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Neue Kita: Sie haben jetzt sogar einen Matschraum

Neue Kita : Sie haben jetzt sogar einen Matschraum

Für die Kita-Kinder in Lockweiler-Krettnich ist die Zeit ihres Provisoriums im alten Pfarrheim nach 15 Monaten zu Ende. 

Große Freude herrscht seit einigen Tagen im Waderner Doppelstadtteil Lockweiler-Krettnich – und das insbesondere bei den drei- bis sechsjährigen Jungen und Mädchen. Denn mit dem Ende der Sommerferien ist für die Kindergartenkinder die Zeit ihres Provisoriums im alten Pfarrheim zu Ende gegangen. Mit Beginn des neuen Schuljahres sind sie in ihren neuen Kindergarten umgezogen.

„Es herrscht wieder Friede, Freude, Eierkuchen bei unseren Kindern und auch Erzieherinnen. Die Zeit der beengten Verhältnisse ist gottlob vorbei. Wir haben jetzt ein herrlich neues Zuhause“, jubelt auch Kita-Leiterin Ruth Marmitt einige Tage nach dem großen Umzug.

Jetzt stehe genügend Platz zur Verfügung, damit die Kinder für ihre Entwicklung so richtig spielen und toben sowie die vorschulische Erziehung genießen können.

Der neue Kindergarten – Bauherr ist die Katholische Kirchengemeinde St. Michael Lockweiler-Krettnich –, bietet Platz für 50 Regelplätze, davon mehr als die Hälfte für eine Ganztagsbetreuung, bei der die Kinder in zwei Gruppenräumen mit Förder- und Ruheraum beschäftigt und betreut werden.

Neben einem größeren Mehrzweckraum, der teilweise als Bistro genutzt werden kann, einer Küche, in der eigenständig gekocht wird, sowie WC- und Waschräumen für die Kinder, Erzieherinnen und Besucher, ergänzen ein Matschraum, Geräteraum, Kinderwagenabstellraum sowie Funktions-, Verwaltungs- und Besprechungszimmer das Raumangebot.

Eine großzügige Außenanlage mit Spielgeräten, die noch erweitert werden, lässt den Kindern viel Spiel- und Freiraum an der frischen Luft. Dazu sind für Kleinkinder elf Krippenplätze eingerichtet worden. Neben der Leiterin Marmitt arbeiten zwölf weitere pädagogische Fachkräfte im neuen Haus, dazu eine Köchin, eine Putzfrau und ein Hausmeister.

„Der Kostenrahmen von 1,65 Millionen Euro für das rund 790 Quadratmeter große eingeschossige Gebäude mit etwa 3500 Kubikmeter umbautem Raum wurde genau eingehalten“, betont Architekt Siegbert Barth. Das Geld kommt vom Bistum Trier, dem Saar-Innenministerium, dem Landkreis Merzig-Wadern, der Stadt Wadern, der Kita GmbH sowie dem Förderverein und von Ortsgremien. Baubeginn war im März 2016, Richtfest wurde Ende August gefeiert, Ende September waren Außentüren und Fenster eingebaut. Bis Mitte Dezember dauerten die Installationsarbeiten für Elektro, Fußboden-Heizung, Sanitär und Lüftung. Die weiteren Innenbauarbeiten dauerten bis Juni 2017, Fertigstellung war Mitte August, wobei noch kleinere Arbeiten wie Außenanlagen und Rundumzaun zu erledigen sind.

„Damit haben wir 15 Monate vom Spatenstich im Mai vergangenen Jahres bis zum Umzug benötigt“, ist Barth äußerst zufrieden mit dem Bauablauf. Über den Bauablauf fanden etliche Gespräche aller Beteiligten in gewissen Zeitabständen an einem runden Tisch statt, um den Bau, seinen Fortschritt und seine Kosten nicht aus dem Überblick zu verlieren.

Ergänzend weist der Architekt darauf hin, dass nach modernen Richtlinien gebaut wurde. Es wurde viel Wert auf natürliche und mineralische Baustoffe gelegt sowie nicht imprägniertes Holz verwendet. Die Türen wurden mit Klemmschutz versehen. Zudem wurde darauf geachtet, dass alle Gruppenräume barrierefrei mit einer Tür nach außen hin eingebaut wurden, um dem Brandschutz gerecht zu werden.

„Angefangen hatte alles mit einem Blitzeinschlag im Juli 2014“, sagte Stefan Meier, der stellvertretende Vorsitzende des Pfarrverwaltungsrates St. Michael Lockweiler-Krettnich. Zudem wurde der Keller überflutet, so dass das alte Kindergartengebäude nicht mehr nutzbar war und er aus Sicherheitsgründen die Umsiedlung der Kindergartenkinder in das alte beengte Pfarrheim veranlassen musste. Sein Dank gilt daher allen Vereinen wie Kirchenchor, Frauentanzgruppe oder Seniorenmalgruppe, die im Pfarrheim aufgrund des Kindergarteneinzugs Nachteile in ihrer Vereinstätigkeit erlitten hatten und Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen mussten, für das entgegengebrachte Verständnis. Auch bei diesen Vereinen wird Freude aufkommen, wenn sie ihrem Vereinsleben wieder uneingeschränkt frönen können.