1. Saarland
  2. Merzig-Wadern
  3. Wadern

Rasten auf der Alm erst ab elf Uhr

Rasten auf der Alm erst ab elf Uhr

Wadrill. Bei einem rundum stimmigen langen Osterwochenende kam lediglich auf der Wadriller Hochwaldalm ein Strirnrunzeln auf. Der Grund: Seit Karfreitag fährt der so genannte Wanderbus zwei Mal täglich zu markanten Einstiegsstellen des Saar-Hunsrück-Steiges. Eine davon ist die Hochwaldalm in knapp 600 Meter Höhe oberhalb von Wadrill gelegen

Wadrill. Bei einem rundum stimmigen langen Osterwochenende kam lediglich auf der Wadriller Hochwaldalm ein Strirnrunzeln auf. Der Grund: Seit Karfreitag fährt der so genannte Wanderbus zwei Mal täglich zu markanten Einstiegsstellen des Saar-Hunsrück-Steiges. Eine davon ist die Hochwaldalm in knapp 600 Meter Höhe oberhalb von Wadrill gelegen. Die Wetterberichte waren verheißungsvoll, die Erwartungen nach einem langen Winter auch. Vor verschlossenen TürenDie Almhütte und ihr Umfeld wurden im vergangenen Jahr mit enormen öffentlichen Mitteln den Ansprüchen des wachsenden Wandertourismus angepasst. Akzeptiert wurde die urige Einrichtung von der Bevölkerung seit jeher. Auch jetzt ist das Interesse an dem hoch gepriesenen Alleinstellungsmerkmal der Stadt Wadern ungebrochen. Umso verwunderlicher fanden es einige Wanderer aus Siersburg und Merzig am Karfreitagmorgen, dass bei Ankunft des Wanderbusses um kurz nach neun Uhr die Alm geschlossen war. Aus dem vorgesehenen Frühstück wurde nichts. Auch am Ostersonntag ging erst um zehn Uhr die Schranke hoch (die SZ berichtete).Die SZ hat sich bei den Tourismus-Verantwortlichen in der Stadt Wadern und im Landkreis zu dem Thema umgehört. Bis Ostern hatte die Alm erst ab zwölf Uhr mittags geöffnet, seit Ostern sei bereits um elf Uhr geöffnet, sagt Hanns Peter Ebert, für Tourismus verantwortlich bei der Waderner Stadtverwaltung. Die Öffnungszeiten seien veröffentlicht worden, sie stünden zudem im Internet, sagt Ebert. Der Almwirt habe jedoch "theoretisch die Möglichkeit, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zu öffnen"."Planung nicht einfach"Achim Laub leitet am Losheimer Stausee das Projektbüro des Saar-Hunsrück-Steiges. Bei ihm habe es über die Alm keine Beschwerden gegeben, sagt der Tourismus-Manager. Am Ostermontag sei er mit einer kleinen Wandergruppe gegen elf Uhr auf der Hochwaldalm angekommen. "Die Alm war fast leer", sagt Laub. "Der Hochbetrieb kam nachmittags." Allerdings wolle er für den bevorstehenden Wander-Marathon im Saar-Hunsrück-Steig eine etwas andere Regelung der Öffnungszeiten erreichen. "Sinnigerweise sollte schon geöffnet sein, wenn viele Gäste zu erwarten sind", meint Axel Kaluza von der Dreiländereck-Touristik in Merzig. Eine Vorausplanung sei jedoch bei solch kleinen Betrieben für die Betreiber oft nicht einfach, sagt Kaluza und erinnert an die 20 Grad Temperaturdifferenz zwischen Ostern 2008 und 2009.Dass Wanderer zum Frühstück kommen wollen, wie am Karfreitag, sei eigentlich nicht üblich bei einer Hütte. Manchmal sei es schwierig, mit Flexibilität zu reagieren. Die Kriterien für den Betrieb solcher Wanderer-Stützpunkte seien in der Aktion "Wanderbares Deutschland" festgelegt. Grundsätzlich sei überall ab elf Uhr geöffnet, sagt Kaluza. "Die Familie Schumacher als Almwirte ist hier ein verlässlicher Partner!" Meinung

Warum kein Freiluft-Fest?

Von SZ-RedakteurChristian Beckinger Nein, liebe Wander-und Tourismus-Experten, das hätte nicht passieren dürfen: Da fährt ein Zubringerbus, für den medial landesweit die Trommel gerührt wurde, zum ersten Mal im Jahr die interessierten Wanderer zum Saar-Hunsrück-Steig, auf den doch alle so stolz sind. Das Ganze geschieht an einem Tag, der durch ein bevorstehendes langes Feiertags-Wochenende und vorsommerliches Wetter viele zu Freiluft-Aktivitäten verlockt. Und dann bietet sich den Wanderfreunden an der Endstation Hochwaldalm, einem ebenfalls oft diskutierten "touristischen Alleinstellungsmerkmal" (so heißt es doch gerne) des Landes, der Anblick einer verrammelten Almhütte - ebenso wie den Wanderern, die vormittags die Hütte passierten. Ist das gastfreundlich? Natürlich gibt es Verträge, die genau regeln, wann die Hütte geöffnet ist. Natürlich lässt sich das Wetter schlecht planen. Aber wäre es nicht möglich gewesen, quasi als inoffizielle Eröffnung der Wandersaison über Vereine ein Freiluftfest auf der Alm zu organisieren, mit erfrischenden Getränken und kleinem Imbiss zu zivilen Preisen? Das wäre vielleicht nicht so plakativ gewesen - aber gastfreundlich.