| 20:27 Uhr

Schulung Graf-Anton-Schule
Sicher unterwegs im Internet

Die Schüler staunten ganz schön über das, was sie alles unwissentlich im Netz preisgaben.
Die Schüler staunten ganz schön über das, was sie alles unwissentlich im Netz preisgaben. FOTO: Schule
Wadern. Schüler der Graf-Anton-Schule in Wadern informierten sich über Fallstricke bei der Nutzung von Internet, Facebook und Co.

„Das Netz vergisst nichts“ – unter diesem Motto wurden auch in diesem Jahr mehrere Klassen der Graf-Anton-Schule Wadern zu einem sicheren Umgang mit dem „World Wide Web“ geschult. Nicole Nüttgens von der Landesmedienanstalt begleitete das Projekt als Expertin und wies die Kinder auf die vielen Gefahren, die im Internet lauern, hin.


Zunächst ging es um das Thema Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB). Erst wird aufmerksam gelesen, doch nur, bis der Erste scrollt und den vollen Umfang dieses Textes erkennt, so schilderte die Expertin den typischen Ablauf. „Das kann man sich doch nicht antun!“, denken viele, setzen am Ende ihr Häkchen und fertig. Fertig mit den Nerven sei man dann allerdings, wenn die Allgemeinen Geschäftsbedingungen irgendwo einen kleinen Vertrag beinhalten, für den man dann nach einer gewissen Nutzungsdauer bezahlen darf.

Um den Kindern die Folgen dessen zu veranschaulichen, zeigte Nüttgens ihnen den Plan einer U-Bahn: „Wenn wir der Hauptbahnhof sind, laufen von uns aus alle Informationszüge raus in die Welt. Viele Stationen verknüpfen alles, was wir eingeben, speichern es – meist auf amerikanischen Großrechnern und verkaufen es an die Industrie“, erklärte sie. „Wenn ich mir auf Google Seiten von Anbietern für Unterwäsche anschaue, erhalte ich postwendend auf meiner Facebookseite Werbung für Unterwäsche von den verschiedenen Anbietern. Meine Eingaben wurden also schlicht verkauft. Will ich das?“

Richtig schlimm wird es, wenn Daten zu Mobbing oder Erpressung genutzt werden. Die spektakulärsten Fälle sind den Kindern inzwischen bekannt. Jemand verliert sein Handy, ein anderer findet es, oder es wird gehackt. Nüttgens riet den Kindern dazu, ruhig einmal nachzusehen, welche und wie viele Bilder man gespeichert hat – nicht nur von sich selbst, sondern auch von der Familie und von Freunden. Bilder verschwinden nie mehr aus dem Netz. Ein guter Tipp von Nüttgens lautete daher: Verschicke und speichere nur Bilder, die du auf einem Plakat auch an die Außenwand der Schule hängen würdest.

Für die Klassen-WhatsApp-Gruppen gab es zur Vorbeugung von Mobbing und missbräuchlicher Nutzung zwei Hinweise von der Referentin: Erstens sollte es nur zwei vertrauenswürdige Administratoren geben. Und zweitens sollte die Kommunikation auf Gespräche über Hausaufgaben, Termine und allgemeine schulische Angelegenheiten beschränkt bleiben. Für die sozialen Netzwerke sollte man nie Bilder vom Gesicht anlegen, weil damit unvorstellbarer Missbrauch betrieben werden könne.



Ein Selbstversuch mit den eigenen Passwörtern zeigte, dass auch in diesem Punkt die Jugendlichen allzu sorglos sind. Passwörter sollten nie auf dem PC, Handy oder im Browser gespeichert werden, betonte Nüttgens. Unter Checkdeinpasswort.de konnte sich jeder ein Bild von seiner vermeintlichen Sicherheit machen.

Zuletzt ging es um die Frage, wo sich das Handy in der Nacht befindet. Viele Jugendliche nutzen die Schlafenszeit, um ihr Handy auf dem Nachttisch aufzuladen, andere haben es gar im Bett. Auch hier warnte die Expertin vor den Gefahren. Zum Beispiel könne das Gerät überladen und in Flammen aufgehen. „Vielleicht sollte man nicht warten, bis der endgültige Beweis dafür erbracht ist, dass enorme Gesundheitsgefahren von dieser Strahlung ausgehen können“, meinte sie.

Auch der Umgang mit den sozialen Netzwerken wurde bei der Schulung thematisiert.
Auch der Umgang mit den sozialen Netzwerken wurde bei der Schulung thematisiert. FOTO: Britta Pedersen / dpa
(tth)