Taekwondo Bardenbach dominiert bei Saarlandmeisterschaften in Büschfeld

Taekwondo-Meisterschaft in Büschfeld : Fäuste und Beine fliegen, aber keiner wird verletzt

Bei den Taekwondo-Saarlandmeisterschaften im Formenlauf stellte Sam Bardenbach als Ausrichter-Verein mehr als die Hälfte aller Starter.

Es ist 10.05 Uhr in der Schlossberghalle Büschfeld. Während sich im unteren Drittel mehrere Sportler auf ihren Einsatz bei den Saarlandmeisterschaften im Taekwondo vorbereiten, steht im oberen Drittel Clara Trampert bereits auf der Matte. An der Wand ist sehr deutlich die südkoreanische Flagge zu erkennen. Das ist keine Überraschung, denn die Sportart kommt ursprünglich aus Korea.

Nachdem Trampert das Startsignal erhalten hat, verbeugt sie sich und legt los. Bei den Titelkämpfen geht es um die Disziplin Poomsae, den Formenlauf. Während ihrer Darbietung zeigt Trampert Tritte (Kicks) – sowohl zur Seite als auch geradeaus. Sie bewegt ihren Arm seitlich und fährt ihre Faust aus (Fauststoß). Handkantenschläge zählen ebenfalls zum Repertoire. Zum Abschluss stößt Trampert einen Kampfschrei aus. Der Schrei kommt aus dem Bauch heraus und soll noch einmal die letzten Kräfte mobilisieren.

In der Halle selbst herrscht eine familiäre Atmosphäre vor. Viele Geschwister, Eltern und Großeltern der Sportler sind gekommen. Zum Zugucken und Anfeuern. Sabrina Leinenbach bestätigt diesen Eindruck: „Alle sind da. Es ist schön hier.“ Leinenbach ist die zweite Vorsitzende des ausrichtenden Vereins Taekwondo Sam Bardenbach. Der Grund für ihr Engagement in der koreanischen Sportart ist ihr Sohn Robin, der an diesem Wochenende seinen vierten Saarlandmeisterschafts-Titel in Folge feiern konnte – natürlich für Taekwondo Sam Bardenbach. Der Verein ist in der Schlossberghalle mit einem großen Kontingent am Start. Leinenbach erklärt: „Wir als Ausrichter sind mit 20 Sportlern vertreten.“ Markus Klein, der zweite Vorsitzende der Taekwondo Union Saar, ergänzt: „Bardenbach ist zahlenmäßig dominierend bei den Turnieren.“ Und auch bei der Vergabe der Landestitel.

Janik Will trainiert beim Ausrichter die Minis und die Jugend. Er beschreibt Poomsae als „Kampf gegen einen imaginären Gegner mit Mitteln von Fuß- und Handtechniken in verschiedenen Stellungen“. Das Ziel bestehe darin, „die Techniken so präzise wie möglich durchzuführen“.

Mentale Stärke spielt dabei eine entscheidende Rolle, denn das „do“ in Taekwondo steht für den geistigen Weg oder die geistige Einheit. Man unterscheidet beim Taekwondo zwischen Formenlauf und Vollkontaktwettkämpfen.

Einen besonderen Höhepunkt stellt der Teamlauf dar. Alexander Görg, Dino Quint und Ulf Maaß vom TuS Herborn (bei Idar-Oberstein) stehen dabei gleichzeitig auf der Matte und zeigen parallel Fauststöße und Handkantenschläge. Sie stehen auf einem Bein, drehen sich und stoßen zusammen einen Schrei aus.

Jannik Will vom Taekwondo Sam Bardenbach erkämpfte sich den Landesmeister-Titel bei den Senioren der Leistungsklasse 1. Foto: Thiel Achim/Achim Thiel

Görg, Quint und Maaß sind drei von insgesamt 34 Einzelstartern, die in der Schlossberghalle ihr Können zeigen. Markus Klein gibt zu: „Im Moment sind es wenig Teilnehmer.“ Den Grund hierfür sieht er darin, dass es sich um eine geschlossene Meisterschaft handelt, also nur Mitglieds-Vereine der Taekwondo-Union Saar teilnahmeberechtigt sind. Insgesamt sieht der 2. Vorsitzende der Taekwondo-Union aber eine positive Tendenz: „Der Verband wächst langsam, aber er wächst.“ So habe in den vergangenen Jahren die Zahl der Vereinsgründungen zugenommen.