weges.

Der ursprünglich heidnische Brauch wurde unter dem Einfluss der Kirche mit christlichen Symbolen ergänzt. Zunächst wurden ebenfalls aus Stroh gewickelte Kerzen und ein Kreuz angezündet. Dann erklang das Lied „Großer Gott, wir loben Dich“, das aufzeigen möchte, wer der Ursprung des Lebens ist, und anschließend wurde das Rad mit dem Kreuz angezündet. Dann rollten die Naturfreunde Michael Kuhn, Florian Fischbach, Florian Barbian und Lukas Maring das Rad talabwärts bis in die Wadrill, wo es nach rund 500 Metern mit einem lauten Zischen erlosch.

Wegen des schlechten Wetters hatten sich nur rund 100 Schaulustig zu dem lebendigen Brauchtum mit der feurigen Zeremonie eingefunden. Mit dem traditionellen Eieressen in der Wadrilltalhalle wurde letztendlich Brauchtum und Tradition für ein Jahr verabschiedet.