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SaarGummi
Technische Herausforderungen virtuell lösen

Foto: SaarGummi Neo
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Wadern. Das Unternehmen SaarGummi aus Wadern beschreitet mit einer eigenen Innovationssparte den Weg in die Zukunft.

Das Branchenforum Automotive besuchte den Standort Siersburg der SaarGummi Group, die auch in Büschfeld ein Werk unterhält. Mit der eigenen Innovationssparte Saargummi Neo demonstriert der saarländische Zulieferer, wie wichtig ihm das Zukunftsthema „Neue Technologien“ ist. „Innovationen sind in Zeiten des Umbruchs essenziell, um die Wertschöpfung zu optimieren und die Geschäftsbasis zu erweitern“, sagte der Leiter des Branchennetzwerks automotive.saarland, Pascal Strobel, zu Beginn der Veranstaltung, die von saaris und der IHK Saarland organisiert wurde. Und er traf mit dieser Aussage direkt ins Herzstück der SaarGummi Neo GmbH, die den etwa 40 Teilnehmern ihre Innovationsplattform vorstellte.


Aus Sicht von SaarGummi werden Dichtungen oft unterschätzt. Ein Autobesitzer werde sich kaum darüber Gedanken machen, welchen Herausforderungen etwa eine Türdichtung im Laufe eines Pkw-Lebens gerecht werden muss, meinte Strobel. „Wichtig ist dem Endkunden nur, dass es nicht ins Wageninnere regnet oder zieht. Anders die Erstausrüster – sie verlassen sich nicht nur auf die bewährte SaarGummi-Qualität hinsichtlich einer lebenslangen Dichtigkeit unserer Systeme, sondern erwarten auch neue Entwicklungen im Design oder die Berücksichtigung von Umweltaspekten wie geringere CO2-Emissionen durch Gewichteinsparung“, betonte Strobel. Und auch die Verminderung von Geräuschen spiele zunehmend eine Rolle. „Wir suchen von Anfang an gemeinsam mit unseren Kunden nach den fortschrittlichsten Lösungen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir bei den neuen Technologien ganz vorne mitspielen.“

Wie die SaarGummi Neo das macht und die weltweit agierende Unternehmensgruppe mitnimmt, wurde auf einem Innovations-Marktplatz vorgestellt. Ingenieur Jan Ringeisen zeigte beispielsweise die sich in der Entwicklung befindliche Fotothermometrie-Methode, welche die Dicke von Lackschichten während des Produktionsprozesses automatisiert misst. Zerstörungsfrei, berührungslos, werkerunabhängig und kontinuierlich könne gemessen werden.

Die Ergebnisse seien genauer, schneller, eine direkte Rückverfolgung möglich. Ein erster Schritt in die automatisierte Messung, sagte Ringeisen. Die vielen Fragen nach dem Vortrag belegten: Die technische Vorgehensweise könnte auch von anderen adaptiert werden. Dass SaarGummi Neo am Puls der Zeit ist, zeigt das Unternehmen beim Thema „Augmented Realiy“.

Mit einem großen Schritt in die automatisierte Zukunft beweist der Zulieferer hier die Umsetzung neuester Technologien in seine Produktion. Gemeinsam mit einem Start-up des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), dem Mannheimer Unternehmen IOXP GmbH, entwickelt das Team der SaarGummi Neo digitale Werkzeuge für die Qualifikation und Qualitätssicherung, die Werker in ihrer Arbeit unterstützen. „Vorstellen kann man sich das wie folgt: Mit der Aufnahme von Bildern oder Videos zeigen erfahrene Werker Arbeitsschritte in der Montage. Eine Software setzt diese Daten in den Computer um, so dass andere Mitarbeiter bei der Arbeit davon lernen können“, erläuterte Alexander Lemken von IOXP. Gleichzeitig werde die getane Arbeit dokumentiert und mit einer Datenanalyse die Qualität weiter gesichert. „Realität und virtuelle Realität verschmelzen miteinander und können die Werker in idealer Weise unterstützen“, führte Lemken weiter aus. Für die SaarGummi Group mit ihren 19 Produktionsstandorten weltweit könne die Umsetzung von „Augmented Reality“ nach Meinung von Volker Schumacher, Innovationsmanager bei SaarGummi Neo, in Zukunft eine deutliche Reduktion von Dienstreisen bedeuten: „Die neuen Tools geben uns die Möglichkeit, technische Herausforderungen virtuell gemeinsam zu lösen und im jeweiligen Werk dann real umzusetzen.“