Saar-Gummi öffnete in Büschfeld seine Werktore für junge Leute

Job-Chancen : Saar-Gummi stellte sein Berufs-Spektrum vor

Am Tag der Ausbildung zeigte der in Büschfeld ansässige Hersteller von Dichtungssystemen, welche beruflichen Perspektiven Saar-Gummi dem Nachwuchs bietet.

Weiterführende Schule, eine Ausbildung oder ein Studium? Für viele Schüler stellen sich diese Fragen, wenn der Schulabschluss in greifbare Nähe rückt. Bei der Beantwortung sind Betriebe und Firmen in unserer Region sicherlich behilflich, suchen sie doch qualifizierten Nachwuchs für ihre Unternehmen. Saar-Gummi mit Standort in Büschfeld, mit 1300 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber der Region, ist eine solche Adresse, schließlich bietet der führende Hersteller und Lieferant von Dichtungssystemen für die Automobil- und Bauindustrie derzeit insgesamt neun Ausbildungsberufe an, dazu drei duale Studiengänge.

Dieser Tage hatte das Unternehmen zu einem Tag der Ausbildung seine Türen zur Lehrwerkstatt geöffnet und stellte das gesamte Spektrum seiner Ausbildungsberufe vor. Die aktuell 50 Auszubildenden sowie sechs duale Studenten waren vollzählig zu diesem Tag der Ausbildung gekommen, um ihren Beruf mit all ihren Aufgaben vorzustellen. Die Ausbildungsplatz-Suchenden bekamen eine praktische Vorstellung davon, was sie erwartet. Viele waren in Begleitung ihrer Eltern gekommen.

An den Werkbänken und Maschinen wurde fleißig gefeilt, gedreht und gesägt. Dies sind Komponenten, die zur Grundausbildung eines Werkzeug- oder Industriemechanikers ebenso gehören wie zur Ausbildung der Verfahrenstechniker. Installationsschaltungen, Steuerungstechnik und SPS-Programmierung sind hingegen Bestandteile der Lehre von Elektrikern in der Betriebs- oder Automatisierungstechnik. Die Azubis, unter anderen Tim Steuer (Werkzeugmechaniker), Michael Johann (Maschinenanlagenführer) oder Nicole Rech (Verfahrensmechanikerin), alle im ersten Lehrjahr, gaben bereitwillig Auskunft. „Wir heben den richtigen Betrieb und auch den richtigen Beruf gewählt, haben auch eine tolle Kameradschaft hier“, teilte das Trio unisono mit.

Zukünftige Industriekaufleute konnten sich mit der kaufmännischen Ausbildungsleiterin Dorothee Kreusch über ein abwechslungsreiches Aufgabenfeld, sei es im Einkauf, der Personalabteilung, Finanzbuchhaltung oder im Marketing informieren. „Die Bewerbungen sollten allmählich bis Anfang November einlaufen für den Einstellungstermin August 2020“, sagte Kreusch. Pfiffige Computerspezialisten (Fachinformatiker für Systemintegration) hatten einiges an Systemhardware wie Server, Computer und Switch aufgebaut, um die komplexen Zusammenhänge aus der Welt der Informatik anschaulich zu demonstrieren. Auch zu den Inhalten der Ausbildung in den Bereichen Industrial Engineering erfuhren die Besucher Details.

In diesem Metier stand Dr. Lukas Nowicki den Besuchern Rede und Antwort und klärte über die Arbeit am Computer informativ auf. Im Rahmen stündlicher Führungen wurden die von der Ausbildungswerkstatt weiter entfernten Arbeitsplätze für Laboranten im Chemielabor oder Fachlageristen im Versand besichtigt. Leon Hammes (17) aus Rissenthal, der im nächsten Jahr sein Abitur am GaS in Merzig anstrebt, interessierte sich für ein duales Studium in der Fachrichtung Maschinenbau mit Abschluss zum Bachelor of engineering. „Maschinen und Autos interessieren mich schon lange. Dazu bringt die Ausbildung in Theorie und Praxis mehr Abwechslung“, sagte Leon im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung. Gute Mathematik- und Englischkenntnisse müsse er schon mitbringen, betonte Dr. Nowicki, „denn Saar-Gummi ist weltweit tätig.“ Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten seien keine Grenzen gesetzt.

Aus Morscholz was Noah Aggintus (16) gekommen, der im nächsten Jahr das BBZ Merzig mit der Mittleren Reife abschließt und sich zum Werkzeugmechaniker ausbilden lässt. „Ich war schon bei Thyssen und auf der Ausbildungsmesse in Losheim. Wie dort wurde ich auch hier gut unterrichtet. Die Ausbilder und Azubis haben sich auch viel Zeit genommen“, sagte Noah.

Für Moritz Linnig (17) aus Wadrill kommt nur was mit Elektronik in Frage, schließlich ist er daheim der Hobby-Elektriker, der alle defekten Geräte repariert, ohne einen Kurzschluss zu verursachen. „Damit hat er schon gute Voraussetzungen“, sagte Ausbildungsleiter Zoran Janjuz. Sein Team hatte erstmals den Tag der Ausbildung organisiert. „Dieser Tag hat viel Anklang gefunden. Solche Gelegenheiten, hinter die Kulissen größerer Werke zu blicken, nimmt bei den Besuchern sicherlich die Angst vor einer Bewerbung“, lässt er wissen.

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