Statt einess Sektempfang lädt die CDU Wadern zum Neujahrsangrillen

Kostenpflichtiger Inhalt: Neujahrsempfang in Bardenbach : Schwenker statt Sekt für Kramp-Karrenbauer

Beim Neuangrillen der CDU Wadern verurteilte die Bundesvorsitzende die Angriffe auf Polizisten und Rettungsdienste.

Mit diesem Neujahrsangrillen ließ sich der CDU-Stadtverband Wadern zum Auftakt des Jahres 2020 auf ein neues Format ein. Schluss mit den üblichen Neujahrsempfängen mit Sekt und Häppchen. Stattdessen hieß Michael Leibig als Stadtverbands-Vorsitzender die geladenen Gäste im Bürgerhaus Bardenbach willkommen und präsentierte gleich seinen Stellvertreter Philip Demmer sowie die Schriftführerin Dr. Kathrin Müller, die auf der Bühne im weiteren Verlauf prominenten Gästen spannende Fragen stellen sollten. Allein der Stargast, die CDU-Bundesvorsitzende und Bundesministerin für Verteidigung Annegret Kramp-Karrenbauer, nutzte das Privileg der freien Rede, ohne im Anschluss allen Parteifreunden bei ihrem „Heimspiel“ in persönlichen Gesprächen Rede und Antwort zu verweigern. Und nicht zu vergessen: Getränke, Schwenker vom Grill sowie Kaffee und Kuchen gab’s natürlich auch.

Leibig stellte bei einem kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr strahlend fest: „Unser Wahlkampf endete für uns mit einer großartigen Punktlandung.“ Mit einer an Stimmen und Bedeutung im Stadtrat von Wadern gewachsenen Bedeutung habe die CDU-Fraktion unter anderem die Nordsaarlandstraße sowie insbesondere die Nordsaarlandklinik im Fokus: „Dafür kämpfen wir!“ Und dass der neue Vorstand seine Aufgaben engagiert und mit neuen Ideen angeht, das dokumentiere nicht zuletzt dieses erste Neujahrsangrillen.

Gleich anschließend bat Demmer die Landtagsabgeordnete Helma Kuhn-Theis zum ersten Interview auf die Bühne. Trotz angeschlagener Gesundheit versicherte sie, „dass wir uns auch in Weiskirchen aktiv für die Nordsaarlandklinik einsetzen“. Und das sei kein leerer Spruch, vielmehr wies sie darauf hin, dass es schon bald eine erste gemeinsame Sitzung der Räte von Weiskirchen und Wadern in der Kneippgemeinde geben werde, bei der eine gemeinsame Resolution für die dringend erforderliche Nordsaarlandklinik verabschiedet werden soll. Auf Demmers Frage, welche Schlagzeile sie sich für das neue Jahr erhofft, antwortete Kuhn-Theis: „Ich wünsche mir die Schlagzeile, dass diese Klinik endlich kommt.“

MdL Stefan Thielen nahm Dr. Kathrin Müllers Frage nach dem Saarlandpakt auf. Dieser Pakt solle bekanntlich noch in 2020 anlaufen, „und ich hoffe, dass da auch Wadern mitmachen wird“. Auf die Nordsaarlandstraße angesprochen, versicherte er, dass dieses von der CDU vorangetriebene Projekt dazu beitragen könne, die Hochwald-Region infrastrukturell noch besser an die weitere Nachbarschaft anzubinden. Das MdL: „Damit können wir dann auch endlich dem Bevölkerungsdruck aus Luxemburg besser entsprechen.“

Als sich dann plötzlich viele Köpfe dem Eingang zuwandten, war schnell klar, dass jetzt auch  Kramp-Karrenbauer mit langanhaltendem Applaus begrüßt werden konnte. Der Stargast sah von der Bühne aus im laufenden Jahr große Chancen für die vielerorts klammen Kassen der saarländischen Kommunen, endlich mehr finanziellen Spielraum zu bekommen. AKK: „Mit dem neuen Bund-Länder-Finanzausgleich schaffen wir eine Grundlage für die Teilentschuldung unserer Städte und Gemeinden. Damit nehmen wir Saarländer nicht zuletzt unsere Verantwortung wahr, unseren Kommunen den dringend erforderlichen finanziellen Freiraum zu beschaffen.“ Als Kontrastprogramm zu solchen positiven Nachrichten interpretierte sie die jüngsten bundesweiten Nachrichten von Übergriffen gegen Polizeibeamte und Rettungsdienste. „Diese Menschen haben unseren uneingeschränkten Rückhalt verdient – das muss sich schnellstmöglich wieder ändern!“ (Weitere Aussagen von AKK im Interview auf dieser Seite.)

Dass es aktuell Misstöne zwischen dem Rathaus von Wadern und der Landesregierung gibt, beklagte MdL Frank Wagner. Ausgangspunkt sei die Tatsache, dass im Saarland die Kommunen Träger der Grundschulen seien. Während sich die CDU-Fraktion in Waderns Stadtrat um dringend erforderliche Lösungen nicht zuletzt bei der Grundschule in Nunkirchen eingesetzt habe, kritisierte er, „dass sich der Bürgermeister viel zu oft weggeduckt und immer nur Land und Bund um Hilfe gebeten hat“. Inzwischen seien mit Hilfe der Landesregierung die entscheidenden Weichen für die Sanierung der Grundschule Nunkirchen gestellt worden. Wagner: „Das hätte schon früher passieren können.“

Aber bei der deutlichen Kritik blieb es letztlich auch. Nach Abschluss der öffentlichen Reden blieb noch Zeit genug für kleinere und größere Gesprächsrunden. Und klar: Das Holzfeuer unter dem Schwenker flackerte lange genug, so dass sich alle Gäste dieses ersten Neujahrsangrillens im beschaulichen Bardenbach keine Sorgen um ihr leibliches Wohl machen mussten.