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SPD Wadern fordert massiven Ausbau des Radnetzes

Waderner Parteien zu Nordsaarlandstraße : SPD: Nordsaarlandstraße schafft Verbindung

Dagegen wollen Grüne in Wadern Ausbau von Radnetzen und Reaktivierung stillgelegter Eisenbahntrassen.

 Ja zur Nordsaarlandstraße sagt der stellvertretende Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes, Eric Meyer. „Die Sinnhaftigkeit einer Verbindung der Autobahnen A1 und A8 steht für mich außer Frage“, kommentiert er die Ankündigung von Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Bei ihrem Besuch im Saarland hatte sie mitgeteilt, dass eine Projektgruppe aus Verantwortlichen der Bundeswehr  kläre, ob die Trasse über das Truppenübungsgelände der Bundeswehr in Merzig gebaut werden kann. Nach Ansicht von Meyer, zugleich Chef des SPD-Ortsvereins Löstertal, müssen bei einem Bau der Nordsaarlandstraße die Nadelöhre im Waderner Stadtgebiet mit der gleichen hohen Priorität beseitigt werden wie die Verkehrsbelastung rund um Merzig. Als Beispiel nennt er  die Verkehrsführung zwischen Nunkirchen und Buweiler. „Bereits bei der Planung müssen sowohl die Interessen der Fußgänger als auch der massive Ausbau des Radwegenetzes berücksichtigt werden. Nur so ist eine nachhaltige und zukunftsorientierte Verbesserung der Infrastruktur für alle Betroffenen herbeizuführen“, sagt Meyer

Die Waderner Grünen lehnen das Straßenprojekt hingegen nach den Worten ihres Sprechers Peter Rohles ab. „Auch wenn die Kreisparteien nach den Gedankenspielen der Verteidigungsministerin aus dem Saarland unisono Morgenluft bei der Realisierung des angeblich so unverzichtbaren Projektes Nordsaarlandstraße wittern, können wir aus guten Gründen nicht einstimmen.“

Grundsätzlich spreche nichts dagegen, möglichst viel Verkehr aus den Innenstädten fernzuhalten.  Das gilt  nach Ansicht von Rohles für Merzig, das vom Durchgangsverkehr arg gebeutelt werde. Doch er hege Zweifel, ob die Nordumfahrung über das Gelände der Bundeswehr den erhofften Effekt haben werde. „Die Summe im vermutlich zweistelligen Millionenbereich sollte zukunftsweisender in eine alternative Infrastruktur gesteckt werden. Mit dem Straßenbau werde viel Wald geopfert. Der Verkehr werde auf dieser Achse weiter zunehmen, ebenso im Bereich der Stadt Wadern. „Die Höherstufung der Verbindungsstraße zwischen der A 1 und der A 8 würde mehr Fahrzeuge – vor allem Lkw – auf die mautbefreite Abkürzung zwischen den beiden Autobahnen locken“, befürchtet er. „Darunter hätten vor allem die Orte Löstertal, Dagstuhl und Nunkirchen zu leiden. Für diese Orte müssten Umgehungsstraßen  gebaut werden. Die Folge sind nach seiner Ansicht  eine erhebliche Landschaftszerstörung und Flächenversiegelung.

Rohles fordert mit Blick auf die drohende Klimakatastrophe eine durchgreifende Verkehrswende. Als  Beispiele nennt er den Ausbau des Radwegenetzes, die Reaktivierung von stillgelegten Eisenbahntrassen, die Beschneidung des Individualverkehrs und  eine Beschränkung der Höchstgeschwindigkeit.

Auch für den Grünen Kreis fordert Rohles ein Umdenken und eine politische Steuerung weg vom Individualverkehr. Sein Vorschlag:  dem Luxemburger Vorbild folgen und den ÖPNV attraktiver und billiger machen. „Besser kostenfrei.“ Die Einrichtung von eng getakteten und vernetzen Direktbuslinien aus dem Hochwald nach Luxemburg schlägt er vor. . Die Reaktivierung der ehemaligen Eisenbahnstrecken von Niederlosheim nach Merzig, von Büschfeld nach Dillingen oder von Merzig nach Thionville  ist nach seiner Ansicht zu prüfen.  „Außerdem muss der Alltagsradverkehr gestärkt werden. Sichere Fahrradwege an den Hauptverkehrsadern im Nordsaarland sind dringend notwendig.“