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Sternwallfahrt zur Marienkapelle

Nach einer Überlieferung ließ ein Müller die Kapelle aus Dankbarkeit für die Gottesmutter errichten. Foto: Erich Brücker
Nach einer Überlieferung ließ ein Müller die Kapelle aus Dankbarkeit für die Gottesmutter errichten. Foto: Erich Brücker FOTO: Erich Brücker
Morscholz. Jedes Jahr am Abend vor Palmsonntag begeben sich die Männer aus der Hochwaldregion auf Sternwallfahrt. An diesem Samstag tragen sie das gesegnete Misereor-Kreuz zur Kapelle nach Morscholz. Erich Brücker

Es ist Tradition geworden: Am Abend vor Palmsonntag, in diesem Jahr am 29. März, startet die Sternwallfahrt der Männer der Hochwaldregion zur Gnadenstätte der "Schmerzhaften Gottesmutter" am "Bildchen" in Morscholz . In diesem Jahr wird das Misereor-Kreuz, das im Dom zu Trier bei der Eröffnung der Fastenaktion "Misereor 1984" gesegnet wurde, von den Teilnehmern aus den Ortsteilen Rappweiler, Weiskirchen und Konfeld zur Kapelle getragen. Treffpunkt der Teilnehmer aus diesen Orten ist um 22.15 Uhr am Konfelder Ortsausgang "Zum Brückelchen".

Am Kindergarten Morscholz ist Treffpunkt für die Pilger aus Morscholz , Steinberg, Löstertal und Wadrill, während am Sportplatz in Thailen zur gleichen Zeit die Männer aus Bardenbach, Büschfeld, Nunkirchen, Weierweiler und Thailen losgehen. Die Messfeier wird um 23 Uhr zelebriert.

"Die vor etlichen Jahren wieder ins Leben gerufene Männerwallfahrt am Vortag zu Palmsonntag hat ihren Ursprung in den 30er Jahren. Pastor Peter Dingels (Konfeld) und Dechant Glas (Wadern) konnten die Männer in der damaligen Zeit bewegen, offen zu ihrem Glauben zu stehen, ihre Religion nach außen zu zeigen und somit einen Beitrag zur Leidensgeschichte Jesu zu leisten", sagt Helmut Müller vom Morscholzer Freundeskreis "Bildchen". Der Freundeskreis kümmert sich um die Ausschmückung und Instandhaltung der Kapelle.

Das "Bildchen" ist ein viel besuchtes schlichtes Kapellchen, das etwa 50 Meter abseits der Straße Weiskirchen-Wadern am Eingang des Friedwaldes liegt.

Der Anlass zum Bau der Kapelle zwischen 1840 und 1844 ist ein mündlich überliefertes Gelübde. Danach soll der Eigentümer der Maaßen-Mühle, nach aktuellen Erkenntnissen handelt es sich um Philipp Blattau (Trier), mit einem Pferdefuhrwerk auf dem Heimweg von Trier in ein schweres Gewitter geraten sein. Er kam in allergrößte Not, weil seine Pferde scheuten und mit dem Fuhrwerk losrannten. In dieser schlimmen Situation gelobte der Müller, zu Ehren der Gottesmutter eine Kapelle zu errichten, wenn er ohne Schaden nach Hause kommen würde. Das Pferdegespann kam mit der Fuhre nach einer abenteuerlichen Jagd im Friedwald zum Stehen. Es ist weiterhin überliefert, dass an dieser Stelle die Marien-Kapelle zum Dank errichtet wurde. Eigentümer ist heute der Ort Morscholz .