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Stadt Wadern begrüßt Initiative zur Realisierung der Nordsaarlandstraße

Kostenpflichtiger Inhalt: Wadern : „Nordsaarlandstraße als Ganzes sehen“

Waderns Bürgermeister Jochen Kuttler begrüßt die neue Initiative zur Vollendung der Nordsaarlandstraße, gibt aber zu bedenken: Auch in Lockweiler, Löstertal, Dagstuhl und Nunkirchen sind die Menschen stark vom Verkehr belastet.

Die Stadt Wadern begrüßt in einer Stellungnahme gegenüber unserer Redaktion die Bewegung, die in die Diskussion um die Realisierung der Nordsaarlandstraße gekommen ist. Auf 20 Kilometern führt die angedachte Verbindung zwischen den Autobahnanschlussstellen Merzig-Schwemlingen und Nonnweiler-Braunshausen durch das Gebiet der Stadt Wadern. Dabei sollte nach Überzeugung der Stadt jedoch nicht nur die Nordumfahrung von Merzig im Zentrum der Betrachtung stehen. „Eine Entlastung der Ortsdurchfahrten muss ebenso ins Auge gefasst werden wie die Dreispurigkeit der L 329 am Kasteler Berg“, heißt es hierzu aus dem Rathaus.

Für die Stadt Wadern als Mittelzentrum ist eine schnelle Anbindung an die Kreisstadt Merzig und die A8 nach Luxemburg auf der einen Seite und die Autobahn A1 nach Saarbrücken und Trier auf der anderen Seite nach eigenem Bekunden von existenzieller Bedeutung. „Insofern kann man die Ankündigung von Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, hier eine für alle Seiten praktikable Lösung zu finden, nur begrüßen“, erklärt Bürgermeister Jochen Kuttler.

Im Ausbau der Straße sieht die Stadt Wadern auch eine Chance für die aktuell wieder in der Diskussion befindliche Realisierung einer Nordsaarlandklinik. In der Mitteilung heißt es: „Wir sind als Mittelzentrum ein idealer Standort für eine solche Klinik. Und je besser und schneller man sie erreichen kann, umso besser ist das für die Bürgerinnen und Bürger der Hochwaldgemeinden.“

Jochen Kuttler (Pro Hochwald): „Die Nordsaarlandstraße ist mehr als nur die Nordumfahrung.“. Foto: TINA MANN

Eine entscheidende Frage stellt sich für die Hochwaldstadt: Was ist mit Nunkirchen, Dagstuhl, Löstertal und Lockweiler? „Wer eine Nordsaarlandstraße will, kommt an einer Umfahrung von Merzig nicht vorbei. Ich denke, da sind wir uns alle einig“, sagt Jochen Kuttler. „Der Baustein darf allerdings auch nicht isoliert gesehen werden“, gibt der Waderner Verwaltungschef zu bedenken: „Wir müssen vielmehr die gesamte Strecke im Blick haben. Wenn nämlich von Nordsaarlandstraße gesprochen wird, hat man allzu oft nur den Abschnitt zwischen Merzig und dem Kleinen Potsdamer Platz im Kopf. Wir hören da immer, ‚alles andere kann ja über bestehende Straßen abgewickelt werden‘, sagt der Rathauschef. „Das greift allerdings viel zu kurz“.

Auf rund 20 Kilometern durchquert die Nordsaarlandstraße das Gebiet der Stadt Wadern. Die Ortsdurchfahrten von Nunkirchen, Dagstuhl und Buweiler – und auch von Lockweiler als südlicher Autobahnzubringer – sind schon heute massiv von dem enormen Verkehrsaufkommen betroffen – Schwerlastverkehr inklusive. „Beim Knotenpunkt Nunkirchen sprechen wir da beispielsweise über weit mehr 20 000 Fahrzeuge täglich“, sagt Bürgermeister Jochen Kuttler.

Für die Stadt Wadern ist deshalb unabdingbar, dass das Projekt Nordsaarlandstraße nicht auf den Abschnitt zwischen Merzig und dem Kleinen Potsdamer Platz reduziert wird. Es muss erneut über die Dreispurigkeit der L 329 zwischen Buweiler und Kastel (Kasteler Berg) diskutiert werden, ebenso über die Verkehrsbelastung in Dagstuhl.“ Sehr komplex und mit vielen Herausforderungen versehen sei indes die Frage, wie man mit der Thematik „Entlastung Nunkirchen“ umgeht, findet Kuttler. Im Gegensatz zu allen anderen bislang im Raum stehenden Planungen liege hier eine konkrete Zusage des Bundes vor, eine Umgehung zu finanzieren. Seit 2016 seien hier im Bundesverkehrswegeplan 28,7 Millionen Euro eingeplant, erläutert Kuttler. „Dabei hat der Bund allerdings weder gesagt noch festgelegt, wie man den südlichsten Stadtteil der Stadt Wadern vom massiven Verkehr entlasten kann und soll, sondern lediglich ein Großszenario als eine Möglichkeit aufgezeigt und dieses mit Zahlen hinterlegt.“

Im Jahr 2016 hätten sich Ortsrat Nunkirchen und Stadtrat sehr eingehend mit der komplexen Thematik befasst. „Die Forderung war dahingehend, sowohl die Chancen als auch die Risiken einer wie auch immer ausgestalteten Ortsumgehung Nunkirchen aufzuzeigen und diskutabel zu machen; gegebenenfalls mit einer Kosten-Nutzen-Analyse, die auch die Auswirkungen auf die Gesamtstadt sowie auf die Infrastruktur von Nunkirchen zum Ausdruck bringt“, erklärt die Stadt hierzu.

Bürgermeister Jochen Kuttler: „Hier stehen wir am Anfang einer Entwicklung, die nun nach vorn getrieben werden muss. Und allen ist sehr wohl bewusst, dass es sich bei der Umfahrung Merzigs am Ende um eine vom Land finanzierte Investition handeln wird. Das kann aber kein Grund sein, die Strecken, die in Kombination über Landes- und Bundestraßen führen bei den Überlegungen für eine Schnelltrasse zwischen Nonnweiler-Braunshausen und Merzig-Schwemlingen außer Acht zu lassen.“

Abschließend sagt Bürgermeister Jochen Kuttler: „Wer eine sinnhafte Verbindung zwischen den beiden Autobahnen A8 und A1 schaffen will, muss das Projekt als Ganzes sehen. Insofern freuen wir uns und unterstützen selbstverständlich die Initiative der Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer.“ Diese Unterstützung sei verbunden mit der Aufforderung und eindringlichen Bitte, die Interessen der Bürger der Stadt Wadern in die weiteren Planungen einzubeziehen. Kuttler: „Die Nordsaarlandstraße ist ein sehr sehr wichtiges Projekt für uns alle. Wir sollten gemeinsam alle Hebel in Bewegung setzen, das Beste für unsere Region zu erreichen. Und zwar auf den gesamten rund 55 Kilometern, die die Nordsaarlandstraße hoffentlich irgendwann einmal umfassen wird.“