Stadtrat Wadern lehnt möglichen Windpark bei Hochwaldalm ab

Hochwaldalm : Keine weiteren Windräder in Wadrill

Der Waderner Stadtrat sagt Nein zu Verkauf oder Verpachtung des städtischen Geländes an der Wadriller Hochwaldalm.

Jetzt ist es klar: Nahe der Wadriller Hochwaldalm werden keine neuen Windkraftanlagen errichtet – zumindest nicht auf den Flächen im Besitz der Stadt Wadern. In seiner jüngsten Sitzung hat der Waderner Stadtrat einstimmig bei einer Enthaltung beschlossen, das nördlich der Wadriller Hochwaldalm gelegene städtische Gelände für die Errichtung von Windkraftanlegen weder zu verpachten noch zu verkaufen.

Die besagte Fläche von etwa 36 Hektar Waldgelände, die sich zu 75 Prozent im Besitz der Stadt befindet (die übrigen 25 Prozent gehören der Gehöferschaft Wadrill), war als Vorranggebiet für Windenergieanlagen der Stadt Wadern aufgrund der vom Innenministerium erteilten Genehmigung von Ende November 2018 im geänderten Teilflächennutzungsplan Windenergie der Stadt ausgewiesen worden. Diese Genehmigung wurde am 17. Januar 2019 öffentlich bekannt gemacht und war damit ab 18. Januar rechtskräftig. Rein planungsrechtlich wäre damit der Weg frei gewesen für den Bau von Windrädern auf diesem Areal.

Doch der Stadtrat entschied jetzt anders und sprach sich eindeutig gegen neue Anlagen an dieser Stelle aus. Damit ist nunmehr ein endgültiger Schlussstrich unter das Gerücht gezogen worden, die Stadt wolle oberhalb der Alm, die nach Ansicht vieler ein touristisches Kleinod für Wanderer, Radfahrer und Erholungssuchende darstellt, Windenergieanlagen bauen. „Dafür hatten wir keine Pläne in der Schublade, aber bislang auch keine Rechtsgrundlage“, betonte Bürgermeister Jochen Kuttler im Vorfeld zur Abstimmung.

Der Verwaltrungschef wies aber darauf hin, dass in der Vergangenheit mehrere Unternehmen aus eigenem Interesse bei der Stadt vorgesprochen hatten, um dort Windenergielagen realisieren zu können. Diese Unternehmen (VSE AG, EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Juwi Energieprojekte GmbH und die RES Deutschland AG) hatten auch aus eigenem Antrieb Voruntersuchungen angestellt und konkrete Pachtangebote unterbreitet. Es hätten nach Kuttlers Worten ohne nähere und eingehendere Prüfungen drei Windenergieanlagen errichtet werden können.

Während dieser Diskussionen um die Windräder bei der Alm hatten sich aber auch die zuständigen Ortsräte von Wadrill, Gehweiler und Wedern (Reidelbach) mehrmals mit der Angelegenheit zu befassen. Nach ersten Ortsratssitzungen im Mai 2018 zur Thematik und nach der Gründung einer Bürgerinitiative wurde eine Bürgerversammlung für den 2. Juli 2018 einberufen, in der sich eine große Mehrheit gegen die Windräder aussprach und eine Bürgerbefragung bis spätestens Ende März 2019 forderte. Die Stadtverwaltung hielt eine kurzfristig anberaumte Bürgerbefragung für nicht sinnvoll, da die Beteiligung an der Befragung für ein repräsentatives Ergebnis zu gering ausfallen könnte. Statt dessen favorisierte die Verwaltung eine Befragung im Rahmen der anstehenden Kommunalwahlen im Mai 2019. In weiteren Ortsratssitzungen und auf Grund der vernehmbaren Äußerungen der Bevölkerung vor Ort war eine klare Tendenz gegen die Errichtung von Windrädern im Bereich der Hochwaldalm zu erkennen.

In einem letzten Gespräch zwischen Stadtverwaltung, Ortsräten und Bürgerinitiative im Januar dieses Jahres wurde eine neue Vorgehensweise ins Auge gefasst, die dem Stadtrat die Aufgabe zuwies, die Grundsatzfrage zu beantworten, ob das Interesse der Stadt Wadern darin besteht, auf dem größten Teil der stadteigenen Flächen dieses Vorranggebietes Windenergieanlagen zu errichten oder konkrete Planungen zu einem Windpark Hochwaldalm in die Wege zu leiten. Drei Tage vor der Stadtratssitzung hatten die Ortsräte erneut zu diesem Thema getagt und alle einmütig gegen eine Verpachtung der Flächen gestimmt.

Da diese Entscheidung nunmehr getroffen wurde, kann auch die angedachte Bürgerbefragung zum Thema entfallen. Es herrschen jetzt klare Verhältnisse für die betroffenen Bürger, von denen viele vornehmlich aus dem neuen Stadtteil Wadrilltal diese Stadtratssitzung verfolgten und die getroffene Entscheidung der Ratsmitglieder mit lautstarkem Beifall bedachten.

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