Tolle Stimmung bei der Kappensitzung der KV „Mir gen us net“ Wadern

Kappensitzung in Wadern : Von stierenden Männern und tanzenden Piraten

Bei ihrer Gala-Kappensitzung hat die Karnevalsgesellschaft „Mir gen us net“ Wadern für tolle Stimmung im Saal gesorgt.

Ein stimmungs- und humorvolles Feuerwerk der guten Laune hat die Karnevalsgesellschaft „Mir gen us net“ Wadern von 1897 abgebrannt. Fulminant war bereits der Einmarsch des närrischen Thron­adels Prinzessin Anna I. und Prinz Sebastian I. sowie des Kinderprinzenpaares Fabian und Maria. Mit dabei waren auch Elferratspräsidentin Annemarie Pfister und Elferratspräsident Stefan Regert samt Elferrat sowie unzählige Gardemädchen und Show-Tänzerinnen. Die närrischen Regenten meisterten mit Bravour ihre Proklamation ans Narrenvolk. Sie forderten dazu auf, mit guter Laune beim Mix aus traditionellen Gardetänzen, schillernden Showtänzen, urwüchsigem Humor aus der Bütt und Männerballetts kräftig mitzufeiern.

Es Kätt und es Bebb waren die Eisbrecher in der Bütt. „Dein neuer Hut gefällt mir von Jahr zu Jahr besser“, sagte es Kätt. „Aber mein neues Kleid habe ich vom Haushaltsgeld gespart, weil mein Mann nur noch Hundewurst isst“, meinte die andere, worauf gleich der nächste Konter folgte, dass er stets mit dem Bein zuckt, wenn er an einem Baum vorbei gehe. Nettigkeiten – aber auch Frechheiten – warfen sie sich gegenseitig an den Kopf, verschonten die Ehemänner nicht: „Von wegen feurig wie ein Stier, er stiert mich nur so an.“ Darüber hinaus machten unrühmliche Urlaubsgeschichten die Runde.

„Alles ist Mist, weil vieles im Argen ist“, palaverte eine Gelbweste, die in Wort und Gesang so manches Übel feinsinnig und humorvoll anprangerte. Nur Phantasten können einen solchen Gesundheits- und Krankenhausplan aufstellen, Wahlversprechen der Parteien taugen auch nichts. Die Bemühungen von Losheim, sich endlich Mittelstandszentrum nennen zu dürfen, werden wohl auch nicht zum Tragen kommen, den Bürgern dort schwirrt doch schon der Titel „Stadt am Meer“ im Kopfe herum. Ein Loblied stimmte sie jedoch auf die Wadriller Alpinisten an, die mit ihrem Kletterpark in Wadern für große Furore sorgen. „God save Wadrill“, sang sie inbrünstig. Auch die Feuerwehren der Stadt wurden gelobt, schließlich hatten sie die Unwetterkatstrophen vom vergangenen Sommer fürsorglich bewältigt. Et Botterblömchen, Stammgast in der Waderner Bütt seit mehr als drei Jahrzehnten, ließ seine Kalauer wie üblich vom Stapel. Befreundete Zeitgenossen bekamen ihr Fett weg, Gott und die Welt zog er durch den Kakao. Die Wadriller hat er mal wieder verschont, kündigte aber auf Nachfrage der SZ an, dass dies im nächsten Jahr aber wieder ganz anders sein soll.

Kevin, Chantal und erstmals Michel als Trio hatten sich in der Stadt Wadern nach Ungereimtheiten umgesehen. „In der Baulücke am Arbeitsamt werde wohl ein Bordell gebaut“, vermutete der eine, worauf ihm die Antwort der anderen, dass sie nur im Haco einkaufen werde, entgegen prasselte. Der Fußballplatz in Wadern, wo der FC Noswendel Wadern spielt, wird nach den Richtlinien des DFB, der nur Frauenamen möchte, umbenannt. Zur Erinnerung an den berühmten Fußballer von Wadern hat der Vorstand beschlossen, dass es „Herbert Scholl seine Frau ihr Stadion“ heißen soll.

Zwischen all den humorigen Büttenreden gab es tolle und anspruchsvolle Tänze mit feiner Choreographie und bunten Kleidern. Die Jugendschautanzgruppe wirbelte als Meerjungfrauen über die Bühne, die Juniorinnen schlüpften in die Rollen von Piraten der Meere, während die Formation Lady Like mit „I feel pretty“ ebenfalls akrobatische Akzente setzten. Mit Gardetanz und Funkenmariechen Emmy Konz gab es traditionelle Tänze, während das Männerballett Lockweiler (Großeinsatz im Saarland) und das Männerballett Noswendel (Hochwald-Jürgen sucht das Cover-Girl) ebenfalls ihr tänzerisches Können abspulten. Ein weiteres Glanzlicht setzte die Showtanzgruppe der KG Rohrbach mit ihren Sandmännchen. Nach knapp fünf Stunden endete die Gala-Kappensitzung der Waderner mit einem bunten Aufmarsch aller Akteure zum großen Finale. Die Partyband „Bumi and the Mooncrakers“, die während der Darbietungen stets den richtigen Tusch setzte, sorgte anschließend noch für Stimmung.