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Querdenker-Tage am Hochwald-Gymnasium in Wadern ändern wohl ihren Namen

Neuer Name für Schulprojekt in Wadern : Ist Corona das Ende der Querdenker?

Seit 2014 gibt es am Hochwald-Gymnasium die Querdenker-Tage. Doch nun wird sich das Projekt wohl einen neuen Namen suchen.

Sie erforschen die Kontinente der Welt, tauchen in die Geschichte Ägyptens ein oder werfen einen Blick auf die Planeten: Seit dem Jahr 2014 bietet das Hochwald-Gymnasium (HWG) in Wadern begabten Schülern die Möglichkeit an, einige Wochen lang intensiv an einem bestimmten Projekt zu arbeiten. Das HWG kooperiert dabei mit den Grundschulen Wadrill, Nunkirchen, Lockweiler und Primstal, sodass Schüler der vierten und fünften Klasse mitmachen können.

Wegen der Corona-Pandemie liegt das Projekt derzeit auf Eis, berichtet Edwin Didas, der das Konzept von IQ-XXL (siehe Info) zusammen mit seiner Kollegin Heike Uhlmann-Schiffler am HWG eingeführt hat. „Aber es soll wieder aufleben“, kündigt er an, räumt aber ein: „Wir müssen uns einen anderen Namen überlegen.“ Denn das Projekt hieß bislang Querdenker-Tage.

„Der Name hat super gepasst“, findet Didas. Beibehalten werden könne er seiner Ansicht nach aber nicht, da er mittlerweile zu eng mit Corona-Leugnern und rechten Gruppierungen verknüpft sei. „Der Begriff ist verbrannt“, bedauert der Politik- und Deutschlehrer.

Dabei sei querzudenken eigentlich etwas Positives, betont Didas – und genau das, was die Schüler bei dem Projekt auch tun sollen. „Es soll so sein, dass sie quer denken und auch selbst eigene Vorschläge machen“, berichtet er. Bei den bisherigen Querdenker-Tagen beschäftigten sich die Schüler innerhalb von acht Wochen an jeweils einem Tag pro Woche intensiv mit einem bestimmten Thema. Seit 2014 standen zwölf solcher Projekte an, berichtet Didas weiter – dabei ging es unter anderem um Kontinente, das alte Rom oder auch Themen wie Kommunikation. An sieben Projekt-Tagen wurde das Thema bearbeitet, am achten folgte eine Eltern-Präsentation.

Wie Didas weiter erzählt, setzen sich die Schüler auf vielfältige Art mit den Themen auseinander. „Wir gestalten Plakate oder Filme“, nennt er Beispiele, „und machen Gruppen- und Partnerarbeit.“ Das Projekt richte sich an besonders motivierte und begabte Schüler und komme sehr gut an. Insbesondere die Grundschüler seien begeistert.

Doch nun hat Corona den Querdenker-Tagen eine Zwangspause auferlegt, die jüngste Auflage musste vor Abschluss abgebrochen werden. „Für 2020 war eigentlich geplant, das Projekt auszuweiten und mit einer zweiten Gruppe zu starten, die weitere Grundschulen in die Kooperation einbeziehen sollte“, berichtet Didas weiter. Aber auch dieser Plan sei Corona zum Opfer gefallen.