Theaterfreunde: Theaterfreunde stoßen auf das Jubiläum an

Theaterfreunde : Theaterfreunde stoßen auf das Jubiläum an

Seit 25 Jahren stellt die Truppe regelmäßig Aufführungen auf die Beine – am Wochenende wird gefeiert.

Die Theaterfreunde Wadrill haben allen Grund zu feiern. Die 1991 gegründete Gruppe brachte im April 1992 nach mehr als 30-jähriger Pause wieder die erste Theatervorstellung auf die Bühne des alten Wadriller Pfarrheims. In diesem Gebäude, um 1780 neben der Kirche errichtet, wurden schon vor rund 100 Jahren Theaterstücke aufgeführt. Diese schöne Tradition musste eingestellt werden, nachdem das Gebäude Ende der 1950er Jahre mehr und mehr verfiel. In den 80ern wurde es dann grundlegend renoviert. Eine Gruppe junger Leute nahm dies zum Anlass, die alte Tradition des Theaterspiels im Wadriller „Jugendheim“ wiederzubeleben.

„Allerdings begann der hoffnungsvolle Neuanfang zunächst mit einer Enttäuschung. Der erste Vorverkaufstag war eine totale Pleite, nur drei Eintrittskarten konnten verkauft werden“, erzählt Manfred Bonertz, der seit den Anfängen den Part des Regisseurs übernommen hatte. Den jungen Theatermachern schwante schon Böses, aber zum Glück lief der Vorverkauf in den folgenden Wochen immer besser.

Zur Premiere des Stücks „De Lejner-Paul“ am 25. April 1992 war der Saal des Pfarrheims bis auf den letzten Platz besetzt. Die Vorstellung wurde ein voller Erfolg und war in den nächsten Tagen das zentrale Gesprächsthema im Ort. Die jungen Laienschauspieler wurden mit viel Lob überhäuft. So waren die Eintrittskarten für die zwei weiteren Vorstellungen innerhalb weniger Tage ausverkauft.

In den letzten zehn Jahren wurden pro Stück in der Regel mindestens fünf, meistens sogar sechs Vorstellungen dargeboten. Die Eintrittskarten für alle Vorstellungen waren dann immer innerhalb weniger Tage ausverkauft. „20 verschiedene Stücke innerhalb von 25 Jahren, insgesamt 100 Vorstellungen, davon 92 im Pfarrheim, acht in der Wadrill­talhalle“, blickt Bonertz auf die Gesamtbilanz der Theaterstücke. Rund die Hälfte aller Eintrittsgelder wurden gespendet, ein Teil an die Pfarrgemeinde, ein größerer Teil für verschiedene soziale Zwecke, insgesamt etwa 26 000 Euro.

Die Theaterfreunde Wadrill spielten bisher ausschließlich Lustspiele, aber nicht nur Bauernstücke. Auch einige Satiren und Boulevardkomödien brachten sie schon auf die Bühne, aber immer in Wadriller Platt, an das ländliche Milieu angepasst und meist mit viel Lokalkolorit gewürzt. „Unser Publikum weiß dies zu schätzen“, betont Bonertz weiterhin, denn gut die Hälfte des Stammpublikums kommt aus Orten der Umgebung, einige aber sogar regelmäßig aus größerer Entfernung.

Bemerkenswert waren bislang auch die Bühnenbilder, ideenreich und immer exakt an das Stück angepasst: Dorfstraße, Bauernhof, Kleingarten, Polizeirevier, Burgzimmer, Gaststätte, Badestrand, sogar das Innere eines Flugzeugs war schon zu sehen.

Mit zehn Theaterbegeisterten hat es 1992 angefangen. Inzwischen besteht die Gruppe aus etwa 20 Aktiven auf und hinter der Bühne. Insgesamt haben in 25 Jahren stattliche 34 Laienschauspieler ihre Rollen bei den Theaterfreunden eingebracht. Dazu kommen noch viele hilfreiche Hände, die sich bei den Aufführungen um das Wohl der Gäste kümmern.

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