Tausendsassa in Sachen Faasend

Seit 23 Jahren gehört Festus, mit bürgerlichem Namen Christian Lauer, zur Wadriller Faasend wie das Konfetti zur Luftschlange. Dieses Jahr stellt er seinen eigenen Fastnachtssong „Die Party ist jetzt“ vor.

Den Spagat als Elferrat, Sänger, Musiker und Büttenredner schafft Christian Lauer spielend. Steht der 45-jährige Wadriller doch nunmehr seit 23 Jahren auf den Brettern, die für ihn an Fastnacht die Welt bedeuten. An diesem Samstag wird Festus seine Kollegen von den Fratzenmachern und die Zuschauer der Kappensitzung an einer Premiere teilhaben lassen: der seines Songs "Die Party ist jetzt" - "ein Lied, das sich von anderen abhebt", wie der Mann, den alle liebevoll Festus nennen, verspricht.

Premiere bei Kappensitzung

Auf verschiedenen Online-Portalen hat er den Titel schon verewigt, ebenso auf CD. Bei der ersten Kappensitzung in seinem Heimatort wird Lauer ihn erstmals live präsentieren. Die Idee, zur Feder zur greifen, kam ihm nach seinen Worten bei einer Fernsehsendung, als ein "älteres Modell" den Satz formulierte "Die Party ist jetzt" - übrigens nicht das erste Mal, dass er sich zu einem Titel inspirieren ließ. Fans klingt noch sein "Nossa, Nossa" in den Ohren, und vor drei Jahren an Fastnacht der Song des brasilianischen Latin-Pop-Sängers Michel Teló: "Ai Se Eu Te Pego!" - "Wenn ich dich kriege".

"Ich liebe es, Leute zu unterhalten", nennt der Tausendsassa seine Motivation, sich Mikro oder Gitarre zu schnappen, aus der Bütt heraus sich so manchen Reim auf das eine oder andere Geschehen zu machen. "Ich schreibe auch Büttenreden für andere", verrät der Mann, der im Zivilleben als Justizvollzugsbeamter in der psychatrischen Station in Wittlich arbeitet. Dabei schien es bei seinem ersten Auftritt, dass er und die Faasend so gar nicht zusammenpassen wollten: "Als ich 1992 mit einer Rede, die mir jemand geschrieben hatte, in der Bütt stand, habe ich diese komplett vergeigt", gesteht er. Doch er gab nicht auf, probierte es erneut - dieses Mal mit einer, die aus seiner Feder stammte und landete einen Erfolg. "Ich habe immer meinen Vater Hans-Werner bewundert, der ein Super-Büttenredner war", sagt er. Mittlerweile hat er auch bei den Mombergteufeln in Gronig angeheuert, wie Christian Lauer gesteht.

Die Band hat Pause

Da Terminüberschneidungen der Fratzenmacher und der Mombergteufel ausgeschlossen sind, kann er auch in dem Oberthaler Ortsteil seiner Leidenschaft frönen, die er "mein absolutes Hobby Nummer eins" nennt.

Auszeit nimmt sich der Fastnachter in der Zeit der Kappensitzung von seiner Band Switch ON. Mit Tobias Jacobs tourt er das ganze Jahr über durch die Lande - Keyboard und Gitarre im Gepäck, musiziert und singt an Geburtstagen ebenso wie zu Hochzeitsfesten, bei Vereins- oder Firmenfeten. Wegen des Verständnisses, das Ehefrau Elisabeth für die vielen Hobbys ihrer besseren Hälfte aufbringt, lobt er: "Sie hat einen ganz, ganz großen Orden verdient." Übrigens: Den Namen Festus erhielt er in seiner Jugendzeit - eine Bezeichnung, die er wegen des trotteligen Darstellers in einer Western-Serie, die bis Mitte der 70er Jahre über den Bildschirm flimmerte, hasste. "Später habe ich ihn dann zu meinem Künstlernamen gemacht."

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